| |
Urheberrecht
Alle auf dieser Seite verwendeten Fotos und Abbildungen sind
urheberrechtlich und nutzungsrechtlich geschützt.
Bildquellen und Rechteinhaber sind jeweils in den Bildunterschriften
oder im Fließtext angegeben, siehe Impressum.
|
 .jpg) 
Kuschkow am nördlichen Rand der Niederlausitz
Dies ist die private Website von Doris Rauscher,
aufgewachsen als Doris Jäzosch in Kuschkow, die ältere Tochter des Müllermeisters Manfred Jäzosch
und seiner Ehefrau Jutta Jäzosch, geborene Thiele. Großvater war der Kuschkower Schmied und spätere
Müllermeister Bernhard Jäzosch. Ziel der Website ist es, möglichst viele der noch existierenden
Dokumente, Fotos und Berichte mit ortsgeschichtlichem Bezug zu Kuschkow der Öffentlichkeit
vorzustellen. Die Website versteht sich als persönliche Familien- und Heimatseite und gleichzeitig
als sachliches Informationsangebot und digitales Archiv zur Dorfgeschichte. Die Bearbeitung der
Website mit allen Unterseiten erfolgt gemeinsam durch Doris &
Norbert Rauscher.
Oben sehen Sie drei verkleinerte Fotos, die weiter unten bzw. auf der vorangegangenen Seite
größer gezeigt und näher erläutert werden. Die Inhalte dieser Website mit allen Unterseiten
werden nach bestem Wissen regelmäßig aktualisiert und erweitert, je nach zur Verfügung
stehenden Dokumenten und Erkenntnissen. Anregungen, Korrekturen und sonstige Hinweise
werden gern entgegengenommen und eingearbeitet, Kontaktdaten siehe ganz unten.
Hinweis: Diese Website und ihre Unterseiten sind optimiert für Desktop-PC
und Notebook bzw. Laptop, nicht jedoch für Tablet und Smartphone, dort kommt es leider zu
Fehldarstellungen.
|
|
|
|
Seitenübersicht
►
Startseite Kuschkow-Historie
‒ Das Dorf Kuschkow und seine Geschichte in Bildern und Texten
►
Siedlung, Haus und Hof in Kuschkow
‒ Siedlungs- und Baugeschichte von Dorf, Höfen und Häusern
►
Die Kuschkower Mühle
‒ Mühlengeschichte und die Müllerfamilien Wolff / Jäzosch
►
Die Schmiede der Familie Jäzosch
‒ Geschichte einer Dorfschmiede mit ihren Familien ab 1435
►
Jutta Jäzosch, geborene Thiele
‒ Familiengeschichte Thiele mit Flucht, Vertreibung und Neubeginn
►
Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 1
‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz
►
Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 2
‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz
►
Die Dorfschule in Kuschkow
‒ Schulgebäude, Dorflehrer und Schulkinder in Bildern und Texten
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 1.1 ‒ 1891 bis 1924 ‒ Seiten 0 bis 77
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 1.2 ‒ 1924 bis 1929 ‒ Seiten 78 bis 111
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 1.3 ‒ 1929 bis 1947 ‒ Seiten 112 bis 148, Beilagen
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teile 2 und 3 ‒ 1947 bis 1953
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 4 ‒ 1953 / 1960 bis 1968 ‒ Meine eigene Schulzeit
►
Klassenbücher aus der Dorfschule in
Kuschkow ‒ Jahrgänge 1950/1951 und 1954/1955
►
Klassenbuch aus der Dorfschule in
Kuschkow ‒ Jahrgang 1958/1959
►
Die Lehrerin Luise Michelchen
‒ Ein 107-jähriges Leben in Berlin-Charlottenburg und Kuschkow
►
Die Kuschkower Feuerwehr
‒ Dorfbrände, Feuerwehrgeschichte und Feuerwehrleute
►
Historische topographische Karten
‒ Kuschkow und die Niederlausitz auf Landkarten ab 1687
►
Separationskarten und Flurnamen
‒ Vermessung und Flurneuordnung in der Gemarkung 1842
►
Separationsrezess ‒ Teil 1
‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842
►
Separationsrezess ‒ Teil 2
‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842
►
Separationsrezess ‒ Teil 3
‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842
►
Handel, Handwerk und Gewerbe
‒ Informationen zum früheren Wirtschaftsleben in Kuschkow
►
Scheunenbau auf dem Hof Görzig-Michelchen
‒ Zimmermannsarbeit und Fachwerkbau um 1958
►
Scheunenbau auf dem Hof Görzig-Michelchen
‒ Digitales Fachwerkmodell der neuen Hofscheune
►
Der Friedhof in Kuschkow
‒ Friedhofsgeschichte, Grabstätten und Grabsteine
►
Verschiedenes ‒ Teil 1.1
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit vor 1945
►
