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Handel, Handwerk und Gewerbe in Kuschkow
Die folgenden Angaben stammen aus der Chronik der Gemeinde Kuschkow von 2003
(siehe unten), Seite 87, ergänzt um Angaben aus der Familienchronik Mentz,
in die ich freundlicherweise Einsicht nehmen durfte, sowie aus eigenen
Unterlagen und Recherchen. Auf eine gesonderte Kennzeichnung der Zitate
durch Anführungszeichen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.
Hinzugefügt wurden Informationen über die jeweiligen Vorfahren der betreffenden
Personen, soweit sie aus den standesamtlichen Urkunden im Kreisarchiv des
Landkreises Dahme-Spreewald in Luckau entnommen werden konnten. Dort
findet man z.B. auch eine sehr interessante Übersicht über die im
Zeitraum 1945-1956 in Kuschkow ansässigen Gewerbe / Gewerke ‒ ein
beeindruckendes Zeugnis für das damalige Angebot und die Versorgungslage
in einem kleinen brandenburgischen Dorf nach dem Krieg:
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- Gastwirtschaft Erich Koschack, Nr. 23
- Gastwirtschaft Fritz Richter
- Gastwirtschaft Gerda Elsner, Nr. 62
- Lebensmittelhandel Wolfgang Böttcher, Nr. 35
- Lebensmittelhandel Hedwig Güthler, Nr. 57
- Hausschlächter Rudolf Frohnhöfel, Nr. 57
- Hausschlächter Hermann König, Nr. 50
- Hausschlächter Fritz Brandt, Nr. 27
- Lohnmüllerei Emma Jäzosch, Nr. 51
- Sattler Karl Stratmann, Nr. 17
- Sattlerei Franz Ternick, Nr. 17
- Uhrmacher Alfred Rattei, Nr. 57b |
- Dachdecker Wilhelm Koschker, Nr. 57
- Dachdecker Herbert Bräuniger, Nr. 57b
- Stellmacher Richard Jäzosch, Nr. 66
- Tischlerei Willi Domke
- Maler Eduard Hocke, Nr. 21
- Brunnenbauer Franz Rattei, Nr. 25c
- Schuhmacher Klara Schmogrow
- Herrenschneider Heinrich Klitsch, Nr. 13
- Schneiderin Elisabeth Trauner, Nr. 57a
- Friseur Herta Nippraschk, Kirchstr. 27
- Friseur Walter Druschke |
Unklar ist bisher noch, wann und zu welchem Anlass
diese Liste erstellt wurde ‒ vollständig ist sie jedenfalls nicht.
Es fehlen z.B. der Schmied Richard Brunn, der nach dem Krieg die
Jäzosch-Schmiede gepachtet und betrieben hat sowie der Schmied und
Landwirt Emil Feldner mit einer eigenen Schmiede (eventuell nur im
Nebenerwerb betrieben ?). Auch der zu dieser Zeit sehr aktive
Bauunternehmer Franz Mating ist nicht enthalten. Bei den jeweils am Ende
genannten Nummern handelt es sich um die damaligen Hausnummern. Erst
1961 wurden offiziell neue Straßennamen im ganzen Dorf eingeführt mit den
heutigen Haus- und Hofnummern in separater Zählung je Straße (weitere
Angaben dazu gibt es auf der Startseite).
Zwei gewerbliche Unternehmen werden hier auf dieser Seite nicht mit
behandelt, weil es dafür bereits besondere Seiten gibt mit ausführlichen
Darstellungen: Der Mühlenhof der Familie Wolff / Jäzosch (Nr. 51) und
der Schmiedehof der Familie Jäzosch (Nr. 68).
Verkaufseinrichtungen
Wann in Kuschkow erstmals ein Geschäft eröffnet wurde, konnten wir bisher nicht feststellen.
