Bilddokumente und Informationen zur Geschichte des Dorfes Kuschkow aus der Spreewaldregion in der Niederlausitz

 

 

Startseite Kuschkow-Historie      Fotografie und Architektur      Impressum und Datenschutz

 

Urheberrecht
 
Alle auf dieser Seite verwendeten Fotos und Abbildungen sind urheberrechtlich und nutzungsrechtlich geschützt.

Bildquellen und Rechteinhaber sind jeweils in den Bildunterschriften oder im Fließtext angegeben.
 

  

 
  



Kuschkow am nördlichen Rand der Niederlausitz

Dies ist die private Website von Doris Rauscher, aufgewachsen als Doris Jäzosch in Kuschkow, die ältere Tochter des Müllermeisters Manfred Jäzosch und seiner Ehefrau Jutta Jäzosch, geborene Thiele. Großvater war der Kuschkower Schmied und spätere Müllermeister Bernhard Jäzosch. Ziel der Website ist es, möglichst viele der noch existierenden Dokumente, Fotos und Berichte mit ortsgeschichtlichem Bezug zu Kuschkow der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Website versteht sich als persönliche Familien- und Heimatseite und gleichzeitig als sachliches Informationsangebot und digitales Archiv zur Dorfgeschichte.

Oben sehen Sie drei Bildausschnitte aus historischen Schulfotos, links mit dem Lehrer-Ehepaar Klintzsch, rechts mit Lehrer Wegener, mitten in der Mitte mein Vater Manfred Jäzosch; die vollständigen Fotos und Bildquellen finden Sie auf der Startseite. Die Inhalte dieser Website mit Unterseiten werden nach bestem Wissen regelmäßig aktualisiert und erweitert, je nach zur Verfügung stehenden Dokumenten und Erkenntnissen. Anregungen, Korrekturen und sonstige Hinweise werden gern entgegengenommen und eingearbeitet.

Hinweis: Diese Website und ihre Unterseiten sind optimiert für Desktop-PC und Notebook bzw. Laptop, nicht jedoch für Tablet und Smartphone.


 

 
Seitenübersicht

Startseite Kuschkow-Historie ‒ Das Dorf Kuschkow und seine Geschichte in Bildern und Texten

Schulchronik der Gemeinde Kuschkow ‒ Was die Dorfschullehrer ab 1891 aufgeschrieben haben

Separationskarten und Flurnamen ‒ Vermessung und Flurneuordnung in der Gemarkung ab 1842
 




Die Schulchronik der Schule zu Kuschkow 1891 - 1947

Einführung zur Abschrift der Schulchronik

Kuschkow hat das große Glück, die unter Federführung von Gerhard Scheibe vorgelegten Drucke "Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow" von 1978 und die "Chronik der Gemeinde Kuschkow" anlässlich der 675-Jahrfeier von 2003 zu besitzen. Ein weiterer Glücksfall ist die in verschiedenen Handschriften geschriebene "Schulchronik der Schule zu Kuschkow" für den Zeitraum von 1891 bis 1947 an sich sowie die Tatsache, dass sie bis heute gut behütet wurde. Damit sich jeder diese einmalige Quelle erschließen kann, habe ich die unten folgende Abschrift angefertigt. Der Duktus der Handschriften führt uns authentisch durch die Entwicklung von Geisteshaltung, Ideologie und des Lebens in unserem kleinen Dorf über einen Zeitraum mit gravierenden politischen und natürlichen Ereignissen. Sie beschreibt die Verhältnisse in Monarchie, Erstem Weltkrieg, Weimarer Republik, Ruhrgebietsbesetzung, Inflation, Zweitem Weltkrieg und zuletzt im Nachkriegs-Ostdeutschland, der russischen Besatzungszone.

Bei der Abschrift sind Rechtschreibung und Grammatik möglichst originalgetreu übernommen. Zur besseren Unterscheidung vom Originaltext heben sich eigene Hinweise in kursiver Schrift ab. Jede Seite der Abschrift ist verlinkt mit einem Faksimile-Foto, so dass auch ein Lesen der Original-Fassung möglich ist. Es sind nicht alle Seiten überliefert. Leider gibt es keine Eintragungen für die Jahre 1944 und 1945. Soweit Fotos von beschriebenen Ereignissen zur Verfügung stehen, werden diese der betreffenden Stelle in der Abschrift beigefügt.

Die Schulchronik wurde im Jahr 1891 vom Lehrer Johannes Klintzsch begonnen und bis zu seinem Ruhestand im September 1922 von ihm geführt. Sein Nachfolger Fritz Wegener schrieb die Chronik später in zwei Abteilungen als Schulchronik und Ortschronik bis zu seiner Versetzung fort. Diese beiden Lehrer, die jeweils zugleich auch Kantor und Küster waren, bildeten die "Säulen" im Kuschkower Kulturleben. Nach ihnen gab es einen stetigen Lehrerwechsel. Aber immerhin wurde die Chronik bis 1947 fortgeführt wie auch einige kulturelle Traditionen des Dorfes. Wegen seiner langen Texte in der Schulchronik wird auch Lehrer Schmädicke (1946-1949 in Kuschkow) genannt. Weitere Angaben zur Geschichte der Kuschkower Dorfschule finden Sie auf der Startseite.

Die folgenden drei Bilder zeigen zuerst den Einband der Schulchronik und danach die innere Einbandseite mit eingeklebten handschriftlichen Notizen und Zeitungsausschnitten. Klicken Sie einfach auf diese Bilder, dann sehen Sie lesbare Vergrößerungen. Auf den geöffneten Zeitungstext klicken Sie dann erneut zur Vergrößerung.



Die nächsten beiden Bildern zeigen zwei lose Einlegeblätter in der Schulchronik mit Angaben zu den Vermögensverhältnissen des vereinigten Schul- und Kirchenamtes in Kuschkow (linkes Bild) sowie seinen Bezügen (rechtes Bild). Klicken Sie auch hier wieder auf die Bilder, um Vergrößerungen zu sehen. Den Text auf dem linken Blatt finden Sie lesbar übertragen hier: ‒ dort wieder klicken zum Vergrößern. Auf dem Blatt rechts steht folgender Text:

Bezüge.
Aus der Kirchenkasse: Holzgebührenablösungsraten
. { Unbekannt
. Nicht abgelöste Holzgebühren, wie Beerdigungsgebühren: Ich weiß nicht, wie hoch der Durchschnittsbetrag festgesetzt ist. Sie werden es ja wissen.
Gemeinschaftl. Vermögen der Küster- und Lehrerstelle:
1) Wiese: 1,1670 ha Grbuch Bd. 5, Bl. 180
2) Anleiheablösungsschuld d. dtsch. Reiches über 12,50 RM  Reichsschuldbrief Bchstb. A,
    Gruppe 21, Nr. 47431. Besitzerin: Küster u. Lehrstelle zu Kuschkow
    Behörde, welche die Masse verwaltet: Gemeindevorstand u. Gemeindekirchenamt.

Ich habe meine Akten u. Papiere durchgestöbert, auch einiges Wissenswertes gefunden u. hoffe damit Ihnen etwas Mühe u. Arbeit erspart zu haben. Ob ich für Herrn Lehmann soviel finden werde, ist fraglich.   Mit frdl. Gruß   Zeitzler, P.



Es folgen die Angaben auf dem Eröffnungsblatt (Vorblatt) der Schulchronik mit einer Zusammenfassung wichtigster Ereignisse vor Beginn der Chronik. Diese Angaben wurden nachträglich eingetragen, vermutlich um 1930 von Lehrer Wegener:



 Vorblatt    Faksimile-Foto vom Vorblatt 

Der oberste Schwellenbalken der Schulscheune trägt folgenden Namenszug des Erbauers und die Jahreszahl
J.G. Michelchen MDCCCLII.  (Gustav Michelchen, 1852)

Das alte Schulhaus befand sich in der Koinzstraße, es wird zurzeit bewohnt von dem Anbauern Gustav Mietke. Das jetzige Schulhaus wurde im Jahre 1851 erbaut (1851). Die Kirche (Tochterkirche d. Krugauer Parochie) im Jahre 1836.

