Bilddokumente und Informationen zur Geschichte des Dorfes Kuschkow aus der Spreewaldregion in der Niederlausitz

 

 

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Kuschkow am nördlichen Rand der Niederlausitz

Dies ist die private Website von Doris Rauscher, aufgewachsen als Doris Jäzosch in Kuschkow, die ältere Tochter des Müllermeisters Manfred Jäzosch und seiner Ehefrau Jutta Jäzosch, geborene Thiele. Großvater war der Kuschkower Schmied und spätere Müllermeister Bernhard Jäzosch. Ziel der Website ist es, möglichst viele der noch existierenden Dokumente, Fotos und Berichte mit ortsgeschichtlichem Bezug zu Kuschkow der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Website versteht sich als persönliche Familien- und Heimatseite und gleichzeitig als sachliches Informationsangebot und digitales Archiv zur Dorfgeschichte. Die Bearbeitung der Website mit allen Unterseiten erfolgt gemeinsam durch Doris und Norbert Rauscher.

Oben sehen Sie drei Bildausschnitte aus Fotos, die weiter unten vollständig gezeigt und näher erläutert werden, jeweils mit Angaben zu den Bildquellen. Die Inhalte dieser Website mit ihren Unterseiten werden nach bestem Wissen regelmäßig aktualisiert und erweitert, je nach zur Verfügung stehenden Dokumenten und Erkenntnissen. Anregungen, Korrekturen und sonstige Hinweise werden gern entgegengenommen und eingearbeitet, Kontaktdaten siehe ganz unten.

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Seitenübersicht

Startseite Kuschkow-Historie ‒ Das Dorf Kuschkow und seine Geschichte in Bildern und Texten

Die Kuschkower Mühle ‒ Mühlengeschichte und die Müllerfamilien Wolff / Jäzosch

Die Schmiede der Familie Jäzosch ‒ Geschichte einer Dorfschmiede mit ihren Familien ab 1435

Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 1 ‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz

Hochzeitsfeiern und Hochzeitsfotos ‒ Teil 2 ‒ Das Heiraten in Kuschkow und der Niederlausitz

Die Dorfschule in Kuschkow ‒ Dorflehrer und Schulkinder in Bildern und Texten

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1.1 ‒ 1891 bis 1924 ‒ Seiten 0 bis 77

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1.2 ‒ 1924 bis 1929 ‒ Seiten 78 bis 111

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 1.3 ‒ 1929 bis 1947 ‒ Seiten 112 bis 148, Beilagen

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teile 2 und 3 ‒ 1947 bis 1953

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Teil 4 ‒ 1953 / 1960 bis 1968 ‒ Meine eigene Schulzeit

Klassenbücher aus der Dorfschule in Kuschkow ‒ Jahrgänge 1950/1951 und 1954/1955

Klassenbuch aus der Dorfschule in Kuschkow ‒ Jahrgang 1958/1959

Die Lehrerin Luise Michelchen ‒ Ein 107-jähriges Leben in Berlin-Charlottenburg und Kuschkow

Die Kuschkower Feuerwehr ‒ Dorfbrände, Feuerwehrgeschichte und Feuerwehrleute

Historische topographische Karten ‒ Kuschkow und die Niederlausitz auf Landkarten ab 1687

Separationskarten und Flurnamen ‒ Vermessung und Flurneuordnung in der Gemarkung ab 1842

Der Friedhof in Kuschkow ‒ Friedhofsgeschichte, Grabstätten und Grabsteine

Verschiedenes ‒ Teil 1.1 ‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit vor 1945

Verschiedenes ‒ Teil 1.2 ‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit 1940 bis 1960

Verschiedenes ‒ Teil 2 ‒ Bilddokumente aus Kuschkow und Umgebung ‒ Zeit nach 1950

Historische Ortsansichten ‒ Fotos und Zeichnungen aus anderen Orten der Niederlausitz
 




Gruppenfotos und andere Bilder zur Regionalgeschichte

Auf dieser Seite sehen Sie Bilder aus verschiedenen Sammlungen aus dem Zeitraum nach 1950, auf denen mehr oder weniger besondere öffentliche und private Ereignisse des Dorflebens dokumentiert sind, darunter auch einige Fotos mit Kuschkower Familienbezug aus anderen Orten. Die Präsentation der Bilder erfolgt im Wesentlichen in chronologischer Reihenfolge, nur wenn inhaltliche oder personelle Zusammenhänge bestehen, wurden sie entsprechend gruppiert ‒ ausnahmsweise sind aus diesen Gründen auch einige ältere Bilder zugeordnet.

 

Gruppenausflug in die Sächsische Schweiz im Sommer 1952, Anlass bzw. Veranstalter sind unklar (Feuerwehr, ... ?), zwei Fotos am Felsentor "Kuhstall". Jeweils vorn links stehend mit Handtasche Jutta Jäzosch, vorn sitzend mit kurzer heller Hose Manfred Jäzosch, seit Januar dieses Jahres verheiratet.

 

Ein weiteres Bild von einem Kuschkower Gruppenausflug wohl aus der Zeit um 1960, diesmal ins Zittauer Gebirge, auch hier konnte der Anlass nicht geklärt werden. Vorn rechts zwischen den beiden Männern in dunklen Anzügen sitzt Jutta Jäzosch, oberhalb hinter ihr sitzen Elfriede und Kurt Michelchen, rechts vor Michelchens sitzt Agnes Rattei.

 


Adler-Trumpf um 1959 und 1956:
Die beiden nur wenige Jahre nach der Hochzeit erworbenen PKW "Adler-Trumpf", oben ein "Adler-Trumpf Cabriolet" um 1959, der ganze Stolz des jungen Müllermeisters Manfred Jäzosch, unten rechts ist er in seiner Freizeit als Aushilfs-Gastwirt zu sehen.

Links der ältere und zuerst gefahrene Vorgänger um 1956, sichtbar gebraucht und vom Leben im Verkehr gezeichnet, mehr war bei den finanziellen Mitteln zu dieser Zeit nicht möglich, fotografiert auf dem Mühlenhof mit der kleinen Doris als Kühlerfigur. Rechts im Bild ist die alte Schwengelpumpe auf dem Hof zu sehen, dahinter die Tür zur Backstube. Links im Hintergrund schließt die Scheune an. Weitere Angaben zu diesen Gebäuden gibt es auf der Mühlenseite.

