Bilddokumente und Informationen zur Geschichte des Dorfes Kuschkow aus der Spreewaldregion in der Niederlausitz

 

 

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Kuschkow am nördlichen Rand der Niederlausitz

Dies ist die private Website von Doris Rauscher, aufgewachsen als Doris Jäzosch in Kuschkow, die ältere Tochter des Müllermeisters Manfred Jäzosch und seiner Ehefrau Jutta Jäzosch, geborene Thiele. Großvater war der Kuschkower Schmied und spätere Müllermeister Bernhard Jäzosch. Ziel der Website ist es, möglichst viele der noch existierenden Dokumente, Fotos und Berichte mit ortsgeschichtlichem Bezug zu Kuschkow der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Website versteht sich als persönliche Familien- und Heimatseite und gleichzeitig als sachliches Informationsangebot und digitales Archiv zur Dorfgeschichte. Die Bearbeitung der Website mit allen Unterseiten erfolgt gemeinsam durch Doris & Norbert Rauscher.

Oben sehen Sie drei verkleinerte Fotos, die weiter unten größer gezeigt und näher erläutert werden. Die Inhalte dieser Website mit allen Unterseiten werden nach bestem Wissen regelmäßig aktualisiert und erweitert, je nach zur Verfügung stehenden Dokumenten und Erkenntnissen. Anregungen, Korrekturen und sonstige Hinweise werden gern entgegengenommen und eingearbeitet, Kontaktdaten siehe ganz unten.

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Startseite Kuschkow-Historie ‒ Das Dorf Kuschkow und seine Geschichte in Bildern und Texten

Siedlung, Haus und Hof in Kuschkow ‒ Siedlungs- und Baugeschichte von Dorf, Höfen und Häusern

Die Kuschkower Mühle ‒ Mühlengeschichte und die Müllerfamilien Wolff / Jäzosch

Die Schmiede der Familie Jäzosch ‒ Geschichte einer Dorfschmiede mit ihren Familien ab 1435

Jutta Jäzosch, geborene Thiele ‒ Familiengeschichte Thiele mit Flucht, Vertreibung und Neubeginn

Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 1 ‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz

Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 2 ‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz

Die Dorfschule in Kuschkow ‒ Schulgebäude, Dorflehrer und Schulkinder in Bildern und Texten

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1.1 ‒ 1891 bis 1924 ‒ Seiten 0 bis 77

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1.2 ‒ 1924 bis 1929 ‒ Seiten 78 bis 111

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1.3 ‒ 1929 bis 1947 ‒ Seiten 112 bis 148, Beilagen

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teile 2 und 3 ‒ 1947 bis 1953

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 4 ‒ 1953 / 1960 bis 1968 ‒ Meine eigene Schulzeit

Klassenbücher aus der Dorfschule in Kuschkow ‒ Jahrgänge 1950/1951 und 1954/1955

Klassenbuch aus der Dorfschule in Kuschkow ‒ Jahrgang 1958/1959

Die Lehrerin Luise Michelchen ‒ Ein 107-jähriges Leben in Berlin-Charlottenburg und Kuschkow

Die Kuschkower Feuerwehr ‒ Dorfbrände, Feuerwehrgeschichte und Feuerwehrleute

Historische topographische Karten ‒ Kuschkow und die Niederlausitz auf Landkarten ab 1687

Separationskarten und Flurnamen ‒ Vermessung und Flurneuordnung in der Gemarkung 1842

Separationsrezess ‒ Teil 1 ‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842

Separationsrezess ‒ Teil 2 ‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842

Separationsrezess ‒ Teil 3 ‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842

Handel, Handwerk und Gewerbe ‒ Informationen zum früheren Wirtschaftsleben in Kuschkow

Scheunenbau auf dem Hof Görzig-Michelchen ‒ Zimmermannsarbeit und Fachwerkbau um 1958

Der Friedhof in Kuschkow ‒ Friedhofsgeschichte, Grabstätten und Grabsteine

Verschiedenes ‒ Teil 1.1 ‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit vor 1945