Verschiedenes ‒ Teil 1.2
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit um 1940 bis 1960
►
Verschiedenes ‒ Teil 2.1
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit um 1950 bis 1965
►
Verschiedenes ‒ Teil 2.2
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit nach 1960
►
Reiten und Reiter in Kuschkow
‒ Reitfeste, Reiterspiele und Brauchtum mit Pferden
►
Historische Ortsansichten ‒ Teil 1
‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz
►
Historische Ortsansichten ‒ Teil 2
‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz
|
|
Rekonstruktion des Scheunenbaus auf dem Hof Michelchen
Auf der vorangegangenen Seite wurde eine fast lückenlose fotografische Dokumentation
zum Aufbaus der Fachwerkscheune 1958 auf dem Hof Michelchen in der Dorfstraße
gezeigt. Bilddokumente dieser Art aus dieser Zeit sind nicht nur äußerst selten
und schon deshalb besonders wertvoll. Sie erlauben es auch, sich näher mit
der Fachwerkkonstruktion zu befassen und den Aufbau des Fachwerks am
Computer digital zu rekonstruieren. Aus baufachlicher Sicht besonders
interessant ist dabei die Tatsache, dass der Aufbau in verschiedenen
Phasen fotografiert wurde und somit die Konstruktion auch im Detail
Schritt für Schritt nachvollzogen und dargestellt werden kann. Genau das
erfolgt hier auf dieser Webseite. Angaben zum baugeschichtlichen und
familiären Hintergrund gibt es auf der vorangegangenen Seite.
Gezeigt wird nur die reine Fachwerkskelett-Konstruktion als Zimmermannsarbeit,
ohne die abschließende Bretterverschalung der Gebäudehülle und ohne Dachdeckung.
Die zumeist kleinen originalen Papierfotos sind überwiegend nur in schlechter
Qualität und stark vergilbt erhalten, teilweise auch unscharf. Dennoch
konnten sie bei sorgfältiger Auswertung sehr gut als Grundlage für eine
digitale Rekonstruktion verwendet werden. Alle Fotos stammen aus dem
Familienarchiv von Arno Michelchen aus Kuschkow, Sohn der Landwirte und
Scheunen-Bauherrschaft Kurt und Elfriede Michelchen. Fotograf für alle Bilder
im Jahr 1958 war Werner Wilke, der "Dorffotograf" von Kuschkow.
Zum Zeitpunkt des Scheunenbaus im Frühjahr 1958 galt im ehemaligen Land
Brandenburg noch die "Baupolizeiverordnung für das platte Land der
Provinz Brandenburg" vom 1. März 1937 ‒ aber nur formalrechtlich.
Das Land Brandenburg war inzwischen aufgelöst, Kuschkow gehörte seit 1952
zum DDR-Bezirk Cottbus, Kreis Lübben (weitere Angaben dazu siehe auf der
Startseite). Mit der "Verordnung über die Neuregelung
verfahrensrechtlicher und bautechnischer Bestimmungen im Bauwesen"
vom 6. Juni 1957 traten "alle vor dem 1. August 1957 erlassenen
verfahrensrechtlichen und bautechnischen Bestimmungen im Bauwesen außer
Kraft" (§ 2 Abs. 2). Erst am 2. Oktober 1958 trat jedoch die neue
"Deutsche Bauordnung (DBO)" für das Gebiet der DDR und
Ost-Berlin in Kraft. Genau in diesem Übergangszeitraum wurde die
Scheune auf dem Hof Michelchen errichtet. Man fragt sich heute, auf
welcher gesetzlichen Grundlage dieser Bau eigentlich genehmigt wurde,
denn genehmigungspflichtig war er auf jeden Fall. Beide Verordnungen
findet man zusammen in einem Dokument unten im Literaturverzeichnis.
Die nächsten beiden Fotos wurden bereits auf der vorangegangenen Seite
gezeigt und erläutert, zwei Fotos von 1958 jeweils von der Gartenseite,
zuerst kurz vor dem Richtfest, das zweite Bild nach dem Richtfest.
Danach folgt das digitale Scheunenmodell, das nach diesen Fotos
konstruiert wurde. Die digitale Rekonstruktion am PC wurde mit der
CAD-Software Allplan von Nemetschek erstellt, die Bildbearbeitung
der Fotos mit Photoshop von Adobe; ©
Diplom-Architekt Norbert Rauscher, Glienicke/Nordbahn.
.jpg)
.jpg)
Es folgt das digitale Gesamtmodell des Scheunenfachwerks im
Vergleich mit den beiden historischen Fotografien oben. Zu sehen ist ein einfach
verriegelter Fachwerkbau auf Sockelmauerwerk mit Langstreben (Schwelle-Rähm-Streben),
drei sehr großen Tordurchfahrten bzw. Toreinfahrten und Satteldach als
Pfettendach-Konstruktion auf doppelt stehendem Stuhl. Auf den danach folgenden
Bildern werden die einzelnen Arbeitsstufen beim Aufbau des Fachwerks Schritt
für Schritt erläutert.

