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Die Kuschkower Dorfschule und ihre Kinder
Auch dieses Thema behandelt die "Chronik der Gemeinde Kuschkow"
(siehe unten) sehr
ausführlich auf den Seiten 48-53, war doch der Autor Gerhard Scheibe, mein ehemaliger Chemie-
und Physiklehrer, selbst Lehrer an der Kuschkower Schule. Er hatte auch mit seiner Ehefrau
Walli Scheibe die Redaktion sowie teilweise die inhaltliche Bearbeitung dieser Chronik zur
675-Jahrfeier 2003 übernommen, wie auch für die vorangegangene Broschüre "Beiträge zur
Geschichte der Gemeinde Kuschkow" (siehe ebenfalls unten) anlässlich der 650-Jahrfeier 1978.
Die Dorfschule als Elementarschule
Die Dorfschule Kuschkow war eine Zwei-Klassen-Dorfschule im
Halbtagsbetrieb für insgesamt acht Jahrgänge, die alle zusammen
gleichzeitig von einem Lehrer in einem Schulzimmer unterrichtet
wurden. Dabei bestand die Klasse II aus den Jahrgängen 1 bis 4
("Die Kleinen") und die Klasse I aus den Jahrgängen
5 bis 8 ("Die Großen", sinngemäß die Primaner). Damals
erfolgte die Zählung der Klassen von oben nach unten. Die Aufteilung
der Schüler auf zwei Klassen hatte organisatorische Gründe, de facto
handelte es sich um eine Einklassenschule, weil
alle Kinder in nur einem Unterrichtsraum (Klassenzimmer) unterrichtet
wurden. Dieses Unterrichtssystem war damals vergleichbar in fast
allen Dörfern auch außerhalb von Brandenburg zu finden. Die achtjährige
allgemeine Schulpflicht wurde in Preußen 1763 unter Friedrich II.
eingeführt (Königlich-Preußisches General-Land-Schul-Reglement,
siehe Literaturverzeichnis unten), in der ehemals sächsischen
Niederlausitz wurde dieses Reglement nach 1815 übernommen. Im
preußischen Regulativ von 1854 wurde dieser Schultyp als
"Einklassige Elementarschule" bezeichnet.
In dem 1851 errichteten Schulhaus in der damaligen
Dorfstraße, seit 1961 Kirchstraße, befand sich auch die Lehrerwohnung.
Bis heute unfassbar ist der Umstand, dass acht Jahrgänge gleichzeitig
von nur einem Lehrer unterrichtet und beaufsichtigt wurden, anfangs
ohne Hilfslehrerin bzw. Hilfslehrer. Zu Beginn der Schulchronik im Jahr
1891 waren das insgesamt 126 Kinder, die auf den Bänken im Schulzimmer
Platz finden mussten. Auf der Grundriss-Skizze zur Lehrerwohnung (siehe unten)
wurden nachträglich mit Bleistift die Maße des Schulzimmers eingetragen:
8,55 x 6,35 = 54,29 qm. Die auf den Fotos weiter unten abgebildete Ehefrau
des Lehrers Johannes Klintzsch hat offenbar inoffiziell und unentgeltlich
als Hilfslehrerin für ihren Mann mitgewirkt. Nach dem Reglement von 1763
durfte die Frau des Lehrers ihm "bey den Kleinen" helfen, wenn
die Menge der Kinder dies erforderte. Erst 1933 wurde der Dorfschule in
Kuschkow offiziell ein Hilfslehrer zugeteilt, die Lehrerwohnung später
zeitweise freigezogen und ebenfalls für den Unterricht genutzt. Nach dem
Krieg gab es eine dritte Lehrerstelle in nunmehr zwei Schulräumen im
Erdgeschoss, oben wohnte wieder ein Lehrer. Die weitere Entwicklung
wird in den Bänden der Schulchronik auf den folgenden Webseiten
beschrieben.
Im Jahr 1891, zu Beginn der Amtszeit des Lehrers Johannes Klintzsch und seiner
Schulchronik, galten für das Dorfschulwesen in Preußen folgende grundsätzlichen
Gesetze und Vorschriften; siehe dazu unten das Literaturverzeichnis mit
Verlinkungen zu den Texten sowie die Angaben bei Schneider 1925 mit allen
sonstigen Verordnungen und Reglements seit 1827:
- Königlich-Preußisches General-Land-Schul-Reglement
von 1763;
- Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR)
von 1794,
Teil 2, Titel 12, §§ 12-53 "Von gemeinen Schulen";
- Verordnung über den Schulbesuch. Verordnung der
Regierung zu Frankfurt a. d. Oder vom 24. März 1853
- Preußisches Regulativ vom 3. October 1854 über die
Grundzüge, betreffend Einrichtung und Unterricht der evangelischen
- einklassigen Elementarschule.
Zu dieser Rechtslage erschien 1861 ein ausführlicher Kommentarband von
O. Ebmeyer: Die Rechtsverhältnisse der Preußischen Elementarschule und
ihres Lehrers (im Literaturverzeichnis unten verlinkt). Vorschriften
aus älteren Gesetzen wurden ganz oder teilweise in die jeweils jüngere
Gesetzgebung übernommen. Hinzu kam speziell für die Niederlausitz die
im nächsten Abschnitt behandelte sächsische Churfürstliche
Konsistorial-Verordnung von 1790.