Verschiedenes ‒ Teil 1.2 ‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit um 1940 bis 1960

Verschiedenes ‒ Teil 2.1 ‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit um 1950 bis 1965

Verschiedenes ‒ Teil 2.2 ‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit nach 1960

Reiten und Reiter in Kuschkow ‒ Reitfeste, Reiterspiele und Brauchtum mit Pferden

Historische Ortsansichten ‒ Teil 1 ‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz

Historische Ortsansichten ‒ Teil 2 ‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz
 




Bauarbeiten auf dem Hof Michelchen in der Dorfstraße

Auf dieser Seite wird die fast lückenlose fotografische Dokumentation des Aufbaus einer Scheune als Fachwerkkonstruktion durch Zimmerleute bzw. Bauhandwerker im Jahr 1958 gezeigt. Bilddokumente dieser Art aus dieser Zeit sind äußerst selten und deshalb für die Kuschkower sowie die regionale Dorfgeschichte besonders wertvoll. Um Baufreiheit zu schaffen, mussten zuvor die beiden alten Scheunen abgebrochen werden, auch dies ist dokumentiert. Der Neubau wurde nicht mehr als traditioneller Fachwerkbau mit Lehmstakenausfachung errichtet sondern als vollständig mit Bretterschalung bekleidetes Fachwerkskelett. Wer die Zimmerleute bzw. die Baufirma waren, konnte leider nicht mehr ermittelt werden, alte Belege oder Rechnungen existieren nicht mehr. Die Abbruch- und Neubauarbeiten wurden 1958 durchgeführt, die weiter unten gezeigten Umbauarbeiten am Stallgebäude vermutlich ebenfalls 1958.

Der Hof von Kurt und Elfriede Michelchen in der Dorfstraße 4 (heute Dorfanger 4) wird hier auf diesen Webseiten bezeichnet als "Hof Görzig-Michelchen", zur Unterscheidung vom Hof Michelchen in der Kirchstraße (siehe dazu die Sonderseite zur Lehrerin Luise Michelchen). Der Hof in der Dorfstraße hatte unter dem Namen Görzig durch Jahrhunderte männliche Nachfahren. Paul Görzig ließ den Hof 1935 als Erbhof in die Erbhöferolle Kuschkow eintragen. Die männliche Erbnachfolge war aber, nachdem seine beiden Söhne Paul und Hermann im Zweiten Weltkrieg gefallen waren, nicht mehr gesichert. Paul Görzig starb 1954. Nach der Heirat seiner Enkeltochter Elfriede mit Kurt Michelchen 1957 wurde der Hof unter dem Namen Michelchen weitergeführt und befindet sich bis heute in diesem Familienbesitz. Kurt Michelchen war der Bruder von Heinz Michelchen mit Hof in der Kirchstraße, seine Familiengeschichte wird auf der Seite zur Lehrerin Luise Michelchen behandelt (siehe direkt hier: ).

Die zumeist kleinen originalen Papierfotos sind überwiegend nur in schlechter Qualität und stark vergilbt erhalten, teilweise auch unscharf. Sie wurden abfotografiert und mussten digital für diese Webseite entsprechend stark bearbeitet werden. Außerdem wurden die meisten Bilder vergrößert, um die bautechnisch sehr interessanten Details besser sichtbar zu machen. Alle Fotos stammen aus dem Familienarchiv von Arno Michelchen aus Kuschkow, Sohn der Landwirte und Scheunen-Bauherrschaft Kurt und Elfriede Michelchen, verheiratet seit 1957 (siehe Hochzeitsseite mit Hochzeitsfoto). Fotograf war vermutlich Kurt Michelchen.



Grundstück Michelchen, Dorfstraße 4, Ausgangssituation vor Baubeginn. Blick aus dem Garten mit Bauholzlager auf die Scheune zum Nachbargrundstück Klopsch, Dorfstraße 3, im Hintergrund das zugehörige Wohnhaus Klopsch.