Für die digitale Bearbeitung wurde kein Aufmaß des originalen Bauwerks
durchgeführt. Die Rekonstruktion erfolgte ausschließlich durch Auswertung
der Fotos. Die Gesamt-Grundrissmaße der Scheune findet man ziemlich genau
beim "Brandenburg-Viewer" des Landesvermessungsamtes Brandenburg
im Internet (https://bb-viewer.geobasis-bb.de/). Die Grundfläche des Gebäudes
ohne Dachüberstände beträgt demnach etwa 20 m x 10 m = 200 m². Diese
Maße wurden als Basismaße angesetzt, daraus konnten Teilungsmaße ermittelt
werden. Weiterhin wurden für die Erstellung des digitalen Scheunen-Modells
folgende Holzquerschnitte angenommen (Angaben bei liegenden Hölzern jeweils
in Breite x Höhe):
- Grundschwellen: 20 x 16 cm
- Wandständer, Stuhlständer: 20 x 20 cm
- Rähme, Torbalken, Sparrenschwellen, Mittelpfetten Dach: 20 x 22 cm
- Riegel, Langstreben: 20 x 16 cm
- Deckenbalken (Bundbalken): 20 x 22 cm
- Leichte Deckenbalken auf den Bundbalken: 14 x 22 cm
- Sparren, Spannriegel (Stuhlbalken), Stuhlstreben: 14 x 18 cm
- Kopfstreben für Stuhlständer: 16 x 16 cm
- Zangen für Langstreben und Dachsparren: 8 x 16 cm
Sowohl die Gesamtproportionen der digitalen Scheune als auch die
Detailmaße sind nur annähernd identisch mit dem originalen Bauwerk.
Die Maße wurden teilweise durch Vergleiche mit Bezugsgrößen (Personengröße,
Köpfe, Handflächen, usw.) ermittelt sowie als pauschale Teilungsgrößen aus den
Gesamt-Grundrissmaßen abgeleitet (fünf Bundwerke zu je 4,00 Meter = 20,00 Meter
Gesamtlänge). Beim Originalgebäude sind wohl die Torfelder etwas breiter
als die äußeren Fachwerkfelder. Außerdem wurden Angaben aus der zeitgenössischen
Fachliteratur herangezogen. Alle Maßangaben können daher nur als Orientierung
dienen und keinesfalls ohne statisch-konstruktive Prüfung für ein reales
Bauvorhaben übernommen werden. Den Fotos aus der Bauzeit ist auch zu
entnehmen, dass es sogar bei den Hölzern innerhalb einer Gattung offenbar
stärkere Schwankungen gab. Bauholz war Mangelware, möglichst alles wurde
verwendet.
Im Folgenden wird schematisch der Bauablauf in einzelnen Arbeitsstufen
gezeigt; wie und in welcher Reihenfolge im wirklichen Leben gebaut wurde,
ist auf der vorangegangenen Fotoseite zu sehen:

(1) Das Sockelmauerwerk für den Scheunen-Fachwerkbau,
bestehend aus Naturstein-Bruchstein mit einer Deckschicht aus flach vermauerten
Ziegeln, wurde errichtet. Unter diesem sichtbaren Sockelmauerwerk befindet sich
das Fundamentmauerwerk, vermutlich ebenfalls aus Naturstein (Bruchstein oder
Feldstein). Auf dem Sockel wurden die Grundschwellen
(Sockelschwellen) für das Fachwerk verlegt (und verankert ?). Auf diesen
Grundschwellen stehen die Fachwerkständer (Wandständer und
Torständer). Die vier mittleren Torständer bestehen jeweils
aus drei miteinander verbundenen Einzelständern. Auf den Fotos der vorangegangenen
Seite ist gut zu sehen, wie in dieser frühen Bauphase bei der Montage der ersten
Hölzer Hilfskonstruktionen (Bretter, Latten) zur zeitweiligen Stabilisierung
eingesetzt wurden.

(2) Die Riegel und Langstreben
zur Stabilisierung des Fachwerks wurden eingebaut. Auf den kurzen und
nach innen gerichteten Grundschwellen der Torständer stehen bereits
Langstreben für die Binderbalken. Diese Streben sind mittels Zangen mit
den Torständern verbunden. Die Sicherung der Zangenverbindung erfolgte
durch Schraubbolzen.

(3) Über den Torständern für die Durchfahrtstore wurden die
langen Torbalken (Sturzbalken) montiert, die als Verstärkung
dienen für die darüber liegenden Rähme über den etwa vier Meter breiten Toröffnungen.
Aus mehreren Fotos auf der vorangegangenen Seite geht hervor, dass die Torbalken
nicht aus einem Stück bestehen sondern mindestens einmal gestoßen sind.

(4) Die giebelseitigen und die traufseitigen
Rähme (Rahmenhölzer) über den Torbalken sind
aufgesetzt. Damit ist das Fachwerk der Außenwände umlaufend
fertig abgebunden und ausgesteift.

(5) Die Deckenbalken wurden verlegt.
Über der mittleren Durchfahrt befindet sich eine schwere Balkenlage
mit Wechselbalken, so dass in der Mitte eine Öffnung verbleibt für
den Aufstieg in den Dachraum. In die beiden Wechselbalken binden
jeweils zwei Stichbalken ein. Insgesamt existieren vier schwere
Binderbalken jeweils über den Bundständern (erkennbar an den mit
Zangen verbundenen inneren Langstreben). Auf diesen Hauptbalken
liegt auf beiden Seiten jeweils eine um 90° versetzte leichte
Balkenlage aus jeweils vier Balken im Format etwa 14 x 22 cm. Beide
leichten Balkenlagen wurden offenbar später oder schon unmittelbar nach
der Baufertigstellung (?) wieder ausgebaut, heute existieren sie nicht
mehr. Auf den Fotos von 1958 kann man sie jedoch sehen, auf diesen
Balken hatten die Zimmerleute Bohlen aufgelegt als begehbare
Arbeitsfläche.