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Die Dorfschule Kuschkow, heute Kirchstraße 5,
damals noch Dorfstraße, im Zustand um 1930 auf einer Ansichtspostkarte,
vorn bezeichnet mit "Kuschkow (Unterspreewald) Schule" und rückseitig mit
"Verlag Walter Birth, Berlin N 65, Sprengelstraße 40". Über dem Eingang
des 1851 errichteten Gebäudes befand sich zu dieser Zeit die Losung "Schulzeit
ist Saatzeit", angebracht während der Herbstferien 1928 nach dem Neuverputz
der Fassade (siehe Schulchronik). Das Foto ist wohl kurz nach dieser Renovierung
entstanden (Bildquelle: © Museum Schloss Lübben,
Museumsarchiv, mit freundlicher Genehmigung fotografiert von Doris Rauscher am 18.11.2024).
Ein traditionelles Gebäude mit Satteldach und symmetrisch gegliederter Fassade, alle
Fenster noch in der ursprünglichen mittigen Teilung als Kreuzstockfenster, beidseitig
neben dem Eingang jeweils aus gestalterischen Gründen ein Blindfenster. Im linken
Gebäudeteil befand sich unten das große Schulzimmer, rechts vom Eingang die Lehrerwohnung,
später wurde im ehemaligen Wohnraum des Lehrers ebenfalls unterrichtet. In der
Nachkriegszeit war die Lehrerwohnung reduziert auf die Räume im Dachgeschoss.
Das folgende Foto aus dem Familienarchiv Jäzosch zeigt das Schulhaus im
Zustand um 1957, jetzt über dem Eingang bezeichnet mit
"Grundschule Kuschkow". Zu dieser Zeit war die ursprüngliche
Fledermausgaube über dem Eingang bereits durch eine größere Schleppgaube
ersetzt, die Fenster im Dachgiebel waren verändert, die Dachfläche im
Zusammenhang mit dem Gaubenumbau neu gedeckt. Die alte und ursprüngliche
Fledermausgaube ist auf der Postkarte oben sowie unten auf dem Schulbild
von 1938 zu sehen. Dasselbe Bild im größeren Format sehen Sie auf der
Startseite mit zusätzlichen Angaben. Danach ein Ausschnitt aus der
Grundriss-Skizze zur Dienstwohnung des Lehrers Wegener, entstanden
wohl um 1922 zu seinem Dienstbeginn (um eine Vergrößerung der
Zeichnung zu sehen, klicken Sie hier:
►).
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Diese Grundrisszeichnung ist dem ersten Band der Schulchronik entnommen,
sie wurde dort als loses Blatt eingelegt und ist durch sorgfältige
Behandlung erhalten geblieben. Weitere Angaben dazu finden Sie auf der
folgenden Webseite.
Dorfschullehrer und Schulkinder
Es kann momentan nicht genau gesagt werden, wann in Kuschkow die Schulpflicht
für die Dorfschule begann. Eine Schulordnung gab es in Kursachsen seit
1724, die allgemeine Volksschulpflicht einschließlich Regelungen zur
Bezahlung des Schulgeldes jedoch erst ab 1805. Im Jahr 1790
wurde für die Niederlausitz eine "Churfürstliche Konsistorial-Verordnung
... die fleißigere Besuchung der Dorfschulen betreffend" erlassen
(siehe Literaturverzeichnis, oder direkt hier:
►)
mit detaillierten Regelungen zu Schulpflicht, Schulgeld, fälligen Bußgeldern bei
Versäumnissen, jahreszeitlichen Einschränkungen für den Schulbesuch, usw. Der
Text kann teilweise als Ermahnung zur Erfüllung einer bereits bestehenden
Schulpflicht gelesen werden oder zumindest zur Verbesserung des Religions-
und Schulunterrichts, so dass nicht ganz klar wird, ob hier erstmalig eine
Schulpflicht in der Niederlausitz eingeführt wurde und daraus die Notwendigkeit
zur Errichtung separater Schulgebäude in den Dörfern entstand ‒ oder ob
es sich um die Präzisierung und Erweiterung bestehender Pflichten handelt.
Auch die enge Verbindung zwischen Schule (Schulmeister) und Kirche (Prediger,
Katechet) wird deutlich. Schulangelegenheiten waren Sache der Kirche
(Konsistorial-Verordnung = Verwaltungserlass einer kirchlichen Behörde).
Gemäß Einleitungstext sollte diese Verordnung nur die Zeit überbrücken bis
zur Vorlage der eigentlichen "Dorf-Schul-Ordnung für das Markgraftum
Niederlausitz", die aber zu sächsischer Zeit nicht mehr zustande kam.