Junge Männer in Kuschkow: Zuerst ein Gruppenfoto um 1950, fünf Freunde, oben links Gerhard Görsdorf und rechts Manfred Jäzosch, unten von links Günter Mentz, Heinz Möbus und Franz Dillan. Danach ein Bild aus der Zeit um 1958, aufgenommen in der Gaststätte "Zur Linde" (später Gaststätte "Treffpunkt") in der Dorfstraße 5, die zu dieser Zeit durch das Ehepaar Hilbert betrieben wurde. Manfred Jäzosch steht hinter dem Tresen, er hat mit seiner Ehefrau Jutta gelegentlich ausgeholfen und die Wirtsleute vertreten. Vorn links im Bild ..?.. Geppert, ihm gegenüber am Tisch der Polizist Herbert Tschiersch, rechts an diesem Tisch Manfred Piater, hinter diesem am Nachbartisch Eberhard Paech.

 

Mein Vater Manfred Jäzosch war nicht nur ein Liebhaber gebrauchter Automobile sondern interessierte sich auch für Motorräder, was dazu führte, dass er etwa 1960 eine DKW/IFA/MZ in sehr gepflegtem Zustand erwarb. Schon bald, nachdem ich für die Verwendung als Kühlerfigur auf den Autos zu groß war, konnte auch ich dieses Motorrad bedienen und durfte auf dem Mühlenhof fröhlich meine Runden drehen, wie dieses Foto aus der Zeit um 1963 beweist.
Bei starker Vergrößerung des Originalfotos ist zu erkennen, dass auf dem Tank des Motorrads ein Firmenlogo der reichsdeutschen Marke DKW angebracht war, aber schon die Buchstaben IFA eingefügt wurden. Es handelt sich um die Baureihe DKW RT 125, die nach dem Krieg ab 1950 wieder (fast) unverändert produziert wurde, jedoch jetzt unter dem Markenzeichen DKW/IFA, dann unter DKW/MZ und schon bald nur noch unter MZ (VEB Motorradwerk Zschopau) als MZ 125. Das auf dem Mühlenhof fotografierte Modell ist somit ein Nachbau der von 1940 bis 1944 produzierten DKW RT 125 der Auto Union AG. Weitere Informationen findet man z.B. bei Wikipedia.

 

Mandolinengruppe in Kuschkow am 1. Mai 1953 unter der Leitung von Alfred Rattei Junior, Uhrmacher und Gemeindediener (Spitzname "Uhrchen" vom Vater auf ihn übergegangen oder "Menne", wie ihn seine Ehefrau nannte), in seinem Haus war die Bürgermeisterei. Wie man sieht, wurde dem Sozialismus besonders zu den Feiertagen mit Musik und starken Losungen auf die Sprünge geholfen.
Vorn in der ersten Reihe sitzen von links: Elisabeth Hoffmann, Margot Leutloff, Henriette Tatschner und Helga Scheel. In der zweiten Reihe stehen dahinter von links: Edelgard Poch, Renate Simmack, Astrid Martschei, Elfriede Burdack, Karin Scheel, Hans-Joachim Jäzosch, Sigrid Dillan, ..?.. Kühn, Gerhard Stein (Stiefsohn von Bürgermeister Ternick) und Walter Bubenicek. Die zweite Reihe war die Gesangsgruppe. (Foto: Familienarchiv Scheel/Müller)

 

Ernteeinsatz der Dorfjugend von Kuschkow in den 1950er Jahren, Vesper am Heuschober. Vorn sitzen von links: Werner Wilke, Sigrid Dillan, Gudrun Schulze, Karin Scheel, Gerhard Brunn, zwischen Gudrun und Karin dahinter Herbert Franke mit Schirmmütze. Der Kopf zwischen Sigrid Dillan und Gudrun Schulze ist nicht erkennbar. Ganz hinten am Heuschober steht Edelgard Poch. (Foto: Familienarchiv Scheel/Müller)

 

Hertha Elsner, dritte Ehefrau des 1956 verstorbenen Emil Elsner, mit ihrer ältesten Stieftochter Margitta auf den Stufen zur Vorlaube ihres Wohnhauses in der Dorfstraße 11, ein Foto um 1950 leider nur in schlechter Qualität. Rechts sitzt Hertha Elsner mit ihren Stiefkindern Margitta (ältestes Mädchen aus erster Ehe des Emil Elsner) und Monika (aus seiner zweiten Ehe) auf ihrer Wiese hinter ihrem Grundstück in Richtung Dürrenhofe. Der Junge auf dem Foto ist unbekannt. Im Hintergrund sieht man die Häuser der Dammstraße. (Beide Fotos: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Unbekannter Mann mit Ziegenbock um 1950 auf der Wiese hinter dem Hof Elsner (heute Dorfanger 11) in Richtung Dürrenhofe. Eventuell handelt es sich um Emil Elsner (1900-1956), das Bild fand sich zusammen mit den Fotos von Hertha Elsner. Er wird in der Schulchronik 1924 erwähnt als Stammgutsbesitzer und Mitglied des Gemeindevorstandes. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Noch einmal die Wiese hinter dem Hof Elsner, fotografiert etwa in der gleichen Zeit wie oben mit Emil Elsner und seiner Ziege. Bei starker Vergrößerung des Originalfotos kann man links bei den Kühen Hertha Elsner erkennen mit ihrem Schäferhund zu ihren Füßen und ganz rechts bei der Kuh offenbar Emil Elsner. Im Hintergrund sieht man wieder die Häuser an der Dammstraße. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Fastnacht in Kuschkow Anfang der 1950er Jahre, großes Gruppenfoto beim Zampern, das Originalfoto leider in schlechter Qualität. Die Zweite von links mit Brille und Schirm ist Jutta Jäzosch. Genau in der Mitte steht Elfriede Wolff (1956 verheiratete Michelchen). Die Zweite von rechts in der Hocke ist Ilse Mietke (später verheiratet mit Franz Dillan, siehe kleines Bild weiter oben links). Links von ihr vorn in der Mitte sitzen Anni und Margitta Dillan.