(6) Der Dachstuhl ist teilweise aufgerichtet. Die
Stuhlständer (Stuhlsäulen) stehen auf den Bundbalken. Jedes Ständerpaar
ist vorerst nur in Querrichtung stabilisiert durch lange Stuhlstreben
(Langstreben, lange Fußstreben) und waagerechte Spannriegel (Stuhlbalken), es
existiert noch keine Längsaussteifung des Dachtragwerks.

(7) An den Stuhlständern wurden Kopfstreben
(Kopfbänder) montiert, welche später mit den Mittelpfetten des Dachwerks
verbunden werden.

(8) Die Mittelpfetten sind aufgesetzt und
mit den Kopfstreben der Stuhlständer verbunden. Erst jetzt ist das Dachtragwerk
auch in Längsrichtung ausgesteift und stabil.

(9) Die Dachsparren sind aufgesetzt und
mit den Sparrenschwellen (Fußpfetten) und den Mittelpfetten verbunden; die
Sicherung erfolgt durch sehr lange Sparrennägel (Zimmermannsnägel). Die
Sparrenpaare über den Bundbalken und Stuhlständern sind jeweils durch
Sparrenzangen miteinander verbunden und vermutlich
durch Schraubbolzen gesichert; diese Sparrenpaare werden
Bindersparren genannt. Am Firstpunkt ist jedes
Sparrenpaar durch Verblattung oder Scherzapfen miteinander
verbunden, die Verblattung bzw. Verzapfung wurde durch Holznägel
(Holzstifte) gesichert. Das Dachsystem ist jetzt komplett, die
Arbeit der Zimmerleute vorerst abgeschlossen. Das Dachwerk ist
aufgerichtet und abgebunden, das Richtfest kann beginnen.


(10) Das fertige Scheunenmodell als
Zimmermannsarbeit auf Sockelmauerwerk in zwei Ansichten.
Es folgt noch einmal die Dachkonstruktion (das Dachwerk)
separat in drei Arbeitsstufen zur Erläuterung der Fachsprache für diesen
Teil des Gebäudes. Allgemein wird umgangssprachlich das gesamte Dachwerk als
"Dachstuhl" bezeichnet ‒ dies ist jedoch aus baufachlicher
Sicht nicht korrekt. Die folgenden Bilder zeigen die Unterschiede:

Der Dachstuhl (von > Stuhl > Gestell > stehen) besteht
aus den Stuhlständern mit kurzen Kopfstreben,
langen Fußstreben (Langstreben), Spannriegeln
(Stuhlbalken, quer zwischen je zwei Ständern) und Mittelpfetten
(in Längsrichtung durchlaufend). Nur dieses System wird korrekt als Dachstuhl
bezeichnet, es ist in sich stabil und ausgesteift in Längsrichtung und
Querrichtung. Weil hier zwei Ständerreihen existieren, wird von einem
doppelt stehenden Stuhl gesprochen. Es gibt auch
Dachstuhlvarianten ohne lange Fußstreben, die Queraussteifung wird dann von
Kopfstreben zwischen den Ständern und Spannriegeln (Stuhlbalken) übernommen.
Die Bezeichnungen "längs" und "quer" nehmen beim Hausbau
immer Bezug auf den Dachfirst. Im Normalfall zeigt der First die Längsrichtung
eines Gebäudes an.

Das Dach der Pfettendach-Konstruktion besteht aus den
Dachsparren, die auf den Fußpfetten
(Sparrenschwellen) und den Mittelpfetten aufliegen. Die
Sparrenpaare über den Bundbalken und Bundständern sind jeweils durch
waagerecht verlaufende Sparrenzangen miteinander
verbunden, zwischen diesen gebundenen Sparrenpaaren (Bindersparren,
Bundsparren) liegen jeweils drei Sparrenpaare ohne Abbund
(Leersparren). Am Firstpunkt ist jedes Sparrenpaar
durch Verblattung (oder Scherzapfen) miteinander verbunden. Die Achsabstände zwischen den
Sparren betragen ca. 1,00 m, zwischen den Bindersparren ca. 4,00 m.
Im Gegensatz zum Dachstuhl sind die Dachsparren kein Bestandteil der
tragenden Konstruktion, sie tragen nur sich selbst sowie die Dachhaut
darüber (Dachschalung, Dachlattung, Dachdeckung).