Durch unvorsichtiges Spielen mit Streichhölzern verursachten Kinder am 19. Juni 1857 auf dem jetzigen Paul Mantz'schen Gehöft, einen Brand, den fast das ganze Dorf zum Opfer fiel. Das Feuer konnte sich ungehindert ausbreiten, da an diesem Tage der größte Teil der Bevölkerung auf dem Felde (Heuernte) weilte. Dabei sind 11 Bauern-, 3 Kossäthen-, 3 Großbüdner-, 7 Kleinbüdner-, 6 Häuslergehöfte abgebrannt, insgesamt 133 Gebäude. Ein fünfjähriges Kind, 8 Stück Hornvieh und 4 Schweine sind dabei mit ums Leben gekommen. (Lübbener Kreisblatt vom Jahre 1857.) {siehe Seiten 006a + 006b Brandbericht}

Am 21. September 1865 brannte das Koinzviertel nieder. Der erste Brand war am Johannistage 1790, wobei das ganze Dorf bis auf eine Scheune (Nakonzers) abbrannte.
Bei der großen Überschwemmung 1854 wurden 5330 Ztn. Heu vernichtet, im Werte von 2650 Talern. Das Wasser ging bis an die Kirche. Als sich in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Wassernot wiederholte, baute man von der Chaussee nach Neulübbenau einen Schutzdamm. (Kilometerstein 11,9.)
Hochwasser 1926 siehe Seite 89 der Schulchronik.



 Das Schulhaus    Faksimile-Foto von Schulhaus-Grundriss  und  Text Schulhausdaten 

Das alte Schulhaus befand sich in der Koinzstraße (auf dem Grundstück des Anbauern Gustav Mietke.) Im Jahre 1851 wurde das neue (jetzige) Schulhaus gebaut, das seinen Platz in der Kirchstraße gegenüber der Kirche gefunden hat. Der oberste Schwellbalken am Tor der Schulscheune trägt folgende Inschrift:
J.G. Michelchen MDCCCLII.
J. Gustav Michelchen, 1852.
Bisher haben folgende Lehrer mit ihren Familien das neue Schulhaus bewohnt:
Noack, Güther, Paulig bis 1891, J. Klintzsch 1891-1922, F. Wegener seit 1922.

Eine rege Bautätigkeit herrscht seit 1923. So wurde im Sommer 1923 anläßl. d. Anstellung d. Lehrers .. sämtliche Wohnzimmer usw. neu tapeziert und instand gesetzt. Ostern 1924 wurde in der Küche des Lehrers eine neue Kochmaschine gesetzt. Preis 120 Goldmark. Herbst 1925 eichene Fensterläden am Wohnzimmer angebracht, ein Hühnerstall eingerichtet. Juni - Juli 1926 eine Waschküche eingerichtet, das Schulzimmer neu gedielt und der Fußboden mit Stauböl getüncht. Die Regierung bewilligte dem Schulvorstand dazu einen Ergänzungszuschuss von 500 RM.

Zur Schulstelle gehören auch Ländereien:
Acker:     2,1758 ha - 5,97 Thaler Reinertrag
Wiese:     1,5240  ''  - 4,77   ''          ''
Weide:     1,1290  ''  - 2,21   ''          ''
Hofraum:  0,1720  ''     ---    ----------
              5,0008 ha - 12,95 Thl. Grundsteuerreinertrag
                                        78 Pf. Grundsteuer

(neben und unter dieser Auflistung - siehe Faksimile-Foto:)
Abschrift der Schulchronik 1892, Seite 6. Königl. Katasteramt, gez. Schiller, Lübben



 1891  (Chronik Seite 1)    Faksimile-Foto von Seite 1 

Seite 1
 
Schul. Chronik
 
Zur Schulgemeinde gehört nur die Gemeinde Kuschkow. Die Seelenzahl im Orte beträgt cr. 600. Schulpflichtige Kinder sind cr. 126 vorhanden. Schulpatron ist die Königliche Regierung zu Frankfurt a/O. - Die hiesige Schule ist eine Halbtagsschule mit 2 Klassen und einem Lehrer. In der ersten Klasse befinden sich zur Zeit 49 Schüler, in der zweiten 77 Schüler. Mit der Stelle ist das Organisten- und Küsteramt an hiesiger Kirche verbunden. Derzeitiger Inhaber ist der Küster und Lehrer Johannes Klintzsch, früher zu Gr. Lubolz. Das Schulgebäude befindet sich gegenwärtig in sauberm Zustande. Das Schulzimmer ist groß, hell und mit Ventilation versehen. - Der Lehrplan ist mit einem Vermerk der Bestätigung nicht versehen. Die eingeführten Lehr- und Lernbücher sind
1. Die Rechenbücher von Büttner.
2. Schullehrbuch von Wetzel, bearb. vom Reg. u. Schulrat Schuhmann.
3. Bibl. Geschichte von Albrecht.



 1891  (Chronik Seiten 2 - 3)    Faksimile-Foto von Seiten 2 - 3 

Seite 2
Die Schul. Bibliothek. An Büchern habe ich bei meinem Antritt am 1. Oktober 1891 vorgefunden: 1. Verordnungen a Schuhmann bis Seite 208. 2. Eine Hirschberger Bibel. 3. Leitfaden für den Turnunterricht (2). 4. D. Speners Katechismus Erklärung N. 36. 5. 1 Hauptschülerverzeichnis, welches aber nur bis 1. April 1891 ordnungsmäßig geführt worden ist. 6. Ergänzungen zum Seminarlesebuch. 7. 1 Buch für den Lehrbericht mit Lehrplan und Lektionsplan.
Ein Pausenverzeichnis habe ich nicht vorgefunden. Der Lehrbericht ist nur zum Jahre 1884 ordnungsmäßig geführt. Der Schulinspektor ist der Herr Pastor Stappenbeck zu Krugau. Die Schulvorsteher heißen:
1. Gemeinde-Vorsteher Dillan
2. Bauergutsbesitzer Karl Kniesigk
Am 1. Juli 1891 wurde der Lehrer Paulig im Alter von 63 Jahren emeritiert. Zu seinem Pensionsgehalt wurde die Schulstelle mit 178 M herangezogen. Der em. Lehrer Paulig ist von hier nach Guben verzogen. Von 1. Juli bis zum 1. Oktober 1891 war die Stelle ohne Lehrer und mussten die Lehrer Kilian, Höhe und Leonhardt Vertretung leisten.

Seite 3
Am 2. Oktober 1891 trat der von der Königl. Regierung berufene Küster und Lehrer Otto Johannes Klintzsch, bisher in gleichem Amte in Gr. Lubolz, seine neue Stelle an. - Bei der Uebernahme befanden sich die Schulländereien in einem höchst vernachlässigten Zustande, der Garten bot ein wüstes Bild. - Der Unterricht begann am 17. Oktober 1891 wo die Herbstferien zu Ende waren. Vor Weihnachten d. v. Jahres brachen unter den Schulkindern die Masern aus, weshalb die Schule drei Wochen bis zum 1. Januar 1892 geschlossen wurde. Hierauf begann der Schulunterricht am 4. Januar 1892.
Am 3. März revidierte der Lokalschulinspektor Herr Pastor Stappenbeck unerwartet die hiesige Schule. Derselbe wohnte dem Unterrichte von ½ 9 Uhr bis 11 Uhr bei.
Die diesjährige öffentliche Schulprüfung fand am 7. April 1892 statt; die der I. Klasse von 8 - ½ 11 Uhr, die der II Klasse von ½ 11 Uhr - ½ 1 Uhr. Anwesend waren die Schulvorsteher: Herr Gem.-Vorsteher Dillan und Bauergutsbesitzer Kniesigk. Außerdem wohnte der Kaufmann W. Weichert der Prüfung bei.
Es ist recht bedauerlich, dass viele Kinder ...



 1892  (Chronik Seiten 4 - 5)    Faksimile-Foto von Seiten 4 - 5 

Seite 4
... im Lesen sehr weit zurück sind. Da die zweite Klasse infolge Aufnahme von 19 Kindern zu stark werden würde, bin ich gezwungen, aus derselben Kinder in die I Klasse zu überführen, welche noch nicht lesen können, obgleich sie ein Alter von 12 - 13 Jahren haben. Das Sommersemester begann am 1. April 1892 mit Aufnahme von 19 Kindern.
In der I Klasse sind jetzt 65: Knaben 25, Mädchen 40. In der II Klasse sind jetzt 63: 33 Knaben, 30 Mädchen = 63

Vom 7. April d. J. bis 1. Oktober 1892 wurde die Lehrerstelle zu Gröditzsch infolge Eintritt einer Vakanz vom Lehrer Klintzsch wöchentlich 1 mal am Donnerstag von ½ 8 – ½ 1 Uhr vertreten. Derselbe unterrichtete die Kinder in folgenden Fächern: Bibl. Geschichte, Rechnen und Naturkunde.
Am heutigen Tage kamen die neubestellten Schulwandkarten an.
1. eine Wandkarte von Brandenburg
2.   ''          ''        ''    Deutschland ...