Das Zampern (auch: Zempern) ist ein wendischer / sorbischer Fastnachtsbrauch, der in den deutschen Dörfern offenbar gern übernommen wurde und bis heute fortgeführt wird. Die Fastnachtsfeiern erstreckten sich über drei Tage von Rosenmontag bis Aschermittwoch, gezampert wurde meist am Dienstag. Die kostümierte Jugend zog mit Musik durch das ganze Dorf und sammelte (forderte) Speisen und Getränke ein; wer nichts geben wollte, musste Schabernack erdulden. Einige Angaben dazu findet man bei Ewald Müller, siehe Literaturverzeichnis unten. Das Wort "Zampern" ist abgeleitet aus dem sorbischen Begriff "zamprowanje" bzw. "camprowanje" und bedeutet "Heischen" oder "Einfordern", siehe z.B. im Literaturverzeichnis bei Zwahr 1847 unter dem Stichwort "Zamprowasch" (Seite 390).

 

Kindergartengruppe in Kuschkow beim Zampern 1957 durch das ganze Dorf. Mein Vater Manfred Jäzosch fotografierte die Gruppe vor unserem Hof. Die Kinder sangen auf jedem Hof des Dorfes ein Lied und bekamen dafür Geld. Eier und Speck brachten die Eltern in den Kindergarten. Oft wurden die zampernden Kinder auch von Musikanten begleitet, zur Musik wurde dann auf jedem Hof getanzt. Die Erzieherinnen sind hier Fräulein Weichmann links und Johanna Scheel rechts. Vorn stehen von links: Arno Feldner, Gisela Staude, Angelika Zänker mit heller Schürze, dahinter die kleine Irene Mentz. An der Hand von Angelika folgt Doris Jäzosch im Fastnachtskostüm, welches auch schon die Mutter trug; rechts von Doris steht Helga Karras. Das letzte Mädchen rechts in dieser Reihe ist Dorlies Saretz. Monika Schneider ist das große Mädchen hinter Doris, dessen Kopf halb verdeckt ist. Die Erzieherinnen bastelten Hütchen für alle Kinder und malten ihnen rote Bäckchen an. An einem Tag nach dem Zampern wurde im Kindergarten Fasching gefeiert mit Eierkuchen und Tanz wie bei den Erwachsenen.

 

Hier noch einmal dieselbe Kindergartengruppe zur Fastnacht 1957 wie oben, fotografiert vor dem Kindergartengebäude in der Kirchstraße 2. Das Foto ist leider etwas verschwommen, wahrscheinlich wurde es aufgenommen von Werner Wilke. Die Erzieherinnen sind wieder Fräulein Weichmann links und Johanna Scheel rechts. Die Aufzählung der Kinder in jeder Reihe beginnt immer von links:
Erste Reihe sitzend: ..?.., Gudrun Wittmann, Silvia Barwar und Margret Noack. Zweite Reihe stehend dahinter: Hansi und Paul Saretz, ..?.., Sigrid Liepe, Doris Jäzosch, Christa Klitsch, ..?.., Dieter Görzig, der Kopf dahinter ..?.. und Detlef Barwar.
Dritte Reihe: Christa Mentz, Monika Schneider, ..?.., Gisela Staude, Klaus Karras, Dieter Konrad, Wolfgang Görzig, ..?.., Dorlies Saretz und ..?... Letzte Reihe hinten: Christa Tatschner, Monika Ternick, Helga Karras, Adelheid Grießbach, ..?.. Ingrid Mai, Marion Mentz (?) und Monika Zänker.
Weitere Informationen zur baulichen und personellen Entwicklungsgeschichte des Kuschkower Kindergartens in der Nachkriegszeit gibt es auf der Seite "Schulchronik Teil 4".

 

Kindergartengruppe in Kuschkow 1958, fotografiert mit Fastnachts-Hütchen vor dem Kindergartengebäude Kirchstraße 2. Die beiden Erzieherinnen sind wieder links Johanna Scheel und rechts Fräulein Weichmann. Wahrscheinlich wurde auch dieses Foto aufgenommen von Werner Wilke. Die Aufzählung der Kinder in jeder Reihe beginnt wieder von links:
Erste Reihe sitzend: Kein Kind erkennbar. Zweite Reihe: Ilona Rattei, Paul Saretz, ..?.., Marita Meyer; Ingrid Mai, Doris Jäzosch, Silvia Barwar, ..?.., Dieter Görzig und ..?.. Dritte Reihe: Sigrid Liepe, Helga Karras, Christa Wilke, Günter Wilke, ..?.., ..?.., Horst Möbus und Detlef Barwar. Letzte Reihe: ..?.., Christa Klitsch, Angelika Zänker, ..?.., Monika Ternick, ..?.. und Bernd Krachudel.

 

Fastnacht in Kuschkow 1958, Kinder beim Zampern. Hinten rechts steht Ingrid Wilke, neben ihr Henriette Tatschner, beide schwingen den Hut. Vorn in der ersten Reihe das drittel Mädchen von rechts mit hellem Kopftuch ist Monika Ternick. Die anderen der teilweise maskierten Kinder konnten nicht ermittelt werden. Im Hintergrund Stratmanns Haus auf der nördlichen Seite der Dammstraße, heutige Hausnummer 11, zum Aufnahmezeitpunkt noch mit der ursprünglichen unverputzten Ziegelfassade. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)



Fastnacht in Kuschkow 1958, zwei Gruppenbilder mit dem motorisierten Spaßgefährt "Die Feurige Isabella", konstruiert aus einem umgebauten Fahrrad. Zuerst die jungen Konstrukteure des Gefährts, darunter ganz rechts Werner Wilke mit seinem Rennrad und neben ihm Günter Weiher als Zweiter von rechts auf dem Hof der Jäzosch-Schmiede, Dorfstraße 10. Ganz links am Haus auf der Treppe steht Helga Brunn, neben ihr Paul Piater und im Hintergrund seine Tochter Ilse Piater.