Der Lehrer Johann Gottfried Noack kann im Zeitraum 1790-1800 in der
alten Dorfschule noch nicht unterrichtet haben, er muss mindestens einen Vorgänger
gehabt haben. Auf dem folgenden Bild ist er zu sehen in einer lithographischen
Darstellung vermutlich um 1830 / 1840 aus dem Familienarchiv
Jäzosch (dazu und zu den hier folgenden Angaben siehe auch die Schmiedeseite). Seine
Lebensdaten konnten bisher leider noch nicht ermittelt werden. Bekannt ist nur,
dass er verheiratet war mit Johanne Erdmuthe, geborene Birkholz, und drei
Töchter hatte (alle Angaben gemäß Sterbeurkunden im Kreisarchiv):
- Emilie, verheiratete Purbs (10.6.1832 - 12.7.1880)
- Auguste, verheiratete Majenz (31.8.1834 - 24.8.1915)
- Marie Therese, verheiratete Jäzosch (31.12.1836 - 23.10.1916),
weitere Angaben auf der Seite zur Schmiede
Außerdem hatte er noch die beiden Söhne Gustav und Christian. Da er gemäß
Schulchronik als Erster die Lehrerwohnung im 1851 errichteten neuen Schulhaus
bewohnt hat, kann er erst deutlich nach diesem Datum gestorben sein. Sicher
ist auch, dass er identisch war mit dem Küster Noack, der
ebenfalls in der Schulchronik im Zusammenhang mit dem großen Dorfbrand am
19. Juni 1857 erwähnt wurde. In den Dörfern wurde den Lehrern sehr häufig
auch die Funktion des Küsters übertragen, weil die Bezahlung zu dieser
Zeit ohnehin durch die Kirche erfolgte. Aus der Schulchronik geht hervor,
dass in Kuschkow die Küster- und Lehrerstelle vermögensrechtlich zusammen
veranlagt war, es sich also nur um einen Mann und seine Familie handeln
konnte. Auch die beiden späteren Lehrer Johannes Klintzsch und Fritz Wegener
waren neben ihrem Hauptberuf jeweils noch Kantor und Küster. Weitere Angaben
dazu gibt es in der Schulchronik Teil 1.
In den Dokumenten zum Separations-Rezess (siehe Sonderseiten) taucht bei den
Unterzeichnern des Abschlussdokuments zur Vollziehung des Rezesses am 22.8.1859
ein "J.G. Noack" bzw. der "zeitige Schullehrer Jo. Noack"
als Vertreter der Schule auf, diese Angaben sind eindeutig. Bei den
Verhandlungsführern am Anfang wird jedoch der "zeitige Schullehrer
Christian Noack" genannt (sein Sohn, eventuell vertretungsweise ?).
Aus allen Angaben ergibt sich, dass der Lehrer Johann Gottfried Noack
etwa zwischen 1800 und 1870 gelebt haben muss.
Ein
Schulgebäude könnte schon deutlich früher existiert haben, die Akte des Brandenburgischen
Landeshauptarchivs (BLHA), Rubrik Allgemeine Kirchenangelegenheiten, verzeichnet für
den Zeitraum von 1733-1795 ein Gesuch des Lehrers Christian Lehninger zu Trebatsch
um Übertragung des Schuldienstes in Krugau und Kuschkow. Gemäß Schulchronik brannte
1790 das ganze Dorf bis auf eine Scheune ab, somit wohl auch das Schulgebäude,
falls es schon existiert hat. Die nach diesem Brand wieder aufgebaute alte
Dorfschule befand sich in der Koinzstraße (jetzt Pretschener Straße 9), bis
1851 das neue Schulhaus (jetzt Kindergarten) in der Kirchstraße bezogen werden
konnte. Es hatte anfangs nur ein Schulzimmer sowie Wohnräume für die Lehrerfamilie,
siehe Zeichnung oben.
Die Schulchronik (siehe hier:
►) wurde im Jahr 1891 durch
den Lehrer Otto Johannes Klintzsch begonnen. Noch findet man seinen Grabstein auf
dem Friedhof; es ist sehr zu wünschen, dass dieser und die anderen historischen
Grabsteine als Denkmale der Ortsgeschichte erhalten bleiben und weiterhin gepflegt
werden (siehe Fotos auf der Friedhofsseite).
Die folgenden Schulbilder stammen aus dem Familienbesitz Wolff/Jäzosch und
Schneider/Paech jeweils aus den Jahren, in denen Familienmitglieder die
Schule besuchten. Es handelt sich meist um Jahrgangsbilder mit Lehrer und
Hilfslehrerin bzw. Hilfslehrer. Zusätzlich werden auch einige Bilder aus
anderen Orten gezeigt, wenn Mitglieder dieser beiden Familien dort die
Schule besucht haben und auf den Fotos (einigermaßen sicher) zu erkennen sind.
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Schulbild aus dem Jahr 1912, fotografiert vor der
Dorfkirche. Links im Bild und auch auf den folgenden beiden Bildern ist der Lehrer
Otto Johannes Klintzsch (1858-1926) zu sehen, von der Königlichen
Regierung berufener Lehrer und Küster, er war in Kuschkow vom 2.10.1891 bis
1.10.1922 tätig, seit 1894 auch als Standesbeamter für den Standesamtsbezirk
Kuschkow mit Gröditsch. Er bewohnte eine Lehrerwohnung in der Schule. Die
Schulchronik wurde von ihm begonnen. Neben vielen weiteren Tätigkeiten leitete er
auch den Schulchor. Nach den Erzählungen der Alten genoss er die höchste Achtung
und Wertschätzung im Dorf. Die Hilfslehrerin vor ihm auf dem Bild war seine
Ehefrau Elisabeth Klintzsch (1879-1932, geborene Dillan), sie ist ebenfalls auf
den folgenden beiden Bildern zu sehen. Als der Lehrer Klintzsch 1891 im Alter
von 32 Jahren sein Amt übernahm, war seine spätere Ehefrau noch seine 12-jährige
Schülerin. Auf der Seite "Friedhof" wird der gut erhaltene
gemeinsame Grabstein gezeigt, der sich heute in der Sammlung historischer
Grabsteine an der Südseite des Friedhofs befindet.