Die erste Nachricht dazu findet man in der Chronik des Männergesangvereins "Concordia". Dort
ist festgehalten, dass der Kaufmann W. Weichert, Vorsitzender des Vereins,
1894 nach Lübben verzogen ist. Die Annahme liegt nahe, dass sein Laden, der noch bis Anfang
der 2000er Jahre als Laden genutzt wurde, das Haus mit der jetzigen Nummer 2 in der
Pretschener Straße gewesen ist, sicher ist das jedoch nicht. Bekannt ist aber noch heute, dass
der Kaufmann Albert Köllnick schon vor 1900 eben dieses Geschäft geführt hat.
Friedrich Köllnick, Anbauer in Groß Lubolz
Henriette Köllnick, geborene Krahl (6.4.1850 Reichwalde - 22.1.1940 Groß Lubolz)
Heirat am 12.3.1872 in Basel, Kreis Luckau. Nachkommen: Friedrich Johann Albert Köllnick
Friedrich Johann Albert Köllnick (27.6.1876 Groß Lubolz - 23.8.1954 Kuschkow), Kaufmann
Alwine Marie Köllnick, geborene Guskar (28.11.1877 - 12.10.1954, Tochter von Gastwirt
Ernst Guskar und Alwine geborene Matschenz). Heirat am 3.5.1901 vermutlich in Kuschkow. Nachkommen unbekannt.
Wohnort Kuschkow 7a (heute Dorfanger 17).
Wie damals üblich, wählte Kaufmann Albert Köllnick die Bezeichnung "Kolonialwarengeschäft"
für seine Unternehmung und führte vor allem Waren des täglichen Bedarfs. In seiner Scheune verkaufte
er für die Reifeisengenossenschaft Kunstdünger, Saatgut usw. Im Kreisblatt vom 11.12.1902 ist zu lesen,
dass der Kaufmann Köllnick in den Vorstand der Spar- und Darlehenskasse gewählt wurde. Er muss über
50 Jahre hinter dem Ladentisch gestanden haben, denn erst etwa 1950 übernahm die Konsumgenossenschaft
das Geschäft, welches er aus Altersgründen aufgegeben hatte.
Im nunmehrigen Konsumladen konnte man auch Back-, Fleisch-, Wurstwaren, Textilien und sogar technische
Artikel kaufen, so lange, bis der größere Teil des Angebots wegrationalisiert wurde. Wegen Baufälligkeit
diskutierte man etwa ab 1965 verschiedene Varianten eines Neubaus ... der alte Bau blieb. Die deutsche
Wiedervereinigung 1990 bewirkte einen gewaltigen Umsatzeinbruch, so dass der Konsum im März 1992
geschlossen wurde. Erst gegen Ende der 1990er Jahre wagte Frau Ilona Nawroth (1951-2008) einen Neuanfang,
hielt den Laden aber nur bis in die ersten 2000er Jahre.
Die Kaufmannsfamilien Güthler / Mentz in Kuschkow
Ein zweites "Kolonialwaren-Geschäft" eröffnete der Kaufmann Franz Güthler
um 1920 ebenfalls in der Pretschener Straße. Auch dieser Laden bot eine umfangreiche Warenpalette,
von Lebensmitteln und Schreibwaren bis Wasch- und Reinigungsmitteln.
Heinrich Güthler, Webermeister
Johanne Christiane Güthler, geborene Ulbrich; Heirat in Vetschau, Nachkommen: Karl Heinrich Güthler
Karl Heinrich Güthler (Juli 1839 Altdöbern - 3.2.1914 Straupitz), Webermeister
Auguste Güthler, geborene Bronke (Februar 1849 Vetschau - 31.1.1922 Straupitz), Heiratsdatum unbekannt. Nachkommen:
- Heinrich Max Karl Güthler
Heinrich Max Karl Güthler (16.8.1867 - 10.7.1952), Oberpostschaffner
Auguste Güthler, geborene Thiele (10.1.1873 in Straupitz - 19.10.1944); Heiratsdatum unbekannt. Nachkommen:
- Karl Wilhelm Paul Güthler
Karl Wilhelm Paul Güthler (3.3.1893 in Vetschau - ..?..), Vizefeldwebel
Barbara Güthler, geborene Gammel (4.12.1893 - ..?..), Tochter des Postboten Gammel in Bonn), Nachkommen:
- Hermann Franz Güthler
Hermann Franz Güthler (25.5.1890 Vetschau - 19.2.1967 Kuschkow), Kaufmann
Franziska Hedwig Güthler, geborene Görzig (7.1.1893 in Kuschkow - 10.6.1968 in Lübben),
Tochter des Anbauers und Handelsmanns August Görzig und Marie geborene Michelchen
Heirat am 11.9.1920, ohne Nachkommen. Nachfolger als Kaufmann: Neffe Günter Mentz
Mit dem ersten Auto im Dorf besorgte Kaufmann Güthler die Einkäufe fürs Geschäft und erledigte
Auftragstouren, während seine Ehefrau den Laden betreute. Der Laden war mit einem roten Kreuz
als Sanitätsstelle gekennzeichnet. Franz Güthler betreute die Dorfbewohner auch als Sanitäter.