 

Grundstück Michelchen, Dorfstraße 4, Ausgangssituation vor Baubeginn. Blick aus dem Garten mit Bauholzlager auf die Wirtschaftsgebäude zum Nachbargrundstück Hilbert, Dorfstraße 5. Vorn an der Straße stand auf diesem Grundstück das Gasthaus "Zur Linde" (später Gaststätte "Treffpunkt"), zum Aufnahmezeitpunkt betrieben durch Karl Hilbert zusammen mit seiner Frau Frieda. Bilder dazu gibt es auf der Startseite.

 


Abbruch der alten kleinen Hofscheune und der hinteren großen Hauptscheune

Vor dem Scheunen-Neubau musste Platz geschaffen werden durch Abriss der alten kleinen Hofscheune. An dieser Stelle sollte der Neubau errichtet werden. Die Arbeiten erfolgten im Jahr 1958. Gleichzeitig wurde auch die große Hauptscheune im hinteren Grundstücksbereich ersatzlos abgebrochen. Der Neubau sollte das Fassungsvolumen der beiden Altscheunen zusammen ersetzen. Die folgenden Bilder zeigen die Abbrucharbeiten.


Die alte Hofscheune, fotografiert von der Hofseite. Im Vordergrund das Bauholzlager auf dem Hof für den Scheunen-Neubau, im Hintergrund die alte kleine Hofscheune vor dem Abriss im Jahr 1958. Ein außerordentlich interessantes Foto für die Kuschkower Dorf- und Baugeschichte, weil hier eine der letzten Fachwerkscheunen aus der alten Bautradition zu sehen ist mit vergleichsweise niedriger Traufhöhe und entsprechend niedrigem Tor für die zur Bauzeit noch kleinen Erntewagen. Unter rein bautechnischen Gesichtspunkten könnte das Gebäude aus der Zeit um 1800 stammen, vermutlich ist es aber unmittelbar nach dem großen Dorfbrand von 1857 entstanden. Ein zweifach verriegelter Fachwerkbau mit Holzstakenausfachung und Lehmverstrich, das Giebeldreieck verbrettert, Dach mit Strohdeckung. Bei einem Gefach rechts ist der äußere Lehmverstrich abgefallen, man sieht die Holzstaken in dichter Reihung, es handelte sich nicht um Lehm-Stroh-Wickelstakung sondern nur um Holzstaken mit beidseitigem Stroh-Lehm-Verstrich. Soweit erkennbar, hatte die Scheune kein Sockelmauerwerk sondern in der untersten Gefachreihe eine Holzbohlen- oder Holzbalkenausfachung wie beim Blockbau.

 

Die große Hauptscheune, fotografiert von der Rückseite (Feldseite) aus während der Abbrucharbeiten. Auch die hintere große Scheune wurde 1958 ersatzlos abgebrochen. Sie war größer und höher, sichtbar an der größeren Traufhöhe im Vergleich mit dem Arbeiter am rechten Bildrand. Baukonstruktiv war sie vergleichbar mit der oben beschriebenen kleineren Hofscheune, sie hatte ebenfalls Bohlenausfachung in den unteren Gefachen und vermutlich ebenfalls eine Strohdeckung auf Stangenholz (Rundstangen, Rundhölzer, keine kantigen Dachlatten für Dachziegel; siehe das folgende Foto). Im Hintergrund sieht man die deutlich weiter vorn stehende Scheune auf dem Nachbargrundstück Klopsch, etwa auf dieser Höhe befand sich auch die kleine Hofscheune Michelchen.

 

Abbruch der hinteren Scheune, in der Bildmitte der gefallene Giebel samt Verbretterung, links sind auf den Dachsparren noch die alten Rundstangen von der Strohdeckung zu sehen. Obwohl das Bild nicht sicher zuzuordnen ist, wird aufgrund der Bauhöhe davon ausgegangen, dass es sich hier um die hintere Scheune handelt.