Das Dachwerk (die Dachkonstruktion) ist komplett, die
Arbeit der Zimmerleute ist abgeschlossen. Das Verlegen der Dachlatten
(und eventuell die Montage von Ortbrettern an den Giebelkanten, usw.)
ist nicht mehr Arbeit der Zimmerleute, sie wird von den Dachdeckern
erledigt. Vorher kommen noch die Dachklempner und montieren alle
Blechteile (Dachrinnen, Fallrohre, usw.). Wenn das Dach fertig
eingedeckt ist, entsteht ein abgeschlossener Raum unter der Dachdeckung,
der Dachraum.
Das Verlegen einer vollflächigen Dachschalung (Bretterschalung) auf
den Sparren wäre allerdings noch eine Zimmermannsarbeit. Auch das
Verlegen einer Dielung auf den Deckenbalken zur Schaffung eines
begehbaren Dachraums sowie das Aufbringen einer Fassaden-Verbretterung
gehören zu den Zimmermannsarbeiten, ebenso der Bau der großen Scheunentore.

|
|
Quellen- und Literaturverzeichnis
Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite im
weitesten Sinne. Das allgemeine Literaturverzeichnis zu Kuschkow und der
Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite
(Startseite, siehe hier:
►).
Ahnert, Rudolf und Krause, Karl Heinz
unter Mitarbeit von Ernst Maier und Willi Mönck: Typische
Baukonstruktionen von 1860 bis 1960 zur Beurteilung der
vorhandenen Bausubstanz, Band 1: Gründungen, Wände, Decken,
Dachtragwerke; Verlag für Bauwesen / Bauverlag, Wiesbaden und Berlin
1991 (insgesamt 2 Bände, neu in 3 Bänden 2001)
Balke, Lotar: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald. Vom Wandel Lausitzer Volksarchitektur im
20. Jahrhundert. Schriften des Sorbischen Instituts. Domowina-Verlag Bautzen 1994. Ab Seite 94: Wesensmerkmale
und Entwicklungstendenzen traditioneller ländlicher Bau- und Wohnweise bis 1945.
Bau-Polizei-Ordnung für das platte Land (1872). Separat-Abdruck aus dem Amtsblatt der Königlichen
Regierung zu Frankfurt a.O. Fünfte Auflage. Verlag der Königl. Hofbuchdruckerei Trowitzsch u. Sohn, Frankfurt a.O (1893).
Enthält die Bau-Polizei-Ordnung für das platte Land der Provinz Brandenburg von 1872 für den Regierungsbezirk Frankfurt
sowie Nachträge bzw. nachgeordnete Gesetze bis 1891. (Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer
Kulturbesitz; siehe direkt hier:
►)
Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de
(siehe direkt hier: ►) mit
Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele
der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann
man sich als PDF-Dateien herunterladen.
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Erarbeitet 2002 von Birgit Martin als ABM-Leistung im Auftrag
der Gemeinde Kuschkow. Umfangreiche Loseblattsammlung in einem Ordner, aufbewahrt und weiterverarbeitet zur
gedruckten Chronik durch Familie Gerhard Scheibe 2003 (siehe nächste Position).
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur
675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003
Deutsche Bauordnung vom 2. Oktober 1958 für das Gebiet der DDR und
Ost-Berlin. Veröffentlicht als Gesetzblatt der DDR, Sonderdruck Nr. 287 vom 15. Dezember 1958 (siehe
direkt hier: ►).
Quelle: https://www.kibou.de/gozer/gbl-sdr/index.html (abgerufen am 10.9.2026)
Engel, Friedrich und Thaer, A. P.: Handbuch des gesammten landwirthschaftlichen
Bauwesens, mit Einschluß der Gebäude für landwirthschaftliche Gewerbe, für praktische Landwirthe
und Baumeister, ... Verlag von E. Roeder, Wriezen a. O. Erster Band 1852, zweiter Band 1853. Digitalisiert