Als kleines Kind schickte mich meine Großmutter mit meinen Ekzemen, aufgeschlagenen Knien usw.
zu Sanitäter Güthler, der in der Regel die Wunden mit Jod, Pflaster oder Verbänden versorgte.
Auf der Hochzeitsseite Teil 1 ist Franz Güthler zu sehen auf dem Hochzeitsfoto von
Johanna Jäzosch + Paul Scheel am 12.6.1937 in Kuschkow, er steht dort hinten in der
letzten Reihe links außen. Auf der Hochzeitsseite Teil 2 sieht man das Ehepaar Güthler
auf dem Hochzeitsfoto von Anita Wilke + Heinz Franzka am 17.3.1962 in Kuschkow, vorn
ganz rechts sitzend. Vor ihnen steht die kleine Irene Mentz, Tochter von Günter und
Anneliese Mentz.
An
Samstagen lieferte der Bäcker Schulze aus Pretschen frische Backwaren
mit seinem vom Pferd gezogenen Spezialwagen bei Güthler an. Links ist dieses merkwürdige
Gefährt zu sehen in der Pretschener Straße. Es ist zufällig auf das Foto geraten anlässlich
der Hochzeit der Tochter des Lehrers Alfred Lillack um 1956 (im Vordergrund
in der Hochzeitskutsche) im Winter bei Schnee und Kälte; weitere Angaben dazu gibt es auf
der Hochzeitsseite Teil 1.
(Foto: Familienarchiv Günter Weiher)
Später nutzte der Bäcker einen ausgeschlachteten PKW F8 Kombi mit Holzaufbau,
von einem Pferd gezogen. Leider ist bisher kein Foto davon aufgetaucht. Ich erinnere
mich sehr gut daran, weil ich als Kind zur vermuteten Zeit Ausschau nach dem Bäckerwagen
halten musste. Man konnte vor unserem Haus (Mühlenhof) das letzte Stück des Weges von
Pretschen, der in die Pretschener Straße in Kuschkow überging, gut einsehen. Sobald
der Wagen gesichtet war, fuhr ich mit dem Rad los um die begehrten Brötchen zu kaufen.
Später holte Kaufmann Güthler bzw. Mentz die Backwaren selbst vom Bäcker. 1960 übergab
Franz Güthler den Laden an seinen Neffen Günter Mentz. Das Foto mit den Grabsteinen
von Hedwig und Franz Güthler ist auf der Friedhofsseite zu sehen.
Ferdinand Mentz (9.9.1844 Jerichow II - 11.11.1922 Kuschkow), Bauerngutsbesitzer
Auguste Marie Mentz, geborene Borch; Heirat ca. 1873, Nachkommen:
- 1874 (Auguste Marie)
- 1879 (Auguste Marie)
- 1883 (Auguste Franziska)
- 1885 (Auguste Emilie)
- 1886 (Auguste Minna)
- 1893 (Gustav Max)
Gustav
Max Mentz (6.3.1893 - 21.5.1968 in Kuschkow), Landwirt und Bauer.