 


Nach dem Abriss der beiden alten Scheunen, die Abrisshölzer lagern zur weiteren Verwertung als Brennholz, das alte Stroh der Dachdeckung ist auf einem Wagen aufgeladen vermutlich zur Verwendung als Einstreu für die Ställe. Im Hintergrund wieder die Scheune und weitere Nebengebäude zum Hof Hilbert.

 

Abrisshölzer und Diskussion zwischen den Arbeitern / Zimmerleuten. Unklar bleibt, an welcher Stelle diese Aufnahme entstanden ist und welches Gebäude (Wohnhaus ?) man im Hintergrund hinter der Hofmauer sieht.

 


Neubau einer Hofscheune

Nach dem Abbruch der alten Scheunen wurde an der Stelle der ehemaligen kleinen Hofscheune ein großer Neubau errichtet, der das gesamte Fassungsvolumen der beiden Altscheunen zu leisten hatte. Der Neubau wurde in traditioneller Zimmermannstechnik erstellt mit nur ganz wenigen modernen Verbindungsmitteln (Zangenverbindungen mittels geschraubter Bolzen).



Beginn der Arbeiten für den Scheunen-Neubau, Materialanlieferung mit einem kleinen LKW, Bauholzlager auf dem Hof. Aufbau des Holzständerwerks auf dem Sockelmauerwerk mit Stabilisierung und Justierung durch Hilfslatten (Montagehilfen, Hilfsstreben). Unten rechts sind die hinteren Nebengebäude auf der rechten Hofseite (von der Straße aus betrachtet) zu sehen.

 



Das Scheunenskelett entwickelt sich. Die äußeren Hauptständer wurden zusammengesetzt aus jeweils drei Einzelhölzern, in deren Fugen Blattsassen eingeschnitten wurden zur Aufnahme der Zangen, die nach hinten die inneren Streben (Halbhölzer) stabilisieren und mit diesen mittels Schraubbolzen verbunden sind. Das Rähm auf den Ständern besteht aus zwei Vollhölzern. Der Zimmermann oben sitzt auf dem Deckenbalken (Dachbalken) und ist gerade dabei, die Sparrenschwelle auf den Deckenbalken aufzusetzen. Rechts über dem Kopf des stehenden Zimmermanns sieht man ein Brett, das provisorisch als Strebe (Montagehilfe) von innen aufgenagelt ist zur Stabilisierung der noch nicht gesicherten Gesamtkonstruktion.

 


Das Dachwerk wird fertiggestellt. Die Dachsparren werden auf die Sparrenschwellen und den Dachstuhl aufgesetzt. Oben ein Blick von der Gartenseite, unten von der Hofseite aus, rechts im Bild die Traufe des hinteren Nebengebäudes. Der Dachboden besteht vorerst nur aus lose aufgelegten Brettern als begehbare Arbeitsfläche.

 

Blick von der Gartenseite kurz vor dem Richtfest. Ein einfach verriegelter Fachwerkbau auf Sockelmauerwerk mit Langstreben und zwei sehr großen Tordurchfahrten. Im Hintergrund rechts sieht man das Wohnhaus Michelchen, erkennbar ist ein Kellerhals unter dem Fenster sowie eine rückseitige Eingangslaube (oder nur ein Vordach über dem Eingangsbereich ?). In der Mitte hinter dem Fachwerkskelett ist das große zweigeschossige Stallgebäude zu sehen.

 


Richtfest und Gruppenfotos mit Bier. Auf dem oberen Bild erkennt man den Bauherrn Kurt Michelchen als zweiten Mann von rechts. Unten rechts im Bild wieder die hinteren Nebengebäude, die Zuschauerin unten könnte Elfriede Michelchen sein.

 




Richtfest mit Richtkrone, drei Gruppenfotos mit den neun Zimmerleuten / Bauhandwerkern jeweils mit Bierflasche. Gut erkennbar ist auf diesen Bildern die Dachkonstruktion als Pfettendach: Die Dachsparren liegen auf den Fußpfetten (Fußschwellen) auf und sind nicht direkt mit den Deckenbalken (Dachbalken) durch Zapfenkonstruktion verbunden, wie dies bei den älteren Sparrendach-Konstruktionen der Fall ist. Wie die Dachkonstruktion bei den alten Scheunen im Detail ausgeführt war, ist auf den Abrissfotos oben leider nicht zu erkennen.