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Schulbild um 1915 aus Goyatz, vermutlich mit
Anna Lanto (das Mädchen mit dem hellen Überkleid rechts außen, geboren 1908,
später verheiratete Schneider, die Mutter von Ellen Schneider, unsere Nachbarn
in Kuschkow). Links hinten der Lehrer, die junge Frau vor ihm könnte eine
Hilfslehrerin sein, eventuell seine Ehefrau. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
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Ein weiteres Schulbild um 1915 ebenfalls aus
Goyatz, wieder mit Anna Lanto (das dritte Mädchen von links in der vorletzten
Reihe, mit der ausgekratzten Stelle im Bild, hier wollte offenbar jemand mit
dem Fingernagel ganz deutlich zeigen, um wen es geht). Rechts wieder der Lehrer,
diesmal mit Hund. Von diesem einen Lehrer wurden 55 Kinder in einem Schulzimmer
gleichzeitig unterrichtet und betreut. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
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Schulbild um 1918-1920 (?) mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch,
fotografiert vor der Dorfkirche.
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Schulbild um 1918-1920 (?) mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch,
fotografiert vor der Dorfkirche.
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Schulbild von 1924, Schuljahrgang
1923/1924, fotografiert im zeitigen Frühjahr vor der Dorfkirche
und dem 1922 eingeweihten Kriegerdenkmal, der Feldsteinsockel mit
Kränzen geschmückt, mit Lehrer Fritz Wegener und vermutlich einer
Hilfslehrerin ganz links. Die Mädchen in der zweiten Reihe sitzen
offenbar auf einer Kirchenbank, die zum Fototermin nach draußen
getragen wurde. Bei den 30 Kindern handelt es sich um die Gruppe der
"Kleinen" (2. Klasse = 1.-4. Schuljahr, siehe Schulchronik).
In der dritten Reihe der größte Junge in der Bildmitte ist Arnold
("Arno") Jäzosch. In der zweiten Reihe sitzen als
zweites und drittes Mädchen von links die Schwestern Frieda und
Emma Wilke. Zwei weitere Schwesternpaare sitzen ganz rechts bzw.
stehen links neben dem Lehrer, jeweils erkennbar an der gleichen
Kleidung. Gut sichtbar ist auf diesem Foto auch die Kirchenfassade
in ihrer damaligen Gestaltung mit weißen Fensterrahmen und
Fenstersprossen sowie dunkelfarbig abgesetzten Rundbögen über
den Fenstern. Eine Vergrößerung dieses sehr interessanten Bildes
sehen Sie hier:
► (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)
Bis zum Beginn des Schuljahres 1926/1927 waren die Jahrgänge in der
Kuschkower Dorfschule in zwei Gruppen zusammengefasst: Die Gruppe der
Kleinen (1.-4. Schuljahr, Klasse II) und die Gruppe der Großen (5.-8.
Schuljahr, Klasse I), insgesamt etwa 50-80 Schüler, die gleichzeitig in
einem Raum unterrichtet wurden. Für die zur Zeit des Fotos eingeschulten
Jahrgänge konnten bisher nach den Daten der Konfirmation die folgenden
Namen ermittelt werden; leider ist es nicht gelungen, diese Namen den
Kindern im Bild zuzuordnen. Wer hilfreiche Angaben liefern kann, bitte melden:
Jahrgang mit Konfirmation am 3.4.1927:
- Paul Franz Wiemann, geboren 3.7.1912, Vater Gustav Wiemann, Arbeiter
- Albert Franz Kniesigk, geboren 28.7.1912, Vater Robert Kniesigk, Stammgutsbesitzer
- Georg August Paul Görzig, geboren 20.10.1912, Vater Paul Görzig, Bauerngutbesitzer
- Emil Max Dillan, geboren 8.1.1913, Vater Emil Dillan, Büdner
- Georg Arnold Jäzosch, geboren 14.3.1913, Vater Emil Jäzosch, Schmiedemeister (Foto: dritte Reihe, fünfter Junge von links)
- Hermann Kurt Schulze, geboren 8.12.1912, Vater Hermann Schulze, Lehnschulzengutsbesitzer in Lipdow
- Werner Erwin Jaeck, geboren 15.9.1912, Vater Gustav Jaeck, Sattler in Treptow