Elisabeth (Elsbeth) Lina Mentz, geborene Görzig
(23.2.1897 - 2.1.1979 in Kuschkow), Tochter des Handelsmanns und Anbauers August
Görzig und Schwester von Franziska Hedwig Güthler.
Heirat am 30.5.1919, Nachkommen:
- Erwin Mentz (5.5.1920 Kuschkow - 1942 bei Stalingrad)
- Günter Mentz
Links wird ein Foto des Grabsteins von Max und Elsbeth Mentz aus der Sammlung von historischen
Grabsteinen aufgelassener Gräber (kommunales Lapidarium) auf dem Kuschkower Friedhof gezeigt.
(Bildquelle: Lutz Richter, 2015 - Website: https://grabsteine.genealogy.net)
Günter Mentz (3.8.1924 - 4.11.1997 in Kuschkow), Kaufmann, Ladeninhaber ab 1960
Anneliese Mentz, geborene Budig aus Triebel bei Forst (jetzt Polen).
Heirat am 8.7.1950
In den späten 1930er Jahren wurde Günter Mentz bei Güthlers als Lehrling im Kaufmannsladen
ausgebildet. Günters Mutter Elsbeth Mentz war die Schwester von Hedwig Güthler.
Ganz jung musste Günter als Soldat im Zweiten Weltkrieg an die Front, Rekrutierungsalter
war zu dieser Zeit der 18. Geburtstag. In Italien wurde er durch ein amerikanisches
Maschinengewehrfeuer schwer verwundet. Beide Arme, besonders schwer der linke, wurden
getroffen. Als amerikanischer Kriegsgefangener wurde er per Schiff in die USA gebracht
und dort vielfach operiert und mit dem damals neuen Medikament Penicillin behandelt,
was ihm das Leben und den Arm rettete. Die linke Hand blieb jedoch lebenslang verkrüppelt.
Heimgekehrt arbeitete er im Laden seines Onkels mit. Weiter oben auf dieser Seite
sieht man ihn zusammen mit vier Freunden auf einem Foto aus der Zeit um 1950.
1960 übernahm er den Laden, als Güthlers Rentner wurden. Er arbeitete als
Kommissionshändler. Mentzes und Güthlers tauschten die Wohnhäuser. Mentzes
zogen in das Wohnhaus mit Laden in der Pretschener Straße und Güthlers in
das bisher von Mentz bewohnte Haus in der Kirchstraße. Wie sein Onkel führte
Günter Mentz im Laden ein breites Sortiment. Zusätzlich kamen Wurst- und
Fleischwaren hinzu, die er vom Fleischermeister Fischer aus Krausnick holte.

Kuschkow, Pretschener Straße, Blick in Richtung Pretschen,
eine Aufnahme zwischen 1961 und 1972,
weitere Angaben und Bilder zu dieser Serie siehe auf der Startseite. Rechts der
Kaufmannsladen Mentz. (Copyright © Heimatverein "Alter Krug"
Zossen e.V. & Günter Scheike; Lizenz: CC BY-NC-SA; Bezeichnung der Bilddatei im
Original: kuschkow-ortsansicht-1-45206)
Die DDR machte es privaten Unternehmern sehr schwer, ihr Geschäft
zu führen. Sie hatten viele Repressalien zu überwinden. Unter normalen Umständen war
es unmöglich, einen privaten Telefonanschluss zu erhalten. Daher bemühte sich Kaufmann
Mentz um einen öffentlichen Telefonanschluss, den er auch erhielt (das Jahr ist unbekannt).
Es bedeutete für ihn aber, dass er telefonische Nachrichten, die bei ihm eingingen,
persönlich zum Empfänger bringen musste. Ein Kaufmannsladen ohne Telefonanschluss
ist inzwischen unvorstellbar. Nebenher bediente Günter Mentz auch Sparkassenkunden.
1986 wurde er Invalidenrentner und musste deshalb den Laden schließen.
Kassenstunden für die Sparkasse führte er noch einige Jahre weiter.