 

Nach dem Richtfest, Blick von der Gartenseite. Das Scheunenfachwerk mit Dachstuhl ist gerichtet, das Richtfest vorüber, die Arbeiten werden fortgesetzt. Im Hintergrund links der Hof Hilbert, hinten rechts die Wirtschaftsgebäude zum Hof Michelchen.

 


Fertigstellung und Abschluss der Bauarbeiten. Die Scheune ist gerichtet, das Dach gedeckt, die Fassade mit Holzschalung bekleidet. Der Zimmermann arbeitet im Bereich unter der Traufe, er sitzt auf Bohlen, die auf Rüstböcken liegen. Zumindest im linken Bereich besteht die Wandverbretterung aus neuer stumpf gestoßener Schalung ohne Deckleisten. Im rechten Bereich scheinen alte Latten als Fassadenbekleidung zu dienen (oder Deckleisten auf den Fugen der Bretterschalung ?). Die Art der Dachdeckung ist auf dem Foto nicht zweifelsfrei erkennbar (eventuell Wellplatten ?) ‒ normale Dachziegel sind es jedenfalls nicht, die sieht man rechts auf dem Nebengebäude.

 


Umbau eines Stallgebäudes auf dem Hof Michelchen

Die folgenden drei Fotos zeigen Bauarbeiten an einem Stallgebäude auf dem Hof Michelchen, wohl ebenfalls 1958. Das Gebäude stand und steht noch heute an der hinteren linken Grundstücksgrenze (von der Straße aus betrachtet) zum Nachbargrundstück Klopsch. Unklar ist, ob es sich bei den Arbeiten um Abriss und Neubau handelte oder um Sanierung und Umbau / Erweiterung. Vermutlich wurden die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Abriss der beiden alten Scheunen und dem Neubau 1958 durch dieselbe Baufirma durchgeführt.

Auf den ersten beiden Fotos erkennt man im Vordergrund teils neue (moderne) Holzkonstruktionen aus neuen Hölzern (Streben, Pfetten, Zangen) mit teilweise geschraubten Holzverbindungen. Diese Verbindungstechnik war früher nicht üblich. Traditionelle Dachkonstruktionen wurden ausschließlich aus Holz errichtet, es gab keine Verbindungsmittel aus Metall (das war Ehrensache des Zimmermanns). Holzverbindungen erfolgten durch Verzapfung und Verblattung, die Sicherung der Verbindungen durch Holznägel (Holzstifte). Lediglich die Dachlatten wurden aufgenagelt mit geschmiedeten (und damit nichtrostenden) Nägeln. Die Nägel wurden durch den Nagelschmied hergestellt, ein eigener Berufszweig.

Da auf den Fotos auch Altholz in Verbindung mit neuen Hölzern zu sehen ist, kann man davon ausgehen, dass hier insgesamt eine Sanierung des alten Dachstuhls durchgeführt wurde, eventuell in Verbindung mit Umbau und Erweiterung (?). Das Dachwerk im Hintergrund besteht vollständig aus Altholz in alter Konstruktion, die vorderen Dachsparren sind am Firstpunkt geschädigt (verrottet). Eventuell war dieses Dach vor dem Umbau mit Stroh gedeckt. Auf dem untersten Foto entfernt ein Zimmermann offenbar verrottetes Altholz (Schwellen ?) im Bereich der Dachtraufe als Vorbereitung für den Einbau einer Ersatzschwelle. Vieles bleibt jedoch Interpretation und damit Spekulation, es gibt niemanden mehr, der diese Baumaßnahmen bewusst erlebt hat.







 




Quellen- und Literaturverzeichnis

Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite im weitesten Sinne. Das allgemeine Literaturverzeichnis zu Kuschkow und der Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite (Startseite, siehe hier: ).