- Elisabeth Möhl, geboren 13.12.1912, Vater Hugo Möhl, Fabrikarbeiter in Hageb
- Maria Hanna Mentz, geboren 23.11.1912, Vater Paul Mentz, Anbauer
- Frieda Elisabeth Lehmann, geboren 23.4.1913, Vater Adolf Lehmann, Arbeiter
- Hedwig Gertrud Schulze, geboren 21.5.1913, Vater Richard Schulze, Maurer
- Robert Willi Meier, geboren 29.8.1913, Vater Robert Meier, Stammgutsbesitzer in Wiese
- Hermann Willi Paul Hellings, geboren 14.7.1912, Mutter Elise Hellings, Berlin
Jahrgang mit Konfirmation am 25.3.1928:
- Otto August Gerhard Schulze, geboren 1.10.1913, Vater August Schulze, Großbüdner
- Willi Hermann Schmogrow, geboren 10.1.1914, Vater Wilhelm Schmogrow, Schuhmachermeister
- Gustav Emil Dillan, geboren 1.2.1914, Vater Emil Dillan, Büdner
- Elisabeth Gertrud Lehmann, 12.5.1914, Vater Adolf Lehmann, Arbeiter
- Marie Emilie Hedwig Thiele, geboren 16.4.1914, Vater Carl Thiele, Arbeiter
Jahrgang mit Konfirmation am 17.3.1929:
- Paul Erich Borch, geboren 22.7.1914, Vater Ernst Borch, Büdner
- Hermann Gerhard Conrad, geboren 29.8.1914, Vater Gustav Konrad, Stammgutsbesitzer
- Hermann Franz Jähnchen, geboren 10.12.1914, Vater Franz Jähnchen, Büdner
- Emil Hermann Werner Schulze, geboren 19.1.1915, Vater August Schulze, Großbüdner
- Oskar Hermann Mentz, geboren 24.2.1915, Vater Paul Mentz, Anbauer
- Paul Max Mating, geboren 12.3.1915, Vater Paul Mating, Anbauer
- Heinrich Friedrich Carl Kördel, geboren 20.1.1915, Vater Carl Kördel
- Gerhard Alfons Max Hecht, geboren 10.4.1915, Vater Max Hecht, Schlächter in Berlin
- Gertrud Charlotte Kaiser, geboren 31.3.1915, Vater Hermann Kaiser, Büdner
- Frieda Ida Wilke, geboren 13.4.1915, Vater Paul Wilke, Büdner (Foto: zweite Reihe, zweites Mädchen von links)
- Minna Luise Leske, geboren 25.5.1915, Mutter Alwine Minna Leske
- Frieda Martha Schrobback, geboren 24.9.1914, Vater Friedrich Schrobback, Arbeiter in Briescht
Jahrgang mit Konfirmation am 22.3.1931:
- Gustav Hermann Walter Rattei, geboren 21.4.1917, Vater Gustav Rattei, Stammgutsbesitzer
- Elsa Käte Erna Görzig, geboren 4.12.1916, Vater Paul Görzig, Bauerngutsbesitzer
- Erna Frieda Emma Wilke, geboren 16.5.1917, Vater Paul Wilke, Büdner (Foto: zweite Reihe, drittes Mädchen von links)
- Helene Hedwig Hildegard Konrad, geboren 31.6.1917, Vater Gustav Konrad, Stammgutsbesitzer
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Schulbild um 1928-1930 (?) mit Lehrer
Fritz Wegener. Seit seit dem 10. Mai 1926 gab es folgende neue Gliederung
im System der Dorfschulen: Unterstufe = 1.-2. Schuljahr, Mittelstufe =
3.-5. Schuljahr, Oberstufe = 6.-8. Schuljahr (siehe Schulchronik 1926 Seite
91). Das Foto mit den 32 Kindern zeigt also vermutlich die Unterstufe
und die Mittelstufe zusammen. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
Wie Lehrer Klintzsch gehörte der Lehrer Fritz Wegener
zu den wichtigen Persönlichkeiten, die das Leben des Dorfes wesentlich
prägten und sehr geschätzt wurden. Er wurde am 11.9.1922 zunächst als
Schulamtsanwärter von der Regierung in Frankfurt/O. mit der einstweiligen
Verwaltung der Lehrer- und Küsterstelle in Kuschkow beauftragt und später
als offizieller Nachfolger von Lehrer Klintzsch eingesetzt. Das Lehramt
war gleichzeitig mit der Tätigkeit als Küster sowie als Organist und
Kantor verbunden. Er bestand 1924 die II. Prüfung als Lehrer in der
Schule Kuschkow. Am 23. April 1924 heiratete Fritz Wegener die Tochter
des verstorbenen Lehrers und Kantors Wolf, Marie Magdalena aus Kunzendorf
N.L. und lebte mit ihr in der Schulwohnung in Kuschkow (siehe Schulchronik
Seite 74, 1924, Heirat). Das Ehepaar hatte mindestens zwei Kinder, eine
Tochter und einen Sohn.