Leider konnten bei den folgenden Bildern nicht die Originalfotos sondern
nur Fotokopien dieser Fotos abfotografiert werden, daher die teils mäßige
Bildqualität. (Bildquelle für alle Fotos zur Familie Mentz:
Familienarchiv Mentz)
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Die Familien Güthler / Mentz 1952, von links:
Franz Güthler, Günter Mentz mit Frau Anneliese und Tochter, Konfirmandin Ilse Wilke (Schwester
von Anita Wilke), Hedwig Güthler und Otto König. Davor sitzend Elisabeth und Max Mentz.
Anlass für diese Aufnahme war offenbar die Konfirmation von Ilse Wilke.
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Günther Mentz mit seinem älterem Bruder Erwin auf
dem Motorrad um 1939. Rechts das Brautpaar Anneliese und Günter Mentz
am 8.7.1950.
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Günter Mentz vermutlich zur Zeit seiner Einberufung als
18-jähriger Soldat ca. 1942, als Kaufmann ca. 1960
und ca. 1970 sowie ganz rechts im Jahr 1997
als Rentner mit Ehefrau Anneliese und Urenkelin. Es folgen zwei Fotos vor
bzw. aus dem Laden im Jahr 1986 in
der Pretschener Straße (siehe dazu auch das Foto weiter oben), ein typischer
kleiner Kaufmannsladen im ländlichen Raum, wie er damals noch überall zu
finden war.
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Das weitere Geschäftsleben in Kuschkow
Aus den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg haben einige der inzwischen sehr
alten Kuschkower noch die "Semmelfrau" in guter Erinnerung, die
mit der Kiepe vom Bäcker aus Schlepzig Semmeln zu Fuß (!) nach Kuschkow brachte.
Die meisten Kuschkower kennen diese Berichte nur noch aus den Erzählungen
ihrer Eltern und Großeltern.
Rudolf Frohnhöfel I (1855 - 7.10.1929), Fleischermeister
Emilie Frohnhöfel, geborene Krause; Heirat am ..?..
Karl Friedrich Rudolf Frohnhöfel II (1.1.1888 Kuschkow - 19.2.1964 Kuschkow),
Fleischer und Hausschlächter (gemäß Kreisarchiv)
Helene Pauline Wilhelmine Frohnhöfel, geborene Stetter (22.1.1896 Radensdorf
- ..?..), Häuslertochter
Heirat am 7.9.1919; Nachfahren:
- Artur Friedrich
- Käthe Otto (28.03.1923 - ..?..)
Artur
Friedrich Frohnhöfel (29.5.1920 - 3.10.1982), Schlachtermeister
Charlotte Frohnhöfel, geborene ..?.. (21.12.1923 -
8.3.2012); Heirat um 1945-1946 (?). Nachfahren:
- Marianne (geboren 23.5.1946)
- Rudi (geboren 17.11.1959)
Der Schlachtermeister Artur Frohnhöfel ist unten zu sehen als Helfer beim
Hausbau um 1960 in der Gröditscher Straße 1a für den Bauherrn Fritz
Gärtner, groß und kräftig in der Bildmitte.
Links wird ein Foto des Grabsteins von Artur und Charlotte Frohnhöfel
auf dem Kuschkower Friedhof gezeigt.
(Foto und Bildquelle: Lutz Richter, 2015 - Website:
https://grabsteine.genealogy.net)
Auszug aus dem Kreisblatt vom 22.7.1915: "Der Anbauer und Fleischer Rudolf Frohnhöfel
in Kuschkow beabsichtigt, auf seinem daselbst belegenen Grundstück Bd. 13 Blatt Nr. 386
von Kuschkow eine Schlächtereianlage zu errichten." Rudolf Frohnhöfel eröffnete bald
auch einen Laden. Heute arbeitet die Fleischerei in vierter und fünfter Generation, vor
der Wiedervereinigung 1990 über viele Jahre auch als Sanitätsschlachtbetrieb.