Werner Wilke war offenbar ein leidenschaftlicher Radfahrer, der das Radfahren auch sportlich mit dem Rennrad betrieb. Links ist er auf einem Foto im Sommer zu sehen, etwa in der gleichen Zeit.

In der "Schulchronik der Schule zu Kuschkow 1891-1953, Teil 3: 1952-1953" wird im Zusammenhang mit der "Arbeitsgemeinschaft Phototechnik" auch von Werner Wilke als Fotograf berichtet. Seine Ehefrau erzählte von gelegentlichen Aufträgen, die er als Fotojournalist von regionalen Zeitungen bekam.
(Beide Fotos: Familienarchiv Günter Weiher)





 

Fastnacht in Kuschkow 1958, das zweite Bild mit dem Spaßgefährt "Die Feurige Isabella". Hier ist das Gefährt im Dorfzentrum an der Gröditscher Straße im Einsatz, Ecke Pretschener Straße, Blick in Richtung Gröditsch. Rechts im Hintergrund ist ein Elektro-Umspannturm (Trafoturm) zu sehen, der damals ungefähr an der Stelle stand, auf der später das Fleischverkaufsgebäude von Frohnhöfel errichtet wurde. Im Hintergrund links die Seitenansicht vom Haus von Alfred Rattei jun., Sohn des Uhrmachers Alfred Rattei (1881-1964), das Haus hatte die alte Hausnummer 58, heute Pretschener Straße 26 und als Dorfgemeinschaftshaus mit Gemeinderaum in kommunaler Nutzung. Hinter dem Kopf des Fahrers Günter Weiher sieht man die Scheune zum Hof Pretschener Straße 25, die heute in dieser Form ebenfalls nicht mehr existiert, sie wurde wohl in den Komplex des Fleischbetriebes eingebaut. Gabi (Gabriele) Koschack, das kleine vierjährige Mädchen mit Kopftuch rechts, bestaunt das Gefährt. Ein weiteres Bild mit der "Feurigen Isabella" gibt es auf der Startseite, vor dem Haus Dorfstraße 15. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Tanzvergnügen im Saal (bei Koschack in Kuschkow ?) um 1960, vorn rechts mit Blick in die Geldbörse Werner Wilke, links hinter ihm Günter Weiher und links neben diesem steht Siegfried Jäzosch mit einem Geldschein in der Hand. Im Hintergrund auf der Bühne erkennt man die Tanzkapelle. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Gruppenfoto zur Fastnacht in Kuschkow vor dem Hauseingang zum Baubetrieb von Franz Mating, damals noch Dorfstraße 21 (oder 24 ?, heute Berliner Straße), in den 1950er Jahren. In der oberen Reihe von links stehen Elfriede Wolff (Michelchen), Ilse Dillan, dahinter Hermann Schmidtchen, Tischler Heinz Domke, dahinter Heinz Zänker, Max Liepe, Franz Dillan und ganz rechts Jutta Jäzosch. Davor von links Siegfried Döring, Wolfgang Wilke, der Mann mit Kind ist unbekannt, Wolfgang Diebert im Rock und mit Eierkorb, der Mann ganz rechts mit Speckkorb ist Willi Saretz. Franz Mating hat fast alles, was es in Kuschkow zu bauen gab, projektiert, beantragt und mit seiner Firma ausgeführt, er war Zimmermeister und Bauunternehmer mit Bauvorlageberechtigung. Schon sein Vater (?) Theodor Mating wurde im Einwohnerverzeichnis für Kuschkow von 1929/1930 als Bauunternehmer geführt (siehe Startseite).

 

Fastnacht in Kuschkow 1961, Kinder beim Zampern in der Dorfstraße am 13.2.1961. Im Hintergrund sieht man den Hof Dillan, Dorfstraße 14, dabei rechts das Wohnhaus mit der kleinen Eingangs-Vorlaube mit Satteldach und links neben dem großen Wirtschaftsgebäude die Durchfahrt zur Dammstraße. Ganz rechts vor dem LKW steht eine Milchkanne auf der Milchbank. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Bauern mit Pferdegespann auf der Kuschkower Dorfstraße in den 1950er Jahren vor dem Fachwerkhaus Nr. 16, in dem die Familie Thiele als Flüchtlinge einige Räume zugewiesen bekam. Rechts steht mein Großvater Hermann Thiele im dunklen Mantel, wie immer mit Tabakspfeife. Im Hintergrund rechts ist das Eckhaus Pretschener Straße 1 / Ecke Kirchstraße zu sehen. Zu dieser Zeit trugen die Männer bei der Arbeit meist noch Schirmmützen aus Stoff, die später allgemein durch "Arbeits"-Hüte (meist aus Kunstleder) abgelöst wurden.

 

Der Uhrmacher Alfred Rattei (1881-1964) im Baumstamm um 1960, eines der im ganzen Dorf bestens bekannten Kuschkower Originale, von den Kuschkowern "Uhrchen" genannt, fotografiert von Günter Weiher. Auf dem kleinen Originalfoto ist er kaum erkennbar, digital konnte er in seinem Versteck sichtbar gemacht werden. Man erkennt in der Baumhöhle vor ihm eine Zweimann-Schrotsäge, in der linken Hand hält er eine Axt. Wenn Sie ihn noch etwas genauer sehen wollen, dann klicken Sie hier:

Gerhard Scheibe zeigte dieses Foto bereits in der Chronik der Gemeinde Kuschkow und beschreibt darin den Naturfreund Alfred Rattei als etwa 80jährigen in einer hohlen Eiche mit eingebauter Sitzbank in seinem Wald im Neulübbenauer Busch. Die Suche nach dem Originalfoto endete erfolgreich bei Günter Weiher. Zum Foto gehört ein von Alfred Rattei verfasstes Gedicht mit dem Titel "Mein alter Eschenbaum". Der hohle Baum ist die im Gedicht besungene alte Esche. Günter Weiher schrieb das Gedicht für seinen Auftraggeber Alfred Rattei mit der Schreibmaschine ab und verwahrte es wie das Foto. Hier wird das Schriftstück gezeigt; klicken Sie auf das Bild für eine lesbare Vergrößerung:

 

    
Alfred Rattei erteilte regelmäßig Fotoaufträge an Günter Weiher, um Bemerkenswertes aus Kuschkow zu dokumentieren. An dieser Stelle soll verwiesen werden auf einen am 1. September 1963 von Alfred Rattei geschriebenen Aufsatz zur Dorfgeschichte, mit Skizze und Beschreibung der Dorfanlage versehen. Zu finden ist dieser Aufsatz auf der Seite zur Schulchronik der Gemeinde Kuschkow 1891-1953, Teil 1.3 ‒ 1929 bis 1947, als Anlage am Ende der Seite; siehe direkt hier:

 

Jugend von Kuschkow, gab Ärger ‒ so lautet der Text zu diesem Bild im Fotoalbum von Günter Weiher. Offenbar hatten hier einige Jugendliche aus Kuschkow gegen Ende der 1950er Jahre auf scherzhafte Weise den wirtschaftlichen Zustand der DDR dargestellt zusammen mit einem KONSUM-Firmenschild und einer auf den Kopf gestellten Deutschland-Fahne (die DDR-Flagge mit Staatswappen wurde erst am 1. Oktober 1959 eingeführt). Da diese Installation auf dem damaligen Sportplatz neben der Schule vermutlich von den zuständigen Staatsorganen richtig gedeutet wurde, kann man davon ausgehen, dass es interne Ermittlungen gab. Ob diese Ermittlungen zu Ergebnissen führten, ist nicht bekannt. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Bauhandwerker in Kuschkow beim Hausbau um 1960 in der Gröditscher Straße 1a für den Bauherrn Fritz Gärtner. Es halfen Kuschkower Männer beim Richten des Daches. Von links erkennt man Alfred Hecker, Franz Mating (Planer und Bauunternehmer für diesen Bau), ..?.., Artur Frohnhöfel (Schlachtermeister), ..?.., Hermann Klinge, Richard Brunn (Schmiedemeister); der Mann rechts außen ist nicht erkennbar. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Hausbau in Kuschkow mit Maurer und helfenden Familienangehörigen um 1960 in der Gröditscher Straße 1a für den Bauherrn Fritz Gärtner. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Bauhandwerker in Kuschkow beim Hausbau 1964, ein Foto mit dem Zimmermann Hermann Wilke (Zweiter von rechts) wohl auf dem Firmengelände der Baufirma. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

LPG-Ausflug 1964 in den Harz, Gruppenbild in der Hermannshöhle, Rübeland im Harz. Mittig hinter den beiden sitzenden Frauen steht Erna Wilke, links neben ihr steht ihre Tochter Ingrid Weiher, rechts von ihr meine Mutter Jutta Jäzosch. Die zweite Person von rechts vorn ist Agnes Rattei. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Auf diesem zweiten Bild vom LPG-Ausflug 1964 in den Harz (siehe oben) sind von links nach rechts zu sehen: Herta Elsner, Katharina Ternick, Frau Gärtner, Erna Wilke und ganz rechts ihre Tochter Ingrid Weiher. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Frauen bei der Feldarbeit im Oktober 1965, rechts steht Hildegard Weiher, links neben ihr die Schwiegertochter Ingrid Weiher, links außen Erna Wilke. Auf dem rechten Bild sieht man Ingrid Weiher 1965 auf dem Hof der Familie neben der Schwengelpumpe im Holzgehäuse (verleistet oder ein geschlitzter Baumstamm), wie sie damals noch auf jedem Hof zu finden war. (Beide Fotos: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Hof Wilke/Weiher in der Pretschener Straße im Oktober 1969, drei kleine Schnappschüsse aus dem Familienalbum. (Alle Fotos: Familienarchiv Günter Weiher)

 



Chortreffen / Sängertreffen und Dorffest in Kuschkow 1964, ein Großereignis, bei dem unter anderen der Chor aus Kuschkow auftrat und das ganze Dorf auf den Beinen war. Wie man dem Text über der Bühne entnehmen kann, stand das Treffen unter der sozialistischen Losung "Politik, Ökonomie und Kultur ‒ eine Einheit". Die große Bühne war auf dem Dorfplatz am hinteren Ende der Dorfstraße vor dem Haus Dorfstraße 9 und der damals noch vorhandenen Friedenseiche aufgebaut, rechts im Bild erkennt man den Giebel des Wohnhauses Dorfstraße 11. Auf der Bühne steht wohl gerade die 1963 gegründete Frauensingegruppe Kuschkow (siehe Ortschronik von 2003, Seite 80). Die Ortseinfahrt aus Richtung Dürrenhofe war offenbar vorübergehend gesperrt (kleines Bild rechts), seitlich auf der Straße steht ein Tisch mit Stuhl. (Alle Fotos: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Chortreffen / Sängertreffen und Dorffest in Kuschkow 1964 (siehe oben). Hier ist die östliche Seite der Dorfstraße zu sehen, hinten links die inzwischen nicht mehr existierende Gaststätte "Zur Linde" mit Saalanbau Dorfstraße 5, zum Aufnahmezeitpunkt durch die KONSUM-Genossenschaft als Pächter betrieben und im Angestelltenverhältnis bewirtschaftet von Emmi und Erwin Feldner; weitere Angaben dazu siehe auf der Startseite. In der Bildmitte das Wohnhaus Dorfstraße 6 noch mit einer traditionellen hölzernen Eingangslaube und Stallgebäude rechts daneben. Davor im öffentlichen Straßenraum ein kleines massives Gebäude mit Fenster und Satteldach, das heute ebenfalls nicht mehr existiert. In diesem Gebäude war die kleine Dorfwaage untergebracht, die große befahrbare Waage befand sich weiter vorn vor dem Hof Dorfstraße 3. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Dorffest in Kuschkow um 1970 (?), Sitzbänke mit Publikum vor der Gaststätte "Zur Linde" an der Dorfstraße (zu dieser Zeit betrieben durch Emmi und Erwin Feldner). Auf der mittleren Bank sitzen von links: Jutta Jäzosch, die Schwestern Helga Hilbert und Karin Müller (beide geborene Scheel) sowie ein Paar aus Schlepzig. Auf den anderen Bänken ganz rechts mit Bart Gerhard Nawrot und ganz links Adelheid Grießbach. Im Hintergrund sieht man Reiner Guttke, der zu Kutschfahrten durch das Dorf und die Umgebung eingeladen hat. Hinten links steht ein Trabant 601, der ab Juni 1964 in Serienfertigung hergestellt wurde. (Foto: Familienarchiv Scheel/Müller)