Seite 5
3. eine Wandkarte von Europa
4. Naturgesch. Abbildungen des Tierreiches.  A der Säugetiere

Die Pfingstferien dauerten vom 4. bis 7. Juni 1892. Die Ernteferien währten vom 18. Juli bis 3. August. Am 13. September 1892 fand die Revision hiesiger Schule durch den Königlichen Kreisschulinspektor Herrn Pastor Wex zu Neu-Zauche statt. Außerdem wohnten noch folgende Herrn der Prüfung bei.
1. Ortsschulinspektor Hl. Pastor Stappenbeck
2. Schulvorsteher Kniesigk
3.         ''          Gem. Vorst. Dillan.
Die Prüfung dauerte von ½ 12 bis ½ 3 Uhr nachmittags; sie erstreckte sich auf alle Fächer. Mit den Leistungen im Gesange war der Herr nicht zufrieden. Dem Lehrer sagte er Folgendes. Vor allem verlieren sie die Geduld nicht und bitten Sie Gott, dass er Ihnen dazu helfe. Besonders wollte der Herr Revisor den Einzelgesang gepflegt wissen. Auf mich machte derselbe den Eindruck, dass derselbe ein guter wohlwollender, freundlicher Vorgesetzter des Lehrers sei, wenn der Lehrer seine Schuldigkeit getan, dass er aber auch ein ...



 1892 - 1893  (Chronik Seiten 6 - 7)    Faksimile-Foto von Seiten 6 - 6a  und  Seiten 6b - 7 

Seite 6
... energischer Vorgesetzter für solche sei, die es an Fleiß und Treue im Amte fehlen lassen. Am Sonntag, den 11. September 1892 fand unter Leitung des Lehrers zum 1. Male ein Schulfest in Kuschkow statt. Unter zahlreicher Beteiligung der Eltern zogen die Kinder, die Knaben mit Fahnen und Stäben in den Händen, die Mädchen mit Blumen im Haar, auf den Festplatz. Hier fand die Feier durch Gesang im Wechsel mit Vorträgen zur größter Freude und Zufriedenheit der Leute statt. Der ganze Festakt endete abends mit einem Zapfenstreich.
Für die Schule in Kuschkow sind in der Mutterrolle nachgewiesen:
Acker:    2,1758 ha  -  5,97 Thaler Reinertrag
Wiese:    1,5240  ''   -  4,77    ''         ''
Weide:    1,1290  ''   -  2,21    ''         ''
Hofraum: 0,1720      - ohne
Sa.        5,0008 ha  - 12,95 Grundsteuer
Reinertrag  78 Pfg  Grundsteuer.
Königliches Kataster Amt
Schiller. Lübben.

Seite 7
Vom 7. Dezember 1892 bis 25. Januar 1893 war die Schule wegen erfolgte Erkrankung von 5 Kindern des Lehrers am Scharlachfieber polizeilich geschlossen. Nachdem am 24. Januar die Schulräumlichkeiten auf Anordnung des Königlichen Kreisarztes durch den Sachverständigen vorschriftsmäßig desinfiziert, konnte der Unterricht wieder beginnen. Die diesjährige Osterprüfung fand Donnerstag, den 23. März 1893 von früh 8 Uhr bis ½ 2 Uhr statt.
Die Osterferien währten vom 29. März bis 5. April 1893.
Aufgenommen wurden Ostern imganzen 16 Kinder; mithin begann der Unterricht mit 126 Kindern. Vom 20. Mai bis 23. Mai 1893 Pfingstferien. Die Ernteferien begannen am 19. Juli und reichten bis 30 Juli d. J.
Die Ernte wurde in diesem Jahre gut eingebracht, wenn auch die Arbeit durch Regengüsse aufgehalten wurde. Auf hiesiger Schulländerei konnte der Lehrer, nach dem das Land in Ordnung gebracht, dieses Jahr 100 Mdl. *) Roggen einfahren. Durch das Ruhegehaltskassengesetz, vom 1. Juli 1893 in Kraft, ist der Lehrer hiesiger Stelle von der Abgabe der 178 M Emeritenbeitrag zum Ruhegehalt entbunden worden. Der Behörde sei ...

*) Mdl. = Mandeln: Bei der Getreideernte wurden 16 Getreidebündel, auch Garben genannt, welche mit den Ähren nach oben, mit einigen Halmen umwickelt zusammenhielten und aufrecht gegeneinander gelehnt zum Trocknen aufgestellt. Diese 16 Garben bildeten eine selbst stehende so genannte "Mandel" oder oft auch als "Puppe" bezeichnet.
_________________________

Nachträglich eingeklebte Seite 6a (Vorderseite) und 6b (Rückseite):

Chronik des Brandes am 19. Juni 1857  (Nach dem Lübbener Kreisblatt, Jahrgang 1857)
Durch ein großes Unglück ist am 19. d. M. Nachmittags, bei der herrschenden Dürre und dem ziemlich heftigen Ostwinde, der bei weitem größte und bedeutendste Teil des Dorfes Kuschkow im Rentamtsbezirk Lübben, in 11 Bauern-, 3 Kossäten-, 3 Großbüdner-, 7 Kleinbüdner- und 6 Häuslergehöfte, im Ganzen gegen 140 einzelne Gebäude, eingeäschert worden. Das Feuer hat mit einer so reißenden Schnelligkeit unaufhaltsam um sich gegriffen, dass nicht nur auch die wenigen, glücklich noch bis auf die Dorfstraße schon geretteten Habseligkeiten der Verunglückten zuletzt gleich noch ebenso wie 8 Stück Hornvieh und 4 Schweine ihm zum Raube geworden sind, sondern dass sogar auch ein fünfjähriges Kind dabei als Opfer nun zu beklagen ist. Die Verunglückten sind dadurch nicht nur wegen ihres Obdachs in die größte Bedrängnis versetzt, sondern zugleich aller Habseligkeiten, insbesondere auch der Lebensvorräte, Kleidung und notwendigsten Ackergerätschaften beraubt, und tut demnach eine augenblickliche Hilfe in jeder Hinsicht um so mehr und allgemeiner Not, als die der Verunglückten und Notleidenden so groß ist. Ich wende mich da{her} Vertrauens voll an die schon oft bewährte Mildtätigkeit der Einsassen des mit dem Aufruf, die so schwer heimgesuchten Calamitosen von Kuschkow in ihrer Bedrängniß mit Liebesgaben jeder Art so schleunig als möglich zu unterstützen. Die Gaben selbst, namentlich an Naturalien, bitte ich an den Küster Noack in Kuschkow abzuliefern; sonstige Unterstützungsb. sollen dagegen nicht nur in dem landrätlichen Büreau zur Weiterbeförderung angenommen werden, sondern wird auch der Herr Ortsprediger Böttger Krugau zur entsprechenden Verteilung in Empfang zu nehmen bereit sein.
Lübben, den 23. Juni 1857         Der königl. Landrat von Houwald

Am 19. Juni Nachmittags um 2 Uhr hat Gott meiner Filialgemeinde Kuschkow ein schweres Kreuz auferlegt. Außer Scheunen und Ställen sind 33 Wohnhäuser in einem Zeitraum von ½ Stunde ein Raub der Flammen geworden und über 300 Menschen sind nun obdachlos. Durch starken Ostwind und durch ungewöhnliche Trockenheit wurde die Glut mit Einem Male über das ganze Dorf ausgebreitet, so daß die Meisten nur das nackte Leben retten konnten. Ein Kind von 5 Jahren ist ein Opfer des grausigen Brandes geworden und mehrere Einwohner liegen an Brandwunden danieder. Das Elend ist sehr groß, und Hilfe, baldige Hilfe ist nötig. Ich wage demnach, der lieben Kreisstadt Lübben, sowie dem ganzen Lübbener Kreise eine Gelegenheit ans Herz zu legen, wo sie abermals christliche Barmherzigkeit ausüben können, und Kreis und Stadt dringend zu bitten, die Bibel, welche im Herzen zu tragen sie stets gezeigt haben, auch dieses Mal meiner unglücklichen Gemeinde Kuschkow huldvollst und tatsächlich auslegen zu wollen.
Krugau, den 22. Juni 1857         Böttger, Pastor



 1893 - 1894  (Chronik Seiten 8 - 9)    Faksimile-Foto von Seiten 8 - 9 

Seite 8
... Dank für diese Abänderung. Bis hierher hat Gott geholfen. Er wird auch weiter helfen.
Kuschkow, den 1, August 1893.
J. Klintzsch, Lehrer.