Baufirmen, Bauhandwerk und Hausbau
Leider konnten bisher zum Baugeschehen und den in Kuschkow tätigen
Bauhandwerkern bzw. Baubetrieben nur wenige Bilder und Informationen
gefunden werden ‒ wer dazu Beiträge liefern kann, bitte sehr gern
melden, Kontaktdaten siehe ganz unten. Fest steht, dass der Name des
Bauunternehmers Franz Mating immer wieder in den Unterlagen auftaucht,
er war nach dem Krieg überall in Kuschkow und Umgebung aktiv. Er
übernahm offenbar Bauleistungen mit eigenen Mitarbeitern und beauftragte
Fremdfirmen als Subunternehmer. Da er auch bauvorlageberechtigt war und
somit Zeichnungen für Bauanträge erstellen konnte und durfte, galt er in
Kuschkow allgemein als der "Architekt" des Dorfes; er ist auf
dem folgenden Foto als Zweiter von links zu sehen. Für den Mühlenhof
hat er z.B. 1950 die Zeichnung für den hofseitigen Anbau und Umbau des
Nebengebäudes hinter dem Wohnhaus erstellt (siehe dazu die Mühlenseite).
Es folgen die bisher zum Thema gefundenen Bilder mit den Informationen,
die dazu ermittelt werden konnten. In den Jahren bis etwa 1990 war es
vollkommen normal, dass beim privaten Hausbau alle einsatzfähigen
Familienmitglieder die Hilfsarbeiten zur Unterstützung der Handwerker
(und zur Reduzierung der Baukosten) übernahmen.
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Bauhandwerker in Kuschkow beim Hausbau um 1960
in der Gröditscher Straße 1a für den Bauherrn Fritz Gärtner. Es halfen
Kuschkower Männer beim Richten des Daches. Von links erkennt man Alfred
Hecker, Franz Mating (Planer und Bauunternehmer für diesen Bau), ..?..,
Artur Frohnhöfel (Schlachtermeister), ..?.., Hermann Klinge, Richard
Brunn (Schmiedemeister); der Mann rechts außen ist nicht erkennbar.
(Foto: Familienarchiv Günter Weiher)
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Hausbau in Kuschkow mit Maurer und helfenden
Familienangehörigen um 1960 in der Gröditscher Straße
1a für den Bauherrn Fritz Gärtner. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)
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Bauhandwerker in Kuschkow beim Hausbau 1964,
ein Foto mit dem Zimmermann Hermann Wilke (Zweiter von rechts) wohl auf
dem Firmengelände der Baufirma. Vorn rechts sitzt mit kurzer Hose Heinz
Meier. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)
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Straßenbau um 1946, Ausbesserung der Landstraße nach Neu Lübbenau
durch die Straßenbaufirma Oskar Mentz, Vater von Werner Mentz
(1933-1988) aus Kuschkow, wohnhaft im Dorf links neben der Gaststätte Koschack.
Im Einwohnerverzeichnis (Familienverzeichnis) für Kuschkow von 1929 wurde Oskar
Mentz (1889-1967) als "Chausseewärter" geführt, siehe die Liste auf
der Startseite. Rechts neben dem Teerofen steht Paul Schober (1889-1949),
Vater von Hildegard Weiher und Großvater von Günter Weiher. Die Familie
Schober/Weiher kam nach dem Krieg als Flüchtlinge nach Kuschkow.
Nicht ganz klar ist, welche Straßenbauarbeiten auf dem Bild gerade
ausgeführt wurden. Im Hintergrund sieht man gestapelte Ziegel, aber
keine Pflastersteine, diese waren und sind bis heute nicht stapelbar
und werden daher geschüttet. Eventuell wurden hier Notreparaturen mit
Ziegelpflaster ausgeführt? (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)
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Quellen- und Literaturverzeichnis
Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite im
weitesten Sinne. Das allgemeine Literaturverzeichnis zu Kuschkow und der
Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite
(Startseite, siehe hier:
►).
Balke, Lotar: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald.