Balke, Lotar: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald. Vom Wandel Lausitzer Volksarchitektur im 20. Jahrhundert. Schriften des Sorbischen Instituts. Domowina-Verlag Bautzen 1994. Ab Seite 94: Wesensmerkmale und Entwicklungstendenzen traditioneller ländlicher Bau- und Wohnweise bis 1945.

Bau-Polizei-Ordnung für das platte Land (1872). Separat-Abdruck aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Frankfurt a.O. Fünfte Auflage. Verlag der Königl. Hofbuchdruckerei Trowitzsch u. Sohn, Frankfurt a.O (1893). Enthält die Bau-Polizei-Ordnung für das platte Land der Provinz Brandenburg von 1872 für den Regierungsbezirk Frankfurt sowie Nachträge bzw. nachgeordnete Gesetze bis 1891. (Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz; siehe direkt hier: )

Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmaldatenbank, im Internet zu finden unter ns.gis-bldam-brandenburg.de/hida4web/search (siehe direkt hier: )

Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de (siehe direkt hier: ) mit Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann man sich als PDF-Dateien herunterladen.

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Erarbeitet 2002 von Birgit Martin als ABM-Leistung im Auftrag der Gemeinde Kuschkow. Umfangreiche Loseblattsammlung in einem Ordner, aufbewahrt und weiterverarbeitet zur gedruckten Chronik durch Familie Gerhard Scheibe 2003 (siehe nächste Position).

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur 675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003

Kaak, Heinrich: Geschichte des Dorfes in Brandenburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2010; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen Ausgaben ab 1913 (Stand Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und Umgebung, findet man auf der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476

Mahly, Werner: Baupolizeirecht, umfassend die im Lande Brandenburg geltenden Bauordnungen und die allgemein-gültigen Vorschriften über ländliche Siedlungsbauten, Lehmbau, Garagen, Bauarbeiterschutz und Baugebühren. Carl Heymanns Verlag Berlin 1948. Enthalten sind unter anderem mit Stand September 1947: die "Baupolizeiverordnung für das platte Land der Provinz Brandenburg", die "Bauordnungen für die Städte der Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt a.O.", "Baupolizeiliche Erleichterungen für Siedlungsbauten aus Anlaß der Bodenreform", die "Lehmbauverordnung", usw.

Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben. Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)

Schnöke, Volkmar: Brandenburger Bauernhöfe. Handbuch für Architekten und Bauherren. Teil 1 bis 1870 in drei Bänden (Teil 2 ab 1870 ist nicht mehr erschienen). Im Eigenverlag Volkmar Schnöke, Berlin 2004. Auch als PDF auf CD erhältlich.

Website "Fotografie und Architektur" (siehe hier: ) mit Fotos und Informationen zu historischen Gebäuden, Dörfern und Architekturobjekten; zur Dorfgeschichte in Brandenburg allgemein sowie in Kuschkow siehe dabei die Spezialseiten:
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 1, Kulturgut im ländlichen Siedlungsraum (siehe hier: )
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 2, Gebäude, Baugestaltung, Natur und Landschaft (siehe hier: )
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 4, Bauernhausarchitektur in Stichworten und Bildern (siehe hier: )
- Architekturfotos und einige Angaben zu Kuschkow (siehe hier: )
- Erwin Seemel: Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse im Amt Lübben um 1720 (siehe hier: )

Website "md museum-digital" (https://www.museum-digital.de, siehe direkt hier: ), eine nach Bundesländern, Regionen, Orten und Themen sortierte Plattform, auf der große und kleine Museen Informationen zu ihren Objekten veröffentlichen können, darunter auch Bild- und Fotosammlungen

Wegener, Fritz: Beiträge zur Chronik des Dorfes Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1927, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seiten 46-51 (siehe direkt hier: )

Wegener, Fritz: Die 600-Jahrfeier der Dorfgemeinde Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1929, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seite 44 (siehe direkt hier: ; der Name des Lehrers Wegener ist im Artikel falsch als "Wegner" angegeben)


 


 

 
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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 20.8.2026
 

   


 

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