Am 19. September 1893 fand durch den Königlichen Kreisschulinspektor Herrn Pastor Wex zu Neu-Zauche die diesjährige Schulprüfung statt. Sie währte von früh 8 Uhr bis ½ 12 Uhr mittags. Die Prüfung war eine sehr eingehende.
Am 10. September d. J. wurde das diesjährige Schulfest im Elsnerschen jetzt von Kaehneschen Garten abgehalten, welches einen recht gemütlichen und patriotischen Charakter hatte. Jung und alt waren recht befriedigt.
Die gegenwärtige Schülerzahl beträgt: 125.
Wegen der Wahl der Wahlmänner fiel der Unterricht am 31. Oktober 1893 aus, da die Wahl im Schullokale statt fand. Ebenso fiel der Unterricht am 7. November 1893 aus; da der Lehrer als Wahlmann zur Wahl eines Abgeordneten zum Abgeordnetenhaus nach Lübben berufen war.

1894
An Stolgebühren *) = Ablös. erhält der Lehrer
1. pro Quartal  10,21 M.
2. An Sparkassenz pro 1893  11,10 ― Sum.  21,31

Seite 9
Am 26. Februar d. J. wurde der Lehrer Johannes Klintzsch vom Herrn Amtsvorsteher Amtmann Feigell zu Pretschen zum Standesbeamten für das Königliche Standesamt Kuschkow 9. Bezirk vereidigt und trat ersterer sofort sein Amt an. Zum 9. Standesamtsbezirk gehört außer Kuschkow auch Gröditsch.
Kuschkow, den 1. März 1894
Klintzsch, Lehrer

Am 13. März d. J. fand diesjährige Osterprüfung statt. Geschlossen wurde die Schule mit 128 Kindern, und zwar mit 34 Knaben 34 Mädchen in der ersten Klasse.
Confirmiert wurden: 20 Schulkinder
11 Knaben und 9 Mädchen.
Kuschkow, den 10. März 1894.
Klintzsch

Am 1. April 1894 begann der Unterricht mit 59 Knaben und 59 Mädchen, insgesamt mit 118 Kindern. Vom 12. bis 15 Mai ...

*) Stolgebühren = Pfarrgebühr, abgeleitet von der Stola, die der Zelebrierende bei der Feier von Sakramenten umlegt. Die evangelische Kirche ersetzte diese Gebühren ab 1875 durch ein Fixum im Gehalt des Pfarrers und Kirchschullehrers. Diese Gebühren waren vor Einführung der Kirchensteuer von Bedeutung.



 1894 - 1896  (Chronik Seiten 10 - 11)    Faksimile-Foto von Seiten 10 - 11 

Seite 10
... Pfingstferien. Vom 8.juli bis 28. Juli Ernteferien. Am 15. August 1894 wurde der Gesangunterricht in hiesiger Schule durch den Musikdirektor Herrn Paul Blumenthal *) aus Frankfurt a/O revidiert. Im Anschluß daran wurde der Lehrer und Küster Klintzsch als Organist im Orgelspiel geprüft. Diese Pr. bestand im Abspielen einer Orgelpiece von Paul Blumenthal, A-moll; darauf freies Vorspielen des Chorals "O, Haupt voll Blut". Zuletzt ein freies Postludium {Nachspiel für den Gottesdienst} in F-dur. Am 17. August revidierte der Königliche Kreisschulinspektor Herr Pastor Wex von 11 - 1 Uhr die hiesige Schule.
Am 7. September d. J. revidierte Herr Schul- und Regierungsrat Heiber zu Frankfurt a/O die erste Klasse hiesiger Schule, deren Leistungen dem Herrn Rat nicht genügten. Die Herbstferien dauerten vom 24. September bis 14. Oktober 1894.

1895
Die diesjährige Osterschulprüfung fand am 28. März von früh 8 - ½ 9 Uhr mittags für die 1. Klasse; von ½ 1 - ½ 3 Uhr nachmittags ...

Seite 11
... für die II. Klasse statt. Aufgenommen wurden am 2. April 14 Kinder. Der Unterricht begann mit 101
I Klasse: 55, II Klasse: 49, Sa. 104

Die Ernteferien begannen am 10. Juli und dauerten 2 ½ Wochen bis zum 1. Aug. 1895. Jetzt herrscht seit 3 Wochen eine große Dürre. Die Preise für Produkte des Landsmannes sind recht niedrig. Man zahlte für gutes Samenheu a Ctr {pro Zentner} 1,70. Geringeres Heu brachte 0,75 M pr. Ctr. Herbstferien begannen am 19. September und dauerten bis 13. Oktober 1895.

Das Jahr 1896
Am 26. März fand die diesjährige Osterschulprüfung statt. Entlassen wurden infolge Konfirmation 7 Kinder. Aufgenommen sind am 1. April im ganzen 123 Kinder
I Klasse: Knaben 30, Mädchen 36 = 66
II Klasse: Knaben 35, Mädchen 22 = 57, insgesamt 123

*) Paul Blumenthal: Lebensdaten: 1843-1930, deutscher Organist 1870-1921, Komponist. Seit 1876 Königl. Musikdirektor in Frankfurt a.d. Oder. Als solcher verantwortlich für die Abnahme neuer Orgeln im Regierungsbezirk. 1909 wurde er Professor.



 1897 - 1898  (Chronik Seiten 12 - 13)    Faksimile-Foto von Seiten 12 - 13 

Seite 12
Am 1. April 1897 wurden aufgenommen 9 Kinder und zwar 3 Knaben und 6 Mädchen. Entlassen infolge der Konfirmation 14 Kinder. Es verbleiben somit in der
I Klasse = 29 Knaben, 31 Mädchen = 60
II Klasse = 29 Knaben, 23 Mädchen = 52
Mithin waren am 26. April 112 Kinder in der Schule. Am 31. Mai d. J. wurde die Schule durch den Königl. Kreisschulinspektor Herr Pastor Wex revidiert.

Gott helfe gnädig weiter!

Nach den Pfingstferien begann der Unterricht Freitag, den 11. Juni 1897. Am 1. Juli d. J. waren im Schulzimmer um ½ 11 Uhr
21°R *) Wärme. Die Ernteferien dauerten vom 12. bis 31. Juli 1897.
Die Herbstferien vom 23. September bis zum 13. Oktober 1897.
Die Winterferien vom 24. Dezember bis zu 2. Januar 1898. Im Monat Februar d. J. erkrankten sämtliche Schulkinder an ...

Seite 13
... den Masern, infolgedessen war der Schulbesuch während des Monats unregelmäßig.
Am 25. März wurde die diesjährige öffentliche Schulprüfung durch den königlichen Lokalschulinspektor Herrn Pastor Stappenbeck zu Krugau abgehalten.
Am 10. April wurden aus der hiesigen Schule 12 Schüler konfirmiert und 11 Kinder aufgenommen, so dass die Schule am 1. April mit 104 Kinder eröffnet wurde
I Klasse: 24 Knaben, 26 Mädchen
II Klasse: 29 Knaben, 24 Mädchen

Der Königliche Kreisschulinspektor Herr Pastor Wex revidierte am 13. Mai 1898 von 8 - 10 Uhr früh die hiesige Schule. Anwesend war der Kgl. Schulinspektor Hl. Pastor Stappenbeck.
Am 9. Juli 1898 d. J. revidierte unerwartet der Herr Schulrat Meinke die hiesige Schule.
Die Ernteferien begannen am 13. Juli und endeten am 4. August 1898.
Diesjährige Bezirkslehrerkonferenz wurde in der Schule zu Pretschen abgehalten unter Vorsitz des Herrn Pastor Stappenbeck zu ...

*) R = alte Maßeinheit für die Temperaturmessung, Grad Réaumur, eingeführt vom französischen Naturforscher René-Antione de Réaumur. Thermometeranzeige erfolgte auf Basis von Ethanol = Alkohol. Komplizierte Anwendung, da sich Alkohol in unterschiedlichen Temperaturbereichen unterschiedlich ausdehnt. 1901 wurde die Temperaturmessung auf Grad Celsius umgestellt und mit Quecksilberthermometern gemessen. Die Temperaturangabe von Lehrer Klintzsch mit 21°R. muss mit 1,25 multipliziert werden, und ergibt um 26,25 °C. Umrechnung von °C in °R mit 0.8 multiplizieren.



 1898 - 1899  (Chronik Seiten 14 - 15)    Faksimile-Foto von Seiten 14 - 15 

Seite 14
... Krugau. Lehrer Göttsche Pretschen und Lehrer Selling Schlepzig hielten 2 Lektionen, erster über die 2. Bitte, letzter über die Saugpumpe. Der Unterricht fiel daher am 5. September aus. Da seit dem 22. August hier die Masern unter den Schulkindern herrschen, erschien am 17. September der Kgl. Kreisarzt Sanitätsrat Herr Dr. M. Beyer aus Lübben und stellte die Krankheit fest, nur in einem Falle ergab die Untersuchung Scharlach. Es fehlten am Sonnabend 41 Kinder. Die Krankheit gilt vom 1. Oktober 1898 an als erloschen und es wurden Wohnungen desinfiziert.