Die Ziele seines Wirkens erklärt er in der Chronik. Kuschkow verdankt
ihm sehr viel, nicht nur auf pädagogischem Gebiet. Dank seiner Recherchen
und Aufzeichnungen zur frühen Geschichte von Kuschkow, die er auch in der
Presse öffentlich machte, hat er das Wissen darum für den Interessierten
gesichert. In den 12 Jahren seiner Tätigkeit modernisierte er die
Schulausbildung, es sind wichtige Fortschritte gemacht worden. Dazu
zählt die am 9. November 1925 gegründete Fortbildungsschule als
Folgeeinrichtung nach dem normalen Schulabschluss. Diese
Fortbildungsschule fand berufsbegleitend am Abend für in Ausbildung
oder Beruf befindliche Jugendliche statt. Daneben aktivierte er den
Jugendsport, führte Sportunterricht auch für Mädchen ein und bemühte
sich um einen Sportplatz. Neben all den positiven Wirkungen des
Sportes auf die Gesundheit war es auch politisches Ziel in dieser
Zeit, trotz der durch den Versailler Vertrag eingeschränkten
militärischen Ausbildung nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg
die männliche Jugend körperlich zu ertüchtigen.
Unter seiner Leitung wurden der Männerchor "Concordia" wieder belebt,
der Mädchenchor "Singschar" und der Schulchor gegründet. Wegener
besuchte spezielle musik- und theaterpädagogische Weiterbildungen und
setzte diese Qualifikation praktisch in der Programmgestaltung jeglicher
Feste im Dorf um. Sogar Kirchenkonzerte wurden unter Mitwirkung seiner
Chöre und ihm selbst gegeben. Unter seiner Regie erreichte das
kulturelle Leben in Kuschkow seinen Höhepunkt. Einiges wurde als
Tradition fortgeführt, auch lange nach seinem Weggang am 1. November
1934 nach Neu Zauche. Auch über Neu Zauche sind Artikel von ihm im
Lübbener Kreiskalender zu lesen. All das erfährt man beim Lesen der
Schulchronik. Der Uhrmachermeister von Kuschkow, Herr Alfred Rattei,
teilt in seinem Aufsatz mit, dass Lehrer Fritz Wegener wie auch sein
Sohn im Krieg geblieben sind (dieser Text ist am Ende im Teil 1.3 der
Chronik zu finden).
Die folgenden zwei Bilder zeigen den Lehrer Fritz Wegener links mit
seinem Lehrerkollegen Max Michelchen und rechts mit seiner Frau Marie
Magdalena und seiner Tochter, beide Bilder vermutlich um 1930. Weitere
Informationen zu diesem Lehrer einschließlich autobiografische Angaben
finden Sie im Teil 1 der Schulchronik ab Seite 60 (siehe direkt hier:
►)
sowie auf den Seiten 67-68.
 
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Schulbild aus dem Jahr 1931 mit Lehrer Fritz Wegener, fotografiert vor
der Dorfkirche. (Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
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Schulbild in Mittweide aus dem Jahr 1931, fotografiert wohl vor dem
dortigen Schulgebäude. Gezeigt wird dieses Bild, weil hier auch Kinder aus Kuschkow dabei sind.
(Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
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Schulbild aus dem Jahr 1934 mit Lehrer Fritz Wegener (rechts), fotografiert
vor der Dorfkirche. Der Lehrer Fritz Wegener, der auch einige Beiträge zur Kuschkower Geschichte im Lübbener
Kreis-Kalender verfasst hat (siehe Literaturverzeichnis unten) war vom 11.9.1922 bis 1.11.1934 an der Dorfschule
tätig; dieses Foto ist somit das letzte Jahrgangsfoto mit ihm. Links im Bild ist sein ihm 1933 zugeteilter
Hilfslehrer zu sehen.
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Schulbild aus dem Jahr 1938, fotografiert vor der Dorfschule
in der Kirchstraße (heute Kindergarten). Über dem Eingang befand sich zu dieser Zeit die Losung
"Schulzeit ist Saatzeit", angebracht während der Herbstferien 1928 nach dem Neuverputz
der Fassade (siehe Schulchronik). Der Lehrer rechts im Bild war Gerhard Thürmer, an der Schule
tätig von November 1934 bis Januar 1940. Der stehende kleine Junge unten in der Bildmitte mit
Strickjacke und ausgebeulten Hosentaschen war mein Vater Manfred Jäzosch, eingeschult 1936,
der spätere Müllermeister von Kuschkow. Wenn Sie eine Vergrößerung dieses Fotos sehen
möchten, dann klicken Sie hier:
►
(auf das geöffnete Bild noch einmal klicken).
Gemäß Schulchronik wurde das Schulgebäude mit nur einem Schulzimmer für zwei Schulklassen
zu je vier Jahrgängen sowie der Lehrerwohnung 1851 an dieser Stelle errichtet, die alte
Fledermausgaube und die Biberschwanz-Dachdeckung sowie das noch erhaltene alte
Kreuzstockfenster mit Sprossenverglasung rechts würden zu dieser Bauzeit passen.
Hinter diesem rechten Fenster befand sich das Wohnzimmer der Lehrerwohnung. Die
beiden Fensternischen (Blindfenster, Fensterblenden) neben der Tür hatten rein
gestalterische Funktion. Die Fassade wurde später sicher mehrfach neu verputzt.
Auch dieses Haus hatte noch 1938 keine Dachrinne, das abfließende Regenwasser
dürfte die Fassade geschädigt haben, besonders im unteren Bereich. Alle auf dem
Foto abgebildeten 69 Kinder wurden gleichzeitig von nur einem Lehrer in einem
Schulzimmer unterrichtet; weitere Angaben dazu siehe oben sowie auf den
folgenden Seiten in der Schulchronik.