vom Münchener DigitalisierungsZentrum der Bayerischen Staatsbibliothek. Scheunen äußerst ausführlich in
Band 1 ab Seite 254, Herstellung von Fußböden in Scheunen ab Seite 270. Die Bildtafeln zu beiden Bänden
findet man im Anhang zu Band 2 (Scheunen siehe direkt hier:
► ‒ dort weiterblättern).
Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen Ausgaben ab 1913 (Stand
Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und
Umgebung, findet man auf der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter
https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476
Mahly, Werner: Baupolizeirecht, umfassend die im Lande Brandenburg geltenden Bauordnungen und die allgemein-gültigen
Vorschriften über ländliche Siedlungsbauten, Lehmbau, Garagen, Bauarbeiterschutz und Baugebühren. Carl Heymanns Verlag Berlin 1948.
Enthalten sind unter anderem mit Stand September 1947: die "Baupolizeiverordnung für das platte Land der Provinz Brandenburg",
die "Bauordnungen für die Städte der Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt a.O.", "Baupolizeiliche Erleichterungen für
Siedlungsbauten aus Anlaß der Bodenreform", die "Lehmbauverordnung", usw.
Ministerial-Blatt für die gesammte innere Verwaltung in den Königlich Preußischen Staaten. Herausgegeben im Bureau
des Ministeriums des Innern. 9ter Jahrgang 1848. Im Verlage des Königlichen Zeitungs-Komtoirs, Berlin 1848. Darin enthalten:
"Bau-Polizei-Ordnung für das platte Land der Provinz Brandenburg und der Kreise Dramburg und Schievelbein"
sowie "Feuer- und Lösch-Ordnung für das platte Land der Provinz Brandenburg und der Kreise Dramburg und
Schievelbein". Beides bekanntgemacht im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Dezember 1847
(digitalisiert unter anderem von Google)
Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben.
Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)
Schmidt, Klaus Wolfgang: Die Entwicklung der Scheunenarchitektur in Brandenburg und Berlin.
Quererschlossene Fachwerkscheunen nach dem 30-jährigen Krieg bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Dissertation,
Berlin 2008 (die Publikation ist als PDF-Datei im Internet zu finden unter
https://depositonce.tu-berlin.de/items/278f9f56-16b4-4fed-b7a6-cf7211294163); zur Bohlenausfachung
siehe Seite 132
Schnöke, Volkmar: Brandenburger Bauernhöfe. Handbuch für Architekten und Bauherren.
Teil 1 bis 1870 in drei Bänden (Teil 2 ab 1870 ist nicht mehr erschienen). Im Eigenverlag Volkmar Schnöke,
Berlin 2004. Auch als PDF auf CD erhältlich.
Website "Fotografie und Architektur" (siehe hier:
►) mit Fotos
und Informationen zu historischen Gebäuden, Dörfern und Architekturobjekten; zur Dorfgeschichte in
Brandenburg allgemein sowie in Kuschkow siehe dabei die Spezialseiten:
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 1, Kulturgut im ländlichen Siedlungsraum (siehe hier:
►)
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 2, Gebäude, Baugestaltung, Natur und Landschaft (siehe hier:
►)
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 4, Bauernhausarchitektur in Stichworten und Bildern (siehe hier:
►)
- Architekturfotos und einige Angaben zu Kuschkow (siehe hier:
►)
- Erwin Seemel: Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse im Amt Lübben um 1720 (siehe hier:
►)
Werner, Eberhard: Bauen in Holz und Stein. VEB Verlag