Bei der am 27. Oktober d. J. stattgefundenen Wahl der Wahlmänner wurde der Lehrer Klintzsch zum Wahlmann gewählt. Der Unterricht fiel am diesem Tage am 4. November wegen der Wahl in Lübben und am 4. Nov. 1898 infolge der Beteiligung des Lehrers an der Feier gelegentlich der Einführung des Herrn General Sup. Pfeiffer in Lübben aus. Am Sonntag Reminiscere, dem 26. Februar in hiesiger Kirche eine Kirchenvisitation durch den Vice-Generalsup. Herrn Pfeiffer aus Lübben statt, wo derselbe die Predigt ...

Seite 15
... hielt und Herr Pastor Stappenbeck zu Krugau eine „Katechetische Unterredung“ mit den Konfirmanden vornahm.
Am 1. April 1899 wurden aufgenommen 13 Kinder.
In der ersten Klasse befinden sich beim Anfang des Semester: Knaben: 34, Mädchen: 24, Suma: 58
In der II. Klasse: Knaben: 25, Mädchen: 23, Suma: 48

Am 1. April 1899 verbleiben mit den 13 aufgenommenen 106 Schulkinder.
Die Pfingstferien dauerten von Sonnabend vor Pfingsten bis zum 25. Mai 1899.
Am 6. Juli 1899 revidierte Herr Kreisschulinspektor Wex die hiesige Schule. Die Revision dauerte von ½ 10 bis ½ 12 und erstreckte sich auf alle Unterrichtsfächer. In der Religion kam es zur Katechetischen Behandlung: Pauli Bekehrung und das 3. Gebot.
Deutsch: statarisch *), Lesen Musterstück: Schäfers Sonntagslied; Sprachlehre, Rechnen: Zinsberechnung, Addieren mit gewöhnlichen und Dezimalzahlen. ―

*) starisch: langsam fortschreitendes, intensives Lesen



 1899 - 1900  (Chronik Seiten 16 - 17)    Faksimile-Foto von Seiten 16 - 17 

Seite 16
Geschichte: Der große Kurfürst. – Geographie: Deutschland und Europa. Naturkunde: Der Blitz u. Blitzableiter. Gesang: 2stimmig: Deutschland über alles. In allen meinen Taten .-. und Vorsingen der Liturgie.
Im allgemeinen waren die Leistungen zufrieden stellend, besser als in den früheren Jahren. Ganz besonders lobte der Revisor die Leistungen in Geographie mit gut. Anwesend war noch Herr Ortsschulinspektor Stappenbeck. Dieser prüfte die Kinder in Sprachlehre. ―
Große Hitze herrschte 1899:   Schatten in °R    (in °C)    Sonne in °R    (in °C)
               am 11. Juli 1899:           18              22,5          25             31,3
               am 12. Juli 1899:           18              22,5          25             31,3

Die Ernteferien begannen am 17. Juli und endeten am 5. August 1899. Da sich die Ernteeinfuhr infolge dessen ungünstiger Witterung verzögerte, wurde auf Bitte der Schulvorsteher mit Genehmigung des Herrn Lokalschulinspektors die Ferien um 1 Woche verlängert. Am 7. September fiel der Schulunterricht aus, da an dem Tage in Lübben die Kreislehrerkonferenz stattfand. Die dem Lehrer gewährten Reisediäten betrugen 4,50 M
                                                                          1900
Die diesjährige Osterschulprüfung fand am ...

Seite 17
... Donnerstag den 29. März statt. Seitens des Schulvorstandes waren anwesend der Ortsschulinspektor Pastor Stappenbeck, Schulvorsteher Görzig und Kniesigk und der Kirchenälteste Bauer Michelchen.
I.    Religion: Sauls Geschichte.
II.   Deutsch: Conjugation u Lesen.
III.  Rechnen: Inv. Und Altersversicherung
IV.  Gesang: Ich bete an. Wo findet.
V.   Geschichte: Der große Kurfürst.
VI.  Geographie: Die Spree.

Am Anfang des neuen Schuljahres betrug die Schülerzahl 95. Am 1. April 1900 sind 10 Kinder aufgenommen worden, 2 von auswärts, daß die Schülerzahl .......... 107 betr.
Die Ernteferien währten vom 12. Juli bis 1. Aug 1900. Vom 23 September bis 13. Oktober 1900 währten die Herbstferien.
Im Oktober 1900 trat der für die erledigte Pfarrerstelle zu Krugau berufene Pastor Hermann Zeitzler, bisher in Gohsmar an Stelle des nach Wachow versetzten Pastor Stappenbeck in sein neues Amt. Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. Dezember 1900 bis 2. Januar 1901.
Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine ...



 1901 - 1903  (Chronik Seiten 18 - 19)    Faksimile-Foto von Seiten 18 - 19 

Seite 18
... große Güte; bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte - bis hierher nur geholfen. Ihm sei die Ehre und der Dank. Kuschkow, den 2 Januar 1901
                Klintzsch, Lehrer.

Die Osterferien dauerten vom 4. bis 10 April. Am 11. April begann die Schule mit 101 Kinder. Am 25/3 1901 fand die Osterschulprüfung statt durch den Herrn Lokalschulinspektor Pastor Zeitzler
a  Religion: Der Gebetskampf Jesu.
b  Deutsch: Lesen, Hersagen von Gedichten.
c  Rechnen: Zinsrechnung. Bruchrechnung.
d  Geschichte: Friedrich d. Große.
e  Geographie: Deutschland.
f  Gesang: Choräle. Geh aus, mein Herz.
              ______________

Die Ernteferien reichten vom 14. Juli bis 31. Juli 1901. Die Herbstferien nahmen ihren Anfang am 23. September und endeten am 15. Oktober 1901. Am 20. September 1901 revidierte Herr Kreisschulinspektor Wex die Schule. Derselbe sprach über die Leistungen seine Zufriedenheit aus.
Am 6. März 1902 fand die Osterschulprüfung statt. Entlassen wurden 13 Schulkinder, aufgenommen 16.
Bestand der Schülerzahl ...

Seite 19
... I Klasse - 60, II Klasse - 48, imganzen - 108 Schulkinder.

Die Pfingstferien dauerten vom 17. bis 22. Mai. Am 20. Juli 1902 begannen die Ernteferien. Sie währten wegen der durch ungünstigen Witterungsverhältnisse schlecht beeinflusst 3 Wochen und erreichten ihr Ende am 10. August. Vom 21. September 1902 bis 15. Oktober währten die Herbstferien. Am 29. Oktober 1902 revidierte Herr Kirchenschulinspektor Wex die hiesige Schule I. Klasse von mittags 12 - 2, II. Klasse 2 - 3 Uhr. Geprüft wurden die Kinder in sämtlichen Unterrichtsfächern. Der Herr Kirchenschulinspektor war über die Erfolge sehr erfreut und sprach dem Lehrer und den Kindern gegenüber seine Anerkennung aus. Mit neuer Freude gings am Donnerstage wieder an die Schularbeit.

Am Sonntag, den 14. Juni 1903 fand in hiesiger Kirche durch Herrn General Sup. Pfeiffer aus Lübben eine Kirchenvisitation statt. Da der Revisor großen Wert auf den ...



 1903 - 1905  (Chronik Seiten 20 - 21)    Faksimile-Foto von Seiten 20 - 21 

Seite 20
... Kirchengesang legt, so sang der hiesige gemischte Chor die Große Doxologie *) und der Gesang-Verein: Hebe Deine Augen auf. 3. für gemischten Chor: "So nimm denn meine Hände". Die Kirche war anlässlich der Visitation schön und reichlich geschmückt. So sprach denn der Herr Generalsuperintendent über Gesang und Schmuck seine große Freude aus.
Die Herbstferien dauerten vom 24. September 1903 bis 18. Oktober.
Am 27. August 1903 fiel der Unterricht aus, weil der Lehrer Klintzsch dem verstorbenen Kreisschuldirektor Wex zu Neu Zauche zu seiner Beerdigung das letzte Geleit erwies. Am 1. Oktober 1903 ernannte die Königliche Regierung zum Kgl. Kreisschulinspektor Pastor Gruber zu Lübben (Lübben I).
Am 19. Januar 1904 revidierte der Königliche Kreisschulinspektor Pastor Gruber die hiesige Schule. Er dankte Lehrer Klintzsch für seinen Fleiß. Die Osterschulprüfung durch Ortsschulinspektor Zeitzler wurde am 3. März 1904 abgehalten.
Am 7. April 1904 begann der Schulunterricht mit 98 Schulkindern. Im Laufe des Semesters kamen noch 2 hinzu so daß der ...