Vom Wandel Lausitzer Volksarchitektur im 20. Jahrhundert. Schriften des
Sorbischen Instituts. Domowina-Verlag Bautzen 1994
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmaldatenbank,
im Internet zu finden unter ns.gis-bldam-brandenburg.de/hida4web/search
(siehe direkt hier:
►)
Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet
unter https://blha.brandenburg.de (siehe direkt hier:
►) mit Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen
Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele der Dokumente
sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch
diverse Fachbücher kann man sich als PDF-Dateien herunterladen.
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Erarbeitet 2002 von
Birgit Martin als ABM-Leistung im Auftrag der Gemeinde Kuschkow.
Umfangreiche Loseblattsammlung in einem Ordner, aufbewahrt und
weiterverarbeitet zur gedruckten Chronik durch Familie Gerhard Scheibe
2003 (siehe nächste Position).
Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der
Gemeindevertretung Kuschkow zur 675-Jahrfeier 2003; Redaktion und
inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003
Der Spreewald (Deutschlands größter und schönster
Naturpark) und seine Bewohner. Reiche literarische
Abhandlungen nebst Bildern. 1929 / 1930. Adreßbuch und Einwohnerbuch
für den Kreis Lübben, die Städte Lübbenau, Vetschau, Lieberose,
Friedland und den übrigen Spreewald. Herausgeber: F. R. Kleinjung,
Verlagsanstalt, Liegnitz. Kuschkow auf den Seiten 89-90. Als PDF
zu finden bei der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter
https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/frontdoor/index/index/docId/14375
Kaak, Heinrich: Geschichte des Dorfes in Brandenburg vom
Mittelalter bis zur Gegenwart. Brandenburgische Historische
Kommission e.V., Potsdam 2010; separat publiziert als "Leitfaden für
Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF auf der Website des
Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de
Kaak, Heinrich: Die brandenburgische Ortsgeschichte in Personen,
Familien und ländlichen Schauplätzen. Brandenburgische
Historische Kommission e.V., Potsdam 2011; separat publiziert als
"Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF zu
finden auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter
https://blha.brandenburg.de
Kreisarchiv Landkreis Dahme-Spreewald in Luckau, Online-Findbuch mit
umfangreichen Recherche-Möglichkeiten zum amtlichen und nichtamtlichen Archivgut unter
https://www.kreisarchiv-lds.findbuch.net, z.B. zum Personenstandsregister der Standesämter mit
Geburtenbüchern, Ehebüchern und Sterbebüchern ‒ siehe direkt hier:
►
Lehmann, Rudolf: Geschichte der Niederlausitz.
Veröffentlichung der Berliner Historischen Kommission beim
Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Band 5.
Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin 1963
Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen
Ausgaben ab 1913 (Stand Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen
interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und Umgebung, findet man auf
der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter
https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476
Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow,
Kreis Lübben. Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der
Gemeinde zur 650-Jahrfeier)
Website "Fotografie und Architektur" (siehe hier:
►)
mit Fotos und Informationen zu historischen Gebäuden, Dörfern und
Architekturobjekten; zur Dorfgeschichte in Brandenburg allgemein sowie
in Kuschkow siehe dabei die Spezialseiten:
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 1, Kulturgut im ländlichen
Siedlungsraum (siehe hier:
►)
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 2, Gebäude, Baugestaltung, Natur
und Landschaft (siehe hier:
►)
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 4, Bauernhausarchitektur in
Stichworten und Bildern (siehe hier:
►)
- Architekturfotos und einige Angaben zu Kuschkow (siehe hier:
►)
- Erwin Seemel: Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse im Amt Lübben
um 1720 (siehe hier:
►)
Website "md museum-digital"
(https://www.museum-digital.de, siehe direkt hier:
►),
eine nach Bundesländern, Regionen, Orten und Themen sortierte Plattform,
auf der große und kleine Museen Informationen zu ihren Objekten
veröffentlichen können, darunter auch Bild- und Fotosammlungen
Wegener, Fritz: Beiträge zur Chronik des Dorfes Kuschkow. Enthalten in: Lübbener
Kreis-Kalender 1927, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben
(Spreewald); Seiten 46-51 (siehe direkt hier:
►)
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