Technik, Berlin 1953. Das Buch bietet einen ausgezeichneten Überblick
über den zu dieser Zeit noch gesamtdeutschen Stand der Bautechnik und
Normung (DIN) mit mehr als 1000 Handzeichnungen und Register auf 308
Seiten im A4-Format. Die TGL als staatliche Standards für das Gebiet
der DDR wurden erst ab 1955 eingeführt (gemäß Verordnung vom 30.9.1954).
|
|
|
Seitenübersicht
►
Startseite Kuschkow-Historie
‒ Das Dorf Kuschkow und seine Geschichte in Bildern und Texten
►
Siedlung, Haus und Hof in Kuschkow
‒ Siedlungs- und Baugeschichte von Dorf, Höfen und Häusern
►
Die Kuschkower Mühle
‒ Mühlengeschichte und die Müllerfamilien Wolff / Jäzosch
►
Die Schmiede der Familie Jäzosch
‒ Geschichte einer Dorfschmiede mit ihren Familien ab 1435
►
Jutta Jäzosch, geborene Thiele
‒ Familiengeschichte Thiele mit Flucht, Vertreibung und Neubeginn
►
Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 1
‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz
►
Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 2
‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz
►
Die Dorfschule in Kuschkow
‒ Schulgebäude, Dorflehrer und Schulkinder in Bildern und Texten
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 1.1 ‒ 1891 bis 1924 ‒ Seiten 0 bis 77
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 1.2 ‒ 1924 bis 1929 ‒ Seiten 78 bis 111
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 1.3 ‒ 1929 bis 1947 ‒ Seiten 112 bis 148, Beilagen
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teile 2 und 3 ‒ 1947 bis 1953
►
Schulchronik der Gemeinde Kuschkow
‒ Teil 4 ‒ 1953 / 1960 bis 1968 ‒ Meine eigene Schulzeit
►
Klassenbücher aus der Dorfschule in
Kuschkow ‒ Jahrgänge 1950/1951 und 1954/1955
►
Klassenbuch aus der Dorfschule in
Kuschkow ‒ Jahrgang 1958/1959
►
Die Lehrerin Luise Michelchen
‒ Ein 107-jähriges Leben in Berlin-Charlottenburg und Kuschkow
►
Die Kuschkower Feuerwehr
‒ Dorfbrände, Feuerwehrgeschichte und Feuerwehrleute
►
Historische topographische Karten
‒ Kuschkow und die Niederlausitz auf Landkarten ab 1687
►
Separationskarten und Flurnamen
‒ Vermessung und Flurneuordnung in der Gemarkung 1842
►
Separationsrezess ‒ Teil 1
‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842
►
Separationsrezess ‒ Teil 2
‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842
►
Separationsrezess ‒ Teil 3
‒ Rezess über die Gemeinheitsteilung der Feldmark Kuschkow ab 1842
►
Handel, Handwerk und Gewerbe
‒ Informationen zum früheren Wirtschaftsleben in Kuschkow
►
Scheunenbau auf dem Hof Görzig-Michelchen
‒ Zimmermannsarbeit und Fachwerkbau um 1958
►
Scheunenbau auf dem Hof Görzig-Michelchen
‒ Digitales Fachwerkmodell der neuen Hofscheune
►
Der Friedhof in Kuschkow
‒ Friedhofsgeschichte, Grabstätten und Grabsteine
►
Verschiedenes ‒ Teil 1.1
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit vor 1945
►
Verschiedenes ‒ Teil 1.2
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit um 1940 bis 1960
►
Verschiedenes ‒ Teil 2.1
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit um 1950 bis 1965
►
Verschiedenes ‒ Teil 2.2
‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit nach 1960
►
Reiten und Reiter in Kuschkow
‒ Reitfeste, Reiterspiele und Brauchtum mit Pferden
►
Historische Ortsansichten ‒ Teil 1
‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz
►
Historische Ortsansichten ‒ Teil 2
‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz
|