Seite 21
... gegenwärtige Bestand 100 Schulkinder beträgt. Die Osterferien währten vom 31. März bis 5. April 1904, die Pfingstferien vom 21. Mai bis 29. Mai, vom 10. Juli bis 31. Juli Ernteferien. Seit Ende Juli herrschte unter den Schulkindern eine Keuchhustenepidemie. Erkrankten von 100 Schülern 58. Vom 26. September 1904 bis 16. Oktober reichten die Herbstferien. Am 21. Nov. 1904 revidierte der Herr Kreisschulinspektor Gruber die hiesige Schule. Kl. I. von 1 - 2 ½  Kl. II ½ 3 - 4 im Beisein der Schulvorsteher Görzig und Michelchen. Klasse I. Religion: Der Säemann. Katechismus: Hersagen der 3. Hauptstücke. Rechnen: Tafelrechnen. Geschichte: Der große Kurfürst. Geographie: Deutschland. Naturkunde: Ausländische Pflanzen.
Die Weihnachtsferien währten vom 24. Dezember 1904 bis 3. Januar 1905. Anfang geschah am 3. Januar mit 98 Schulkindern. Die diesjährigen Ernteferien begannen am 16. Juli und endeten den 6. Aug. 1905.
Die Erntewitterung war nicht sehr günstig, die Unterbringung der Erträge wurde durch heftige Regengüsse erschwert.

*) Doxologie: Griech. Dóxa = Ruhm, Ehre, Glanz, Herrlichkeit. In der Liturgie unterscheidet man die Lobpreisung in "Große Doxologie: Ehre sei Gott in der Höhe" und "Kleine Doxologie: Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist", beide Formen werden mit "Amen" beendet.



 1906 - 1908  (Chronik Seiten 22 - 23)    Faksimile-Foto von Seiten 22 - 22a  und  Seite 23 

Seite 22
Die Ernteferien begannen am 24. September und endeten am Sonntag, den 15. Oktober 1905. Mit dem 1. Oktober endeten die Vertretungen in Gröditsch, da diese seit dem 1. Jan. 1905 vakante Lehrstelle durch den aus Reppen gebürtigen Lehrer Broese besetzt worden ist. Die Osterferien reichten vom 9./4. 06. ― 18/4.06. Anfang am 19. April. Am 2. Juni 1906 begannen die Pfingstferien. Anfang den 8. Juni 1906. {Wahrscheinlich ist Ende gemeint} Die Ernteferien dauerten vom 8. Juli bis 29. Juli 1906. Die Herbstferien fingen an mit 23. Sept. und endeten am 13. Oktober 1906.

                                                                          1907
Der Schulunterricht begann am 3. Januar 1907. Zu Anfang des Jahres schaffte die Gemeinde auf Anordnung des Herrn Kreisschulinspektor Gruber einen neuen Schulschrank für 30 Mk. ―
Am 25. Jan. 1907 fiel der Unterricht wegen der Reichstagswahl im Schulhause (Schullokal) aus. ―
Der Geburtstag S.M. des Kaisers wurde am 26. Januar 1907 durch eine Schulfeier gefeiert. Der Unterricht fiel aus.

Seite 23
April 1907. Der Unterricht begann am 5. April 1907 mit 92 Kindern. Die Osterferien dauerten vom 28. März bis 4. April 1907. Vom 18. Mai 1907 bis 23. Mai dauerten die Pfingstferien, die Ernteferien (bis) vom 14. Juli bis 4. August. Am 10. September 1907 fiel der Unterricht wegen der Bezirkslehrerkonferenz in Gr. Leine aus. Am 18. Sept. 1907 ist die Kreislehrerkonferenz in Lübben. Die Herbstferien dauerten vom 22. Sept. bis 13. Oktober 1907. Am 13. Nov. 1907 revidierte Herr Kreisschulinspektor Gruber die hiesige Schule. Der Gemeindevorsteher Guskar wohnte derselben bei.

                                                                          1908
Die Osterferien reichten vom 12. April 1908 bis 23. April. Der Unterricht begann mit insgesamt 91 Kindern: 52 Knaben 39 Mädchen. Vom 6. Juni bis 11. Juni 1908 währten die Pfingstferien. Am 3. Juni 1908 fiel der Unterricht wegen der Wahlmännerwahl behufs Wahl eines Abgeordneten aus, da das Schullokal als Wahllokal benutzt worden ist. Ebenso am 16. Juni, da der Lehrer Klintzsch ...



 1909 - 1910  (Chronik Seiten 24 - 25)    Faksimile-Foto von Seiten 24 - 25 

Seite 24
... zum Wahltermin nach Lübben reisen mußte. Die Herbstferien begannen am 10. September 1908. Der Schulunterricht begann am 11. Oktober. Im November und Dezember herrschten unter den Schulkindern die Masern. Vom 24. Dez. 1908 bis 3. Januar 1909 dauerten die Weihnachtsferien. ― Die Osterferien begannen den 5. April 1909. – Kinderzahl: 82. Pfingstferien vom 29. Mail bis 3. Juni 1909. ― Die Ernteferien währten vom 19. Juli 1909 bis 7. August.
Am 8. September 1909 revidierte der Herr Kreisschulinspektor Pastor Gruber die hiesige Schule und zwar die II. Klasse von ½ 11 – ¾ 12; die I Klasse von ¼ 12 – ¾ 2 Uhr.
II Klasse: Religion. Die Speisung der 5000.
I  Klasse: Religion. Die dankbare Sünderin.
Ich war erfreut über die vom Herrn Kreisschulinspektor darüber gehaltene Lektion: sachlich, fasslich, klar, einfach! Am 2. Sept. 1909 fand die diesjährige Sedansfeier *) statt. Die Feier begann mit einem Umzuge im Dorfe. Auf dem Festplatze wurde des Sedanstages gedacht durch Ansprachen, Gedichte, Turnübungen und Spiele.

Seite 25
Ein abendlicher Fackelzug beschloß die schöne Feier zur Freude der Einwohner. Für die Besoldungsverhältnisse von Kuschkow hat der Provinzialrat S. IV. c. 521,30 M pens. Mietsentschädigung festgesetzt.
Die Osterschulprüfung leitete Herr Ortsschulinspektor Pastor Zeitzler. Von den Schulvorstehern war nur Gemeindevorsteher Guskar anwesend. Seit 1908 bezieht der hiesige Küster und Lehrer 1400 + 100 + 250 = 1750 M. Gesamtgehalt.

                                                                          1910
Am 1. April 1910 begann der Schulunterricht mit 80 Kindern I. K. 45, II. K. 35.
Vom 14. bis 19. Mai 1910 dauerten die Pfingstferien. Anfang Freitag, den 20. Mai. Die Herbstferien begannen am 26. September und endeten mit dem 16. Oktober 1910.   /  d. 17.11.1910 Gruber.
Am Donnerstag, den 17. Nov. 1910 fand die diesjährige Schulrevision statt durch Herrn Kreisschulinspektor Pastor Gruber. Von den Schulvor-...

*) Sedanstag und Sedansfeier: Gedenktag an die Kapitulation der französischen Armee unter Kaiser Napoleon III. am 2. September 1870 nahe der französischen Stadt Sedan. Napoleon III. überließ sich in die persönliche Gefangenschaft des preußischen Königs Wilhelm I. Im gesamten Deutschen Kaiserreich wurden an zentralen Plätzen Siegesdenkmäler errichtet bzw. auf den Dörfern Kriegerdenkmale eingeweiht ab 1871 anlässlich dieses Tages.



 1911 - 1912  (Chronik Seiten 26 - 27)    Faksimile-Foto von Seiten 26 - 27 

Seite 26
...vorstehern waren anwesend die Herren: Guskar, Sattler, Nakonzer.    I. Kl von ½ 12 - 2    II. Kl. von 2 - ½ 3.
Bei der durch Herrn Ortsschulinspektor Pastor Zeitzler stattgefundenen Osterschulprüfung war von den Schulvorstehern niemand erschienen.
                                                                    1. April 1911

Am 1. April wurden entlassen 15 Kinder, aufgenommen 14. Die Schülerzahl beträgt 83. ― .
Vom 3. bis 8. Juni 1911 Pfingstferien. Die Ernteferien dauerten vom 9. Juli bis 30. Juli 1911. Wegen der großen Hitze musste der Schulunterricht oft abgekürzt werden, da um 9 Uhr früh das Thermometer 28°C anzeigte. Die Herbstferien dauerten vom 24. September bis 15. Oktober. Im Garten des Lehrers konnten infolge der sommerlichen Dürre von einem Sack Aussaat keine Kartoffeln geerntet werden.
Vom 24. September bis 15. Oktober 1911 dauerten die Herbstferien; vom 24. Dezember bis 2. Januar 1912 die Winterferien.
Die Osterschulprüfung fand vom 29. Februar 1912 ...