 

Konfirmation 1964 in Kuschkow, Gruppenfoto der Konfirmanden mit Pfarrer Kurt Müller vor dem Kirchenportal. Vorn in der ersten Reihe stehen Margitta Lehmann, Günter Nakonzer und Heidemarie Kunze. In der zweiten Reihe dahinter Klaus Hoffmann und Willi Saretz. In der hinteren Reihe Rudi Frohnhöfel, ..?.., Pfarrer Kurt Müller, Gerhard Dillan und Dieter Görsdorf. Alle Aufzählungen jeweils von links nach rechts. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Konfirmation am 19. Mai 1968 in Kuschkow, Gruppenfoto der Konfirmanden mit Pfarrer Kurt Müller vor dem Kirchenportal. Von den vier Mädchen aus Gröditsch stehen drei in der ersten Reihe, in ihrer Mitte Ursula (Uschi) Schulz, später in Kuschkow verheiratete Dillan. Links in der zweiten Reihe Bernd Krachudel, rechts neben ihm ein weiteres Mädchen aus Gröditsch. In der zweiten Reihe links neben dem Pfarrer steht Doris Jäzosch. In der letzten Reihe von links Horst Möbus, Marita Meyer, Sigrid Liepe und Karin Rattei.

 

Stollereiten / Stollenreiten in Kuschkow um 1970 auf einer Wiese am Puischaweg (Weg hinter den damaligen LPG-Anlagen, nordwestliche Abzweigung von der Berliner Straße). Dieter Görsdorf reitet auf dem Schimmel von Erna Wilke. Im Hintergrund beim Publikum, rechts vom Pferd, freut sich der damalige Bürgermeister Max Ternick über den Sieger des traditionellen Wettbewerbs. Weitere Informationen zur wendischen Tradition des Stollereitens, die von den deutschen Dörfern übernommen wurde, findet man bei Ewald Müller, siehe Literaturverzeichnis unten. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

Erntefest in Kuschkow 1973, Erntefest-Kinder auf einem Traktoranhänger zusammen mit den Kindergartenkindern. Hinten links außen stehend Mike Weiher, daneben Kindergärtnerin Johanna Scheel, rechts neben ihr Steffen Müller (ihr Enkel) und rechts außen ihr Enkel Jörg Müller, vorn die Kindergärtnerin Gerda Kurth und vorn links außen Ramona Gerasch. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

 

 




Der Weg "über Bohle" zwischen Krugau und Kuschkow

Ingrid Wilke und Elfriede Burdack "auf Bohle" ‒ das war seit jeher der Name im ortsüblichen Sprachgebrauch für die Überquerung des Landgrabens auf dem Weg nach Krugau. Man kann annehmen, dass es sich in früher Zeit wirklich um eine Holzbohle handelte. Ich kenne Bohle als eine schmale Betonbrücke, die auf beiden Uferseiten auflag und nur zu Fuß oder mit Fahrzeugen, die schmal und leicht genug waren, um auf die Brücke gehoben zu werden (Fahrrad, Moped oder Motorrad), benutzt werden konnte. Im folgenden Kartenausschnitt von 1908 ist der Weg über die feuchten Wiesen rot markiert, etwa auf halber Strecke kreuzt er den Landgraben (Bildquelle: Karte des Deutschen Reiches M 1:100000, Blatt 319 Beeskow. Aufgenommen von der Topographischen Abteilung der Königlich Preußischen Landesaufnahme 1901, herausgegeben 1908. Digitalisiert in hoher Auflösung von der Deutschen Fotothek Dresden unter https://www.deutschefotothek.de/gallery/freitext/df_dk_0000532_0319). Aus den Berichten meines Vaters weiß ich, dass das gesamte auf der Karte als feucht markierte Wiesengebiet beidseits des Landgrabens früher im Winter und Frühjahr zeitweise unter Wasser stand, bei Frost konnten die Kinder dort ihre Schlittschuhe nutzen.



Über Bohle führte der Weg des Pfarrers von seinem Amtssitz in Krugau an unserem Hof vorbei in die Kuschkower Kirche und wieder zurück. Wie wir dank einer Postkarte des Pfarrers Zeitzler vom 7.6.1930 erfuhren (siehe Schulchronik Teil 1.3, 1930, Seite 113), war oft eine Rast bei der Müllerfamilie auch zum Waschen der Füße bzw. zum Reinigen der Schuhe nötig. Bevor die Familien Geld für Fahrräder aufbringen konnten, gingen Generationen Kuschkower Kinder den Weg "über Bohle" zum Konfirmandenunterricht nach Krugau. Als Kinder spielten wir beim Kühehüten gern dort mit Kaulquappen oder fuhren mit einer Viehtränke als Kahn unter der Bohle hindurch.



Das einzige leider sehr schlechte Foto "von Bohle" ist um 1957 entstanden, Blick in Richtung Kuschkow. Die beiden fröhlichen Mädchen Elfriede Burdack (links) und Ingrid Wilke (rechts) aus Kuschkow stehen auf den Betonkanten der schmalen Brücke und waren vielleicht mit den anderen Kindern ihres Jahrgangs auf dem Weg zum Pfarrer. Wie man sieht, war der Weg durch Fahrspuren wegen der geringen Nutzung kaum markiert (es wurde noch mit Pferden gearbeitet), der Weg ist nur erkennbar durch den links neben ihm verlaufenden Entwässerungsgraben. Die Landschaft im Umfeld der Entwässerungsgräben besteht nur aus Wiesen, Sträucher fehlen in dem Bereich. (Foto: Familienarchiv Günter Weiher)

Interessant ist dazu der Vergleich zwischen den folgenden beiden Luftbildern des brandenburgischen Landesvermessungsamtes (abgerufen im BrandenburgViewer unter https://bb-viewer.geobasis-bb.de), in der Bildmitte jeweils die "Bohle", links der Zustand um 1992, rechts 10 Jahre später um 2002. Deutlich erkennbar sind die nach 1990 angelegten Pflanzungen entlang des Weges.