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Einschulung Ostern 1940, zwei Gruppenfotos vor dem
Eingang zur Kuschkower Dorfschule in der Kirchstraße. Auf dem linken
Bild in der vorderen Reihe von links nach rechts stehen Gerhard Lehmann
in dunkler Jacke, Margitta Dillan, Waltraud (Traute) Schulze und Heinz
Müller im grauen Wintermantel. Dahinter oben links ein unbekannter Junge
mit Schirmmütze, rechts neben ihm Lilli Bohn mit Schürze und Gerda Jähns
im gepunkteten Kleid. Auf dem rechten Bild dieselben Kinder in anderer
Gruppierung. In der Schulchronik Teil 1.3 wird für das Jahr 1940
mitgeteilt, dass Ostern 5 Knaben und 4 Mädchen die Schule verließen. Es
wurden 3 Knaben und 4 Mädchen neu aufgenommen, diese sind auf den Fotos
zu sehen. (Beide Fotos: Familienarchiv Gerda Jähns/Kurth)
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Zwei Schulbilder von 1947, beide am
selben Tag zur gleichen Zeit mit Lehrerin fotografiert vor der Dorfschule
in der Kirchstraße; die Originalfotos sind leider klein und in schlechter
Bildqualität. Auf dem unteren Bild in der ersten Reihe das fünfte Mädchen
von links ist Ellen Schneider (geboren Juli 1940), in der zweiten Reihe
der zweite Junge von rechts ist Werner Wilke ("Wernchen"), der
spätere Dorffotograf von Kuschkow und Rennradfahrer. Auf dem oberen Bild
mit der kleineren Gruppe konnten leider keine Kinder erkannt werden;
Hinweise dazu werden gern entgegengenommen, Kontaktdaten siehe ganz
unten. (Beide Fotos: Familienarchiv Schneider/Paech)
Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei der abgebildeten Frau nicht um
eine Kuschkower Lehrerin sondern um die Schulrätin Frau Wismann, die
am 16.10.1947 die Kuschkower Dorfschule besuchte und dem Unterricht
beiwohnte; siehe dazu die Angaben in der Schulchronik Teil 2. Zu dieser
Zeit gab es in Kuschkow keine Lehrerin sondern nur die beiden Lehrer Schmädicke und Strempel.
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Schulbild von einem Wandertag 1953. Ellen
Schneider mit blonden Zöpfen vorn in der Mitte, rechts außen kniet Wolfgang
Hilbert. Offenbar handelt es sich um die in der Schulchronik Teil 2 erwähnte
Wanderung nach Saalfeld in Thüringen in der Zeit vom 17. - 23 Juli 1953.
(Foto: Familienarchiv Schneider/Paech)
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Quellen- und Literaturverzeichnis
Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite. Das allgemeine Literaturverzeichnis
zu Kuschkow und der Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite (Startseite,
siehe hier: ►).
Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten (ALR) von 1794. Textauszug Teil 2, Titel 12
"Von niederen und höheren Schulen", §§ 12-53 "Von gemeinen Schulen."
(entnommen der Ausgabe von 1804 in vier Bänden mit einigen eingearbeiteten Aktualisierungen und Änderungen,
Seiten 181-187; digitalisiert vom Münchener DigitalisierungsZentrum der Bayerischen Staatsbibliothek;
Auszug siehe direkt hier:
►)
Bahl, Peter: Die Schule im Rahmen einer Ortsgeschichte. Hinweise zu ihrer Erforschung
und Darstellung im ländlichen Raum Brandenburgs (Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg).
Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2007. Als PDF zu finden beim Brandenburgischen
Landeshauptarchiv unter https://blha.brandenburg.de (siehe direkt hier:
►). Die
Dokumentation gibt Hinweise und Empfehlungen zur weitergehenden Erforschung der ländlichen
Schulgeschichte verbunden mit vielen Quellen- und Literaturangaben.
Bauerkämper, Arnd: Gesellschaft und Kultur Brandenburgs im Wandel. Enthalten in: Land
zwischen den Zeiten. Brandenburg in der SBZ und frühen DDR (1945-1952). Herausgegeben von Michael C. Bienert
und Hermann Wentker. Berliner Wissenschafts-Verlag 2022, Seite 477-552. Als Open-Access-Publikation verfügbar
unter https://www.steiner-verlag.de/Land-zwischen-den-Zeiten/9783830543190
Abschnitt 2.6 Seite 536, Erziehung, Bildung und Forschung: "... Die Entlassung von rund
drei Viertel der Lehrer in Brandenburg ergab sich aus der Entnazifizierungspolitik. Die Provinzialverwaltung
bemühte sich, die Personallücke mit Neulehrern zu schließen, für die im Spätsommer 1945 in einer Schule
in Blankenfelde erstmals in Brandenburg gesonderte Kurse angeboten wurden. ... Die Ausbildung der Pädagogen
erfolgte aber zunehmend auf den neu eingerichteten Vorstudienanstalten, aus denen die Arbeiter- und
Bauernfakultäten hervorgingen. ... Die Ausbildung dieser Kräfte war nicht nur wegen des Personalwechsels
infolge der Entnazifizierung notwendig, sondern auch wegen der steigenden Schülerzahl. Nach dem Kriegsende
hatten sich viele Flüchtlinge in den Landkreisen West- und Ostprignitz, Lübben, Luckau und Luckenwalde
niedergelassen, wo der Anteil einklassiger Dorfschulen hoch war. Diese sollten nun fortschreitend durch
achtstufige Lehranstalten ersetzt werden. ... Das erste Nachkriegsschuljahr wurde in Brandenburg erst am
1. Oktober 1945 eröffnet."
Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de
(siehe direkt hier: ►) mit
Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele
der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann
man sich als PDF-Dateien herunterladen.