Seite 27
... von 8 - 10 Uhr statt. Anwesend waren die Schulvorsteher Büdner Nakonzer und Auszügler Konig. Lehrer Klintzsch hielt eine Lektion über: "Der Säemann; vom Unkraut unter dem Weizen."
2. Deutsch: Lesen deutsche und lat. Schrift. Fragen aus der Wortslehre. Dekl. u. Konj.
3. Rechnen: Multipl. 5 St. Zahlen mit 807. Aufgaben aus Bruchrechnung. Zus.gesetzte Regel d- u tri-Aufgaben *).
z.B.  5 Arb.  6 Tg.  75 M
       8        15        ?    mittelst Bruchstrich.
4. Geschichte: Die drei schles. Kriege.
5. Geographie: Russland
6. Naturgeschichte: Die ... {Truhnie? oder Teuhnie? und Finne} ... *)
7. Gesang: 2 St. Goldne Abendsonne.                                                    / d. 4.3.1912  Gruber.

Am Montag, 4. März rev. Herr Kreisschulinspektor Gruber die hiesige Schule; I. Kl. von 12 - 2; II. Kl. 2 - ½ 3.
1. Religion: Die Fußwaschung
2. Deutsch: Lesen S. 257. Die Wiederherstellung des Deutschen Reiches. Orthographische Fragen.
3. Rechnen: Zinsrechnung
4. Geschichte: Das Jahr 1812. Kontinentalsperre.
5. Geographie: Die Oder, Warthe, Neiße *), Spree. ...

*) An diesen Stellen ist der Originaltext schlecht lesbar und die Bedeutung konnte nicht sicher erschlossen werden.



 1912  (Chronik Seiten 28 - 29)    Faksimile-Foto von Seiten 28 - 29 

Seite 28
6. Naturgeschichte: Die Kreuzspinne. Die Dampfmaschine; die Feuerspritze.
7. Gesang: O, Gott Du frommer Gott.
    a. Choräle: Nun bitten wir.
    a. Choräle: Dir, dir Jehova.
    b. Volkslieder: 2 St. Goldne Abendsonne.
    b. Volkslieder: 2 St. Gott ist die Liebe.

Die Osterferien dauerten vom 1. April bis 10. April. Der Unterricht begann mit 85 Kindern. Vom 25. Mai bis 30. Mai waren Pfingstferien. Gen. Kirchen u. Schulinspektion im Kreise Lübben 1912.
Vom 11. Juni bis 27. Juni fand im Kreise Lübben eine General-Kirchen- und Schulinspektion statt. Das Königliche Konsistorium war vertreten durch Herrn Gem. Superintendent Dr. Kehsler, die Kgl. Regierung durch ...

Seite 29
... Herrn Reg. U. Schulrat Volkheim zu Frankfurt/Oder.
In Kuschkow fand die Visitation am 27. Juni, nachmittags von 3 - 5, die der Schule von 5 - ½ 6 Uhr im Beisein des Herrn Schulrat Volkheim statt. Die Gäste wurden vom Kriegerverein, vom Gesang-Verein, von den Schulkindern festlich empfangen. Das Dorf prangte im Schmuck von Ehrenpforten, die Kirche mit Blumen herrlich geschmückt. Die Kommission spendete im Lübbener-Kreisblatt nachstehendes Lob:
"Auch die Kuschkower hatten alles getan, und die Gäste mit dem denkbar besten Eindruck von ihrem Dorf und damit, da es das zu allerletzt besuchte war, vom ganzen Kirchenkreise scheiden zu lassen. Schon die übliche Begrüßung vor der Kirche wurde bereichert u. verschönt durch ein kleines, weißgekleidetes blumenbekränztes Mädchen, das ein Gedicht aufsagte und jedem der Herren eine oder...

Schulbild aus dem Jahr 1912, fotografiert vor der Dorfkirche. Links im Bild ist der Lehrer Otto Johannes Klintzsch (1858-1926) zu sehen, die Hilfslehrerin vor ihm war seine Ehefrau Elisabeth Klintzsch (1879-1932, geborene Dillan). Weitere Angaben zu den Schulbildern gibt es auf der Startseite. Klicken Sie hier auf das Bild, dann sehen Sie eine Vergrößerung.



 1912 - 1913  (Chronik Seiten 30 - 31)    Faksimile-Foto von Seiten 30 - 31 

Seite 30
... mehrere Rosen überreichte. Superintendent Bieling dankte allen Beteiligten. Dann schritt die Kommission die Front des Kriegervereins ab und betrat die Kirche, aus deren Innern schon von weitem der blumengeschmückte im Lichte einer ganzen Kirche von Kerzen erstrahlende Altar feierlich und freundlich entgegengrüßte. Unten im Altarraum waren Kornblumen u. andere Blüten gestreut, oben zogen sich Girlanden und Blumengewinde von einer Seite zur anderen. Superintendent Bieling predigte über die 2. Bitte des Vaterunsers, Vize-Gen. Superintendent Pfeiffer sprach mit der Jugend über die 3. Bitte, Superintendent Cordes ermahnte die Hauseltern unter Anlehnung an Matth 9,38 dazu, dass eines dem andern ein Seelsorger sein möchte. Dann wurde die Schule in Kuschkow besucht.
Lehrer Klintzsch erhielt die Aufgabe: "Die Bibel" Oberstufe. Bei der unterrichtlichen Behandlung griff in diese Herr Regierungs- und Schulrat Wolkheim durch die ...

Seite 31
... Fragen ein: Ihr habt die Bücher aufgesagt, wißt ihr auch den Inhalt des neuen Testaments anzugeben? Die Kinder antworteten: "Also hat, Gott die Welt geliebet u.s.w."
Für die 2. Klasse war zu behandeln: "Der Arbeitstag eines Kindes." Mit warmen Dankesworten schied die Kommission. ___ .
Vom 15. Juli bis 4. August Ernteferien. Die Tage waren sehr warm, manche außergewöhnlich heiß und lästig.
Die Herbstferien währten vom 22. September bis 13. Oktober 1912. Infolge starken Frostes sind anfangs Oktober viele Kartoffeln erfroren. Der Schaden macht sich jetzt durch Faulen derselben bemerkbar.
Am 1. Nov. 1912 in der Schule 86 Kinder.                                                         / d. 29.1.1913   Gruber

                                                                          1913
Am 29. Januar 1913 fand eine Schulrevision durch Herrn Kreisschulinspektor Gruber statt. Lektion: Ruth.



 1913 - 1914  (Chronik Seiten 32 - 33)    Faksimile-Foto von Seiten 32 - 33 

Seite 32
Am 18. Februar fand die Osterschulprüfung statt. Religion: Jofs {Josefs} Geschichte.
Die Konfirmation in Kuschkow fand am 9. März statt. Es wurden konf. 4 Mädchen und 7 Knaben.
Die Erinnerungsfeier der Befreiungskriege am 10. März geschah durch Festgottesdienst, Feier an der Friedenseiche von Seiten des Krieger- des Gesangvereins u. unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde statt. ‒ Abends hielt der Lehrer Klintzsch im Sattlerschen Saale einen Vortrag "Über die Befreiungskriege". Das Schuljahr schloß am 19. März 1913.
Am 1. April begann der Schulunterricht mit 92 Kindern Kn. 40. Mädch. 52. Am 1. Mai 1913 Schülerzahl 93.
Vom 10. bis 15. Mai 1913 Pfingstferien. Die diesjährigen Ernteferien währten 3 Wochen vom 13. Juli bis 3. August. Vom 25. Sept. bis 15. Oktober dauerten die Herbstferien.

Seite 33
Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. Dez. 1913 bis zum 2. Januar 1914. Anfang am 3. Januar 1914.