Obwohl später unzählige Male die "Bohle" das Ziel unserer Spaziergänge war, habe ich leider selbst nur das folgende Foto von der alten Bohle gemacht, nachdem sie schon lange nebenan auf der Wiese abgesetzt war und durch eine neue breitere und auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahrbare Brücke ersetzt wurde, die nun Bohle heißt. Der Umbau muss nach meiner Erinnerung in den späten 1960er Jahren erfolgt sein. Erst danach haben sich auf dem Weg nach Krugau Fahrspuren durch regelmäßige Nutzung gebildet. Auch diese Brücke ist inzwischen begrünt und eingewachsen in die Landschaft und das Geländer beginnt zu rosten. Die vier Bilder stammen aus den Jahren 2006 und 2007.




Die folgenden Fotos von 2009 zeigen die Landschaft und den Weg von dieser Brücke aus nach Kuschkow. Besonders auffällig im Vergleich mit 1957 sind die inzwischen erkennbare Nutzung durch Fahrzeuge sowie die in den 1990er Jahren für den Natur- und Artenschutz angelegten dichten und teilweise sehr breiten Randbepflanzungen, auf die feuchten Standorte abgestimmte Feldrainpflanzungen aus Gehölzen (Weide, Erle, Pappel, usw.) und Schilfgras / Ried in Kombination mit dem Landgraben sowie den Wassergräben parallel zum Weg. Wie man sieht, wurde die Landschaft in diesem Bereich sehr zu ihrem Vorteil entwickelt. Am Ende tritt man aus dem kleinen Wäldchen (Flurname: Golitzka) und erblickt am Siedlungsbeginn von Kuschkow den Mühlenhof Jäzosch, die gelegentliche Raststätte des Pfarrers auf dem Weg zur Kirche.







 




Quellen- und Literaturverzeichnis

Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite im weitesten Sinne. Das allgemeine Literaturverzeichnis zu Kuschkow und der Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite (Startseite, siehe hier: ).

Bahl, Peter: Belastung und Bereicherung. Vertriebenenintegration in Brandenburg ab 1945. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH, Berlin 2020 (kostenlos zum Download unter http://www.bwv-verlag.de). Mit einigen Informationen zur Unterbringung von Flüchtlingen in den Baracken des ehemaligen Reichsarbeitsdienstes (RAD) in Kuschkow und im Kreis Lübben. Auch Jutta Jäzosch, geborene Thiele, wird als Vertriebene im Buch mehrfach erwähnt (Seiten 1447, 1618, 1633). Leider wird ihr Name regelmäßig falsch als "Jäzoch" geschrieben und ihr Geburtsdatum wird falsch mit 1939 angegeben statt mit 1929. Auf Anfrage und Bitte um Korrektur zumindest bei der digitalen Fassung teilt der Verlag am 5.10.2023 mit: "Es ist leider nicht möglich, nur bei der digitalen Version eine Änderung vorzunehmen, weil Print und Online gleich sein müssen." Keine Entschuldigung, nichts. Man weiß jetzt jedenfalls, wie man die Angaben in dieser Publikation insgesamt zu bewerten hat.

Balke, Lotar: Bauen und Wohnen in Heide und Spreewald. Vom Wandel Lausitzer Volksarchitektur im 20. Jahrhundert. Schriften des Sorbischen Instituts. Domowina-Verlag Bautzen 1994

Boer, Wierd Mathijs de: Entstehung und Geomorphologie des Unterspreewaldes (Literaturauswertung). Erschienen in: Biologische Studien, Heft 26, Luckau 1997; Seiten 3-10 (siehe direkt hier: ). Der Beitrag bietet einen Überblick über diverse Fachpublikationen, die sich mit der naturräumlichen Abgrenzung der Region Unterspreewald (Niederspreewald) befassen.

Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmaldatenbank, im Internet zu finden unter ns.gis-bldam-brandenburg.de/hida4web/search (siehe direkt hier: )

Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de (siehe direkt hier: ) mit Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann man sich als PDF-Dateien herunterladen.

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Erarbeitet 2002 von Birgit Martin als ABM-Leistung im Auftrag der Gemeinde Kuschkow. Umfangreiche Loseblattsammlung in einem Ordner, aufbewahrt und weiterverarbeitet zur gedruckten Chronik durch Familie Gerhard Scheibe 2003 (siehe nächste Position).

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur 675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003

Der Spreewald (Deutschlands größter und schönster Naturpark) und seine Bewohner. Reiche literarische Abhandlungen nebst Bildern. 1929 / 1930. Adreßbuch und Einwohnerbuch für den Kreis Lübben, die Städte Lübbenau, Vetschau, Lieberose, Friedland und den übrigen Spreewald. Herausgeber: F. R. Kleinjung, Verlagsanstalt, Liegnitz. Kuschkow auf den Seiten 89-90. Als PDF zu finden bei der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/frontdoor/index/index/docId/14375

Gockel, Michael (Hrsg.): Rudolf Lehmann, ein bürgerlicher Historiker und Archivar am Rande der DDR. Tagebücher 1945-1964. Berliner Wissenschafts-Verlag 2018; auch digitalisiert als PDF zum kostenlosen Download erschienen.
Rudolf Lehmann (1891-1984) zählt mit seinem geschichts- und archivwissenschaftlichen Werk zu den außergewöhnlichen Gestalten der deutschen Landesgeschichtsforschung des 20. Jahrhunderts. Er hat seine wissenschaftliche Arbeit ausschließlich der Geschichte seiner Heimat, der Niederlausitz, gewidmet. 1949 zum Leiter des Landesarchivs Lübben berufen, geriet er als Archivar und Historiker zunehmend in Konflikte mit dem SED-Staat um seine wissenschaftliche Freiheit und sah sich zuerst zum Rückzug vom Amt, später zur Übersiedlung in die Bundesrepublik gezwungen. Seine Tagebücher aus den Jahren 1945-1964 beleuchten eindrucksvoll die gesellschaftlichen Verhältnisse und Politik der frühen DDR.