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Erarbeitet 2002 von Birgit Martin als ABM-Leistung im Auftrag
der Gemeinde Kuschkow. Umfangreiche Loseblattsammlung in einem Ordner, aufbewahrt und weiterverarbeitet zur
gedruckten Chronik durch Familie Gerhard Scheibe 2003 (siehe nächste Position).
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur
675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003
Churfürstliche Konsistorial-Verordnung in der N. Lausitz, die fleißigere Besuchung der Dorfschulen
betreffend. Vom 26. Hornung (Februar) 1790. Enthalten in: Lausizische Monatsschrift
oder Beyträge zur natürlichen ökonomischen und politischen Geschichte der Ober- und Niederlausitz, und der
damit grenzenden Landschaften. Herausgegeben von D. Christian August Peschek. Zittau, November 1791,
Seite 319. Digitalisiert unter anderem von der Universitätsbibliothek Bielefeld (Textauszug siehe
direkt hier:
►)
Ebmeyer, O.: Die Rechtsverhältnisse der Preußischen Elementarschule und ihres Lehrers. Eine
systematische Bearbeitung der in Preußen, bezüglich der äußeren Rechtsverhältnisse der Elementar-Schulen und
Lehrer, gültigen Bestimmungen. Im Verlage der Hofbuchdruckerei von Trowitzsch & Sohn, Frankfurt a.O. 1861
(digitalisiert von Google, siehe direkt hier:
►).
Eine Übersicht über die Situation auch des ländlichen / dörflichen Schulwesens mit vielen rechtlichen
und organisatorischen Details.
Königlich-Preußisches General-Land-Schul-Reglement, wie solches in allen Landen
Seiner Königlichen Majestät von Preussen durchgehends zu beobachten. De Dato Berlin, den 12.
August, 1763. Magdeburg, gedruckt mit Hechtelischen Schriften. Mit detaillierten Stundenanweisungen,
usw. Digitalisiert als PDF von der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt unter
https://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/titleinfo/5437782 (siehe direkt hier:
►)
Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen Ausgaben ab 1913 (Stand
Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und
Umgebung, findet man auf der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter
https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476
Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben.
Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)
Schneider, Karl: Verordnungen über das Volksschulwesen im Regierungsbezirk
Frankfurt/Oder. Herausgegeben von Karl Schumann. Fünfte erweiterte Ausgabe. Druck und Verlag
von Trowitzsch & Sohn, Frankfurt/Oder 1925. Digitalisiert von der Universitätsbibliothek
Potsdam zum freien Download unter https://digital.ub.uni-potsdam.de/content/titleinfo/108168
Auch 1925 gab es noch eine gemeinsame Regierungs-Abteilung für Kirchen- und Schulwesen. Mit
sämtlichen Rechtsgrundlagen und sonstigen Aspekten seit 1827, incl. detaillierte Bauvorschriften,
unter besonderer Berücksichtigung der ländlichen Schulen (Elementarschulen). Teilweise behandelt
werden auch Kirchen-, Pfarr- und Küstereibauten.
Stiehl, Ferdinand: Die drei Preußischen Regulative vom 1., 2. und 3. October 1854
über Einrichtung des evangelischen Seminar-, Präparanden- und Elementarschul-Unterrichts. Im
amtlichen Auftrage zusammengestellt und zum Drucke befördert von F. Stiehl. Verlag von Wilhelm
Hertz (Bessersche Buchhandlung), Berlin 1854. Ab Seite 61 das Regulativ vom 3. Oktober 1854:
Grundzüge, betreffend Einrichtung und Unterricht der evangelischen einklassigen
Elementarschule. Digitalisiert als PDF vom Münchener DigitalisierungsZentrum der
Bayerischen Staatsbibliothek (siehe direkt hier:
►).
Verordnung über den Schulbesuch. Verordnung der Regierung zu Frankfurt a. d.
Oder vom 24. März 1853. Enthalten bei Ebmeyer, Seiten 71-72 (siehe oben, Textauszug direkt
hier:
►). Enthält
unter anderem Regelungen zu Beginn und Dauer des Schulbesuchs.
Wegener, Fritz: Beiträge zur Chronik des Dorfes Kuschkow. Enthalten in: Lübbener
Kreis-Kalender 1927, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben
(Spreewald); Seiten 46-51 (siehe direkt hier:
►)
Wegener, Fritz: Die 600-Jahrfeier der Dorfgemeinde Kuschkow. Enthalten in: Lübbener
Kreis-Kalender 1929, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben
(Spreewald); Seite 44 (siehe direkt hier:
►;
der Name des Lehrers Wegener ist im Artikel falsch als "Wegner" angegeben)
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