                                                                          1914
Am 21. Januar 1914 revidierte Herr Kreisschulinspektor Pastor Gruber die hiesige Schule von 2 - ½ 5 Uhr. Zugegen waren die Schulvorsteher G. Nakonzer u. Sattler. Hauptlektion: Der Gichtbrüchige.
Nach den Osterferien, die vom 29. März bis 19. April 1914 dauerten, begann der Unterricht am 20. April mit 90 Schulkindern.
Vom 30. Mai bis 4. Juni waren Pfingstferien. Am 12. Juli begannen die Ernteferien u. endeten mit dem 6. August.
Infolge der Mobilmachung am 2. August erfolgte die Einberufung des Lehrers Wildov in Gröditsch zur Fahne, und ich mußte die Vertretung desselben in Gröditsch am Mittwoch und Sonnabend übernehmen und zwar vom 12. August bis 21. November.
Auf Anordnung des Königlichen Kreisschulinspektors Herrn Pastor Gruber übernahm ich die Vertretung des am 10.11.14 zu ...



 1914 -/- 1917  (Chronik Seiten 34 -/- 41)    Faksimile-Foto von Seite 34  und  Seite 41 

Seite 34
... Fahnen einberufenen Lehrers Schulz zu Pretschen, jeden Tag 3 Stunden vom 23. November ab.
Da an 40 Mannschaften in Kuschkow zu den Fahnen einberufen sind, mußten die Schulkinder fleißig in der Wirtschaft helfen u. versäumten oft die Schule. _ .                                                                  / d. 25.11.1914  Gruber
Vom 22. Dezember 1914 bis 5. Januar 1915 währten die Weihnachtsferien.

                                                                          1915
Die Vertretung in Pr. an wöchentlich 3 Tagen a 6 Stunden Unterricht geht weiter. Infolge der großen Kälte, der Schneefälle und des kalten Schulzimmers in Pretschen hatte der Lehrer körperlich viel zu leiden. Heftiger Lungenkatarrh war die Folge.
Vom 25. März bis 11. April Osterferien. In den schweren Kämpfen sind bisher gefallen: Wehrmann Gustav Maier, Wehrmann Hermann Wilke, Musketier Franz (Liepe) Michelchen, Oberlehrer ... ?   {Die Folgeseiten wurden leider herausgeschnitten, siehe Faksimile-Foto. Somit fehlen die Kriegsjahre 1915-1916. Es geht weiter 1917 mit der Seite 41.}

                                                           { 3 Blätter = 6 Seiten fehlen }
Seite 41
Die Pfingstferien dauerten vom 25. Mai bis zum 31. Juni 1917.
Behufs Erlangung von Zucker zu Einmachzwecken für 1917 sind von hiesiger Schulstelle nachgewiesen
1.  11 Apfelbäume
2.  13 Birnen  ''
3.  09 Pflaumen  ''
4.  36 Kirschbäume
5.  30 Stachelbeersträucher
6.  25 Johannisbeer    ''
7.  18 Himbeersträucher       { 1916 erhalten 5 Klg.    { 1917 erh. 10 Klg.

Die Sommer- und Herbstferien sind festgesetzt:
1. Sommer:  letzter Tag: 14. Juli; Anfang 6. Aug.
2. Herbst:-- letzter Tag: 27. Sept.; Anfang 23. Oktob. 1917
Auf den Antrag der Gemeinde begannen die Ferien am 11. Juli. Ende am 31. Aug. Die Kirschkernsammlung ergab:

1. von Elli Michelchen 750 g.        
2. Walli König 300 g.        
3. Emma Michelchen 300 g.        
4. Erich Kniesigk 250 g.        
5. Johanna Barwar    5 Pfund 250 g.        
6. Johanna Jäzosch   2 Pfund 250 g.        
7. Elisab. Friedrich 125 g.        
8. Marie Kniesigk 150 g.  ...        

 
 

 1917 - 1918  (Chronik Seiten 42 - 43)    Faksimile-Foto von Seiten 42 - 43 

Seite 42

09. Johanna Liepe 300 g.        
10. Martha Michelchen 500 g.        
11. Fritz Wilke 1500 g.        
12. Marie Schulze, Maurer 450 g.        
13. Max Brandt 150 g.        
14. Erich Kohlstock 300 g.        
15. Marie Mentz 3000 g.        
           
b. an Pflaumenkernen:          
01. Walter Ternick 3500 g.        
02. Lehrer Klintzsch 11000 g.        
03. Hedwig Mentz 750 g.        
04. Max Mentz 700 g.        
05. Emil Wolff 3500 g.        
06. Joh. Barwar 5500 g.        
07. Bernh. Jäzosch 3500 g.        
08. Walter Ternick 3000 g.        
09. Hedwig Dillan 1750 g.        
10. Anna Liepe 950 g.        
11. Martha Michelchen 400 g.        

 
Herbstferien vom 23. Sept. bis 17. Oktober 1917. Schule Kuschkow 1917
7. Kriegsanleihe 1496 M

Seite 43
Vom 18. Oktober 1917 übernahm Lehrer Klintzsch die Kriegsvertretung in Gröditsch. ______
Vom 21. Dezember 1917 bis 3. Januar 1918 Weihnachtsferien. __ Am 28. Januar 1918 revidierte Herr Kreisschulinspektor die Schule I. u. II. Am 15. März 1918 hielt Herr Ortsschulinspektor Zeitzler die Schulprüfung ab.

                                                                          1918
Am 1.April wurden 6 Kinder entlassen. Den Unterricht begann mit 101 Kinder, 49 K.; 52 M.
Die Knochensammlung ergab 20 Pfd. Die Ludenspende *) 1918. Die Sammlung durch die Schulkinder ergab 34.05 M.
Vom 14. Juli bis 5. August 1918 Ernteferien.
Mit Genehmigung der Behörde sammelten die Kinder in der Zeit vom 5. - 19. August Laubheu und Brennnesseln. Der Unterricht fiel aus. _ . Durch die Schulkinder sind ungefähr 15 Ctr. Laub in feuchtem Zustande gesammelt worden.

*) Ludenspende: Gemeint war wohl die "Ludendorff-Spende für Kriegsbeschädigte" 1918, eine nach General Erich Ludendorff (1865-1937) benannte Spendensammlung in ganz Deutschland.




Die Übernahme (Transkription) der handschriftlichen Texte aus der Schulchronik wird hier auf dieser Webseite Stück für Stück fortgeführt, bitte haben Sie noch etwas Geduld ...


 

 




Quellen- und Literaturverzeichnis

Hinweis: Hier finden Sie nur Literaturangaben zum Inhalt dieser Seite. Das allgemeine Literaturverzeichnis zu Kuschkow und der Niederlausitz als Thema der gesamten Website finden Sie auf der Hauptseite (Startseite, siehe hier: ).

Brandenburgisches Landeshauptarchiv ‒ BLHA, im Internet unter https://blha.brandenburg.de (siehe direkt hier: ) mit Rechercheangeboten zu sämtlichen historischen Dokumenten der brandenburgischen Landesgeschichte. Viele der Dokumente sind inzwischen digitalisiert und per Internet frei zugängig, auch diverse Fachbücher kann man sich als PDF-Dateien herunterladen.

Chronik der Gemeinde Kuschkow. Herausgegeben von der Gemeindevertretung Kuschkow zur 675-Jahrfeier 2003; Redaktion und inhaltliche Bearbeitung durch Familie Gerhard Scheibe; Kuschkow 2003

Lübbener Kreiskalender (Kreis-Kalender) in historischen Ausgaben ab 1913 (Stand Dezember 2022), digitalisiert als PDF mit vielen interessanten Beiträgen auch zu Kuschkow und Umgebung, findet man auf der Website der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam unter https://opus4.kobv.de/opus4-slbp/solrsearch/index/search/searchtype/collection/id/18476

Scheibe, Gerhard: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Kuschkow, Kreis Lübben. Kuschkow 1978 (erschienen im Eigenverlag der Gemeinde zur 650-Jahrfeier)

Wegener, Fritz: Beiträge zur Chronik des Dorfes Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1927, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seiten 46-51 (siehe direkt hier: )

Wegener, Fritz: Die 600-Jahrfeier der Dorfgemeinde Kuschkow. Enthalten in: Lübbener Kreis-Kalender 1929, Verlag des Lübbener Kreisblattes, Buchdruckerei Richter & Munkelt, Lübben (Spreewald); Seite 44 (siehe direkt hier: ; der Name des Lehrers Wegener ist im Artikel falsch als "Wegner" angegeben)


 


   

 
 

Impressum und Datenschutz
 
Kuschkow-Historie Startseite
 
Separationskarten und Flurnamen


 
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 25.1.2023
 

   


 

Dies ist die private Website von Doris Rauscher, 16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16,
Telefon: 0173 9870488, E-Mail: doris.rauscher@web.de
 
Copyright © Doris Rauscher 2021-2023







Hinweis zur Beachtung: Diese Website und ihre Unterseiten sind optimiert für Desktop-PC und Notebook bzw. Laptop, nicht jedoch für Tablet und Smartphone.