Grimm, Jacob und Grimm, Wilhelm: Deutsches Wörterbuch. Verlag von Salomon Hirzel, Leipzig ab 1854. Das bis heute beste und umfangreichste Wörterbuch zur deutschen Sprache. Digital zu finden unter https://www.dwds.de/d/wb-1dwb in erweiterter Fassung. Sehr gut geeignet zur Klärung von alten deutschen Wortbedeutungen. Auch zu finden unter http://dwb.uni-trier.de/de/ oder unter https://woerterbuchnetz.de/

Kaak, Heinrich: Geschichte des Dorfes in Brandenburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2010; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Kaak, Heinrich: Die brandenburgische Ortsgeschichte in Personen, Familien und ländlichen Schauplätzen. Brandenburgische Historische Kommission e.V., Potsdam 2011; separat publiziert als "Leitfaden für Ortschronisten in Brandenburg". Als PDF zu finden auf der Website des Brandenburgischen Landeshauptarchivs unter https://blha.brandenburg.de

Lehmann, Rudolf: Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 1: Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Erschienen im Selbstverlag des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde, Marburg 1979; Kuschkow auf Seite 185. Digitalisiert erschienen im Berliner Wissenschafts-Verlag 2011

Lehmann, Rudolf: Geschichte der Niederlausitz. Veröffentlichung der Berliner Historischen Kommission beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Band 5. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin 1963

Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen Ausgaben ab 1913 (Stand Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und Umgebung, findet man auf der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476

Müller, Ewald: Das Wendentum in der Niederlausitz. H. Differt's Buchhandlung, Moritz Liebe, Kottbus 1893. Ein sehr guter Überblick über die wendischen Lebensverhältnisse und Traditionen; Fastnacht und Zampern siehe ab Seite 144, zum Stollereiten siehe Seite 149. (digitalisiert von Google sowie von der Sächsischen Landesbibliothek Dresden unter http://digital.slub-dresden.de/id403634016)

Neumann, Johann Wilhelm: Das Provinzial-Recht des Markgrafthums Niederlausitz in zwei Abtheilungen nebst einer Darstellung der früheren Niederlausitzischen Verfassung, als Einleitung. Gedruckt und verlegt von Trowitzsch & Sohn, Frankfurt a.O. 1837. Digitalisiert von der Staatsbibliothek zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz. Darin enthalten z.B. die Dorf-Feuer-Ordnung für das Markgraftum Niederlausitz von 1781 (mit Fortbestand auch nach 1815).

Norberg, Madlena / Kosta, Peter (Hrsg.): Sorbische / Wendische Spuren in der nördlichen Niederlausitz. Potsdamer Beiträge zur Sorabistik, Universitätsverlag Potsdam 2019. Darin ab Seite 107: Tobias Preßler: Die Argumente in der Politik gegenüber den Sorben in der Niederlausitz ‒ nachvollzogen und erläutert an drei Phasen aus der Zeit zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert. Digitalisiert von Google für den Universitätsverlag Potsdam (Open Access, Lizenz CC BY, siehe direkt hier: )

Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben. Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)

Sehmsdorf, Christoph: Vom königlichen Geschenk zur Gemeinde "Märkische Heide". Die 1000jährige Geschichte einer abgelegenen Landschaft. Herausgegeben von der Gemeinde Märkische Heide, Groß Leuthen 2005

Starosta, Manfred: Dolnoserbsko-nimski slownik / Niedersorbisch-deutsches Wörterbuch. Domowina-Verlag, Bautzen 1999

Starosta, Manfred / Hannusch, Erwin / Bartels, Hauke: Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch. Digital zu finden auf der Website des Sorbischen Instituts Bautzen unter https://www.dolnoserbski.de/dnw/ (siehe direkt hier: ) ‒ die Umkehrform, das Niedersorbisch-deutsche Wörterbuch, findet man unter https://www.dolnoserbski.de/ndw/ (siehe direkt hier: ). Hinweis: Die Feineinstellungen unter der Suchmaske sind unbedingt zu beachten (besonders: Schreibung), sonst findet man gar nichts.

Website "Fotografie und Architektur" (siehe hier: ) mit Fotos und Informationen zu historischen Gebäuden, Dörfern und Architekturobjekten; zur Dorfgeschichte in Brandenburg allgemein sowie in Kuschkow siehe dabei die Spezialseiten:
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 1, Kulturgut im ländlichen Siedlungsraum (siehe hier: )
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 2, Gebäude, Baugestaltung, Natur und Landschaft (siehe hier: )
- Dorfentwicklung in Brandenburg ‒ Teil 4, Bauernhausarchitektur in Stichworten und Bildern (siehe hier: )
- Architekturfotos und einige Angaben zu Kuschkow (siehe hier: )
- Erwin Seemel: Bevölkerungs- und Wirtschaftsverhältnisse im Amt Lübben um 1720 (siehe hier: )

Website "md museum-digital" (https://www.museum-digital.de, siehe direkt hier: ), eine nach Bundesländern, Regionen, Orten und Themen sortierte Plattform, auf der große und kleine Museen Informationen zu ihren Objekten veröffentlichen können, darunter auch Bild- und Fotosammlungen

Wiesner, Gerhard: Die wendischen Volkstrachten in der Niederlausitz. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1931, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seiten 63-65 (siehe direkt hier: )

Zwahr, Johann Georg: Niederlausitz-wendisch-deutsches Handwörterbuch. Herausgegeben von J. C. F. Zwahr, Druck von Carl Friedrich Säbisch, Spremberg 1847. Digitalisiert und als PDF zur Verfügung gestellt z.B. von Google (siehe direkt hier: ).


 


